Bürgerreporter berichten aus: Laubach | Überall | Ort wählen...

Regionale Umweltplanung in Laubach

Laubach | Die Ergebnisse einer Bürgerbefragung in Laubach hatten vor kurzem Studentinnen und Studenten des Fachbereichs Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement im großen Sitzungssaal des Laubacher Rathauses vorgestellt. Im Rahmen einer Abschlussveranstaltung stellten Professor Dr. Siegfried Bauer und die Studierenden ihre Ergebnisse zu den Bereichen Demographie und Infrastruktur, bürgerschaftlichem Engagement, Einkaufsverhalten, Freizeitangeboten, Tourismus sowie einer land- und forstwirtschaftlichen Bestandsaufnahme und kommunalem Energiemanagement vor.
Insgesamt hatten 251 Laubacherinnen und Laubacher an der Befragung teilgenommen, eine zahl, aus der sich durchaus Tendenzen ableiten ließen, so Professor Dr. Bauer, der betonte, dass man mit der Befragung „die Meinungen der Bürgerinnen und Bürger ernst nehme“.
Aufgrund der Ergebnisse entwickelten die Projektteilnehmer Konzepte und Vorschläge, um die Stadt Laubach zukunftsfähiger zu machen. Obwohl die die als problematisch erkannten Themenbereiche als auch die Lösungen nicht unbedingt neu waren, gaben sie den rund 30 Gästen im Sitzungssaal viel Stoff zum diskutieren.
Mehr über...
Der Autor hat diesem Beitrag leider keine Tags (Stichwörter) zugeordnet!
Zum Thema demographischer Wandel und soziale Infrastruktur hatten 37,8 Prozent angegeben, dass sie sich für den Ausbau der Betreuungseinrichtungen für Kinder und Jugendliche aussprechen, während etwas mehr als die Hälfte der Befragten die Angebote für ältere Menschen für ausreichend hält. Konkret schlugen die Studierenden eine Kooperation des Jugendzentrums mit Einrichtungen wie dem Hallenbad und Sportplatz sowie den Bau eines Skateparks am Alten Bahnhof und Verbesserung der Kinder- und Jugendbetreuung durch fachkundiges und freiwilliges Personal. Laubachs Bürgermeister Peter Klug bestätigte, dass man sich des Themas annehmen müsse, stellte aber auch klar, dass es sehr schwierig sei Jugendliche zur Betätigung in Gremien zu bewegen, wie die geringe Bereitschaft, im Kinder- und Jugendbeirat mitzuarbeiten, gezeigt habe.
Zum Thema bürgerschaftliches Engagement hatte ein knappes Drittel angegeben, sich ehrenamtlich engagieren; fast jeder Zweite nannte als Hinderungsgrund Zeitmangel, während nur etwa drei Prozent die fehlende Bezahlung anführten. Bürgermeister Peter Klug sagte dazu, dass heute die Haltung „Warum soll ich was machen, wenn ich kein Geld dafür bekomme?“ durchaus weit verbreitet sei. Eine der Lösungsvorschläge
der Studierenden lag in der Schaffung einer Internet-Tauschbörse, über die ehrenamtliche Tätigkeiten öffentlich ausgeschrieben werden sollen. Hierbei sollen kommunale Aufgaben gegen eine sachliche Leistung übernommen werden; konkretes Beispiel wäre die freie Nutzung der städtischen Grillhütten oder Vergünstigungen in öffentlichen Einrichtungen.
Zum Punkt Einkaufsverhalten hatten die befragten geäußert, dass für die Mehrheit die Qualität als Auswahlkriterium für den Einkaufsort wichtiger sei, als der Preis. 76 Prozent gaben an vor allem in Laubach einzukaufen, wobei nur wenige den Wochenmarkt auf dem Marktplatz nutzen. Ein Lösungsvorschlag der Projektgruppe war die Schaffung einer Laubach-Card mit Rabattsystem, um mehr Kaufkraft zu binden.
Zum Thema Freizeit bewerteten die Befragten die Attraktivität des Lichterfests am höchsten, vermisst wurden ein Kino von 36,7 Prozent, eine Diskothek (8,4 Prozent) sowie ein Fitnesscenter.
Zum Thema Tourismus urteilten 42 Prozent der Befragten, dass sie Laubach überwiegend attraktiv und sehenswert einschätzen, wobei das Schloss als Hauptattraktion gesehen wird. Fast gleichwertig wurden die zahlreichen Veranstaltungen (18 Prozent) und das Prädikat Luftkurort (20 Prozent) als Kriterien für die Attraktivität der Stadt Laubach genannt. 44 Prozent sehen kein Potenzial für Steigerungen im touristischen Bereich und 90 Prozent fühlen sich von den Urlaubern nicht gestört – ein eindeutiges Votum für den Tourismusstandort.
Im Bereich Landwirtschaft schlug die Projektgruppe vor, ein Direktvermarktungssystem zu schaffen, in dem Stadt und Bauern enger zusammenarbeiten – zum Beispiel, wenn Landwirte städtische Grünflächen mähen oder beim Schneeräumen helfen.
Zum Punkt kommunales Energiemonitoring hatten 70 Prozent der Befragten angegeben, sie hätten nichts dagegen, wenn die Straßenbeleuchtung nachts abgeschaltet würde. Zwei Drittel der Befragten hatten zudem erklärt, mehr Eintritt zahlen zu wollen, um die Energiekosten im Schwimmbad in höherem Maß abzudecken.
Bürgermeister Peter Klug hatte schon zu Beginn der Veranstaltung gesagt, dass den anwesenden Gästen sicher der eine oder andere Vorschlag aus der Vergangenheit bekannt sei, es sei jedoch „immer gut, Dinge auch einmal aus einem anderem Blickwinkel zu beleuchten“. Im Zuge der Diskussion wurde von Gästen geäußert, dass man in der Vergangenheit bereits viele der Vorschläge versucht habe, damit aber letztlich gescheitert sei. Zum anderen seien zwar viele der Vorschläge wünschenswert, aber angesichts der Finanzlage der Stadt schlicht nicht finanzieren. Nichtsdestotrotz habe die Befragung in einigen Bereichen neue Akzente gesetzt und Anregungen gegeben, die es aufzunehmen gelte.

 
 
 

Kommentare zum Beitrag

Leider gibt es noch keine Kommentare zu diesem Artikel.
Schreiben Sie doch den ersten!

Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) aus Stadt und Land

von:  aus Stadt und Land

offline
Interessensgebiet: Gießen
26.816
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
Freuen Sie sich auf zahlreiche Aussteller.
Gewerbeausstellung Lahnau am 23. und 24. September: Die Attraktion für Jung bis Alt
Wenn zahlreiche Unternehmen in Waldgirmes ihre Zelte aufschlagen,...
Auch beim BAUHAUS Kids Cup 2016 kämpften die jungen Talente um jeden Ball.
Sei dabei beim größten Jugendturnier der Region
Fußball ist Dein Leben? Du kickst auf dem Pausenhof, in der Freizeit...

Weitere Beiträge aus der Region

Gefeierter Auftritt der „Songlines“
Ein Hauch Frühling für einen guten Zweck
Und er hielt Wort: Ein „Wechselbad der Emotionen“ hatte Peter Damm...
v.l.n.r. Oliver Weisenborn, Vertreter der FFW Münster, Elke Bär, Vertreterin des Oberhessischen Diakoniezentrums, Jens Sieg, Vertreter des Grillhüttenvereins, Katrin Neumann mit Mats, Vertreterin des Fassenachtsvereins und Monika Hübner, Vertreterin der K
Spende an Laubacher KITAS
Am Rosenmontag konnte Elke Bär, Bereichsleiterin Kinder- und...

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.