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Jazzen und Schlemmen im Schlosshof gefällt

von Redaktion GZam 26.07.20101194 mal gelesen2 Kommentare
Laubach | "Ich wollte lieber frei sein und verrückt!". Warum Olaf Kübler Jazzer geworden ist, sich halsbrecherisch vor Knebelverträgen mit Plattenfirmen drückte und trotz seines Pensionsalters immer noch auftritt, um seine "magere" Rente aufzubessern, erzählt der heute 72-jährige Saxofonist stets gern wieder. Das tat er ausführlich in seiner Biografie "Klartext - Voll daneben" (1996, in zweiter Auflage unter dem Titel "Sax oder nie!: Die Bekenntnisse des Johnny Controletti"). Und auch beim 1. Open-Air-Jazzbrunch im Innenhof des Laubacher Schlosses am vergangenen Sonntag wog er in seinen Erzählungen zwischen Melancholie, Stolz und bissigem Humor. Doch seine kleinen Lebensgeschichten spielten nur am Rande der Veranstaltung zur Matineezeit eine Rolle. Schließlich standen die Jazzmusik seines Quartetts und das genüssliche Schlemmen der rund 100 Gäste im Vordergrund. Umrahmt vom stilvollen Ambiente des Schlossensembles und der sehr relaxten Stimmung bei schönstem Sommerwetter blieb der Jazzbrunch was er sein sollte - auf jeden Fall kein reines Konzert. Smalltalk, Prosecco-Schlürfen und vom reichlich aufgetischten Buffet goutieren
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gehörten genauso dazu wie die lässige, unaufdringliche Musik des Olaf Kübler Quartetts. Vor allem die schmeichelnden, swingenden Jazzstandards wie George Gershwins "Summertime", das leicht latin-artige "On Green Dolphin Street" oder das liebliche "Satin Doll" (Duke Ellington/Billy Strayhorn) passten sich der lauschigen Atmosphäre im Schlosshof an ohne sich lauthals in den Vordergrund zu drängen. Dennoch servierten Kübler und seine Mitmusiker - der Pianist Christoph Spendel (Professor für Jazz-Piano an der Frankfurter Musikhochschule), Kontrabassist Götz Ommert sowie der wohlbekannte Gießener Schlagzeuger Joe Bonica - die Titel mit pikfeinem und professionellem Esprit. Wohlwollend beklatschte Soli waren inbegriffen.
Da fühlte sich Kübler auch an die Zeit als Teenager zurückversetzt, als er im als "Shanghai an der Lahn" bekannten Nachkriegs-Gießen im Alter von 17 Jahren begann, in den Clubs der Stadt für die amerikanischen Besatzungssoldaten Jazzmusik aufzuspielen. Die kleinen Küblerschen Anekdoten boten aber stets Gelegenheit, sich in die Musik und ihre Geschichte hineinzuversetzen. So kündigte der Saxofonist die Interpretation des Weillschen "Mack the Knife" (Mackie Messer) als spitzzüngelnden Vergleich zum "Haifischbecken Musikbusiness" an, erzählte von den ihn einst inspirierenden Auftritten John Coltranes, Dizzy Gillespies, Miles Davis' oder von seinem eigenen musikalischen Wirken an der Seite von Udo Lindenberg, Marius Müller-Westernhagen oder Klaus Doldinger.
Der Jazz- und Gaumengenuss weilte an diesem Sonntag bis in den frühen Nachmittag hinein. Veranstalter Jörg Wießmann schließt auf jeden Fall eine Fortsetzung des Open-Air-Jazzbrunch im nächsten Jahr nicht aus.

Kommentare zum Beitrag

Jörg Theimer
1.074
Jörg Theimer aus Buseck schrieb am 01.08.2010 um 09:06 Uhr
Jörg Theimer
1.074
Jörg Theimer aus Buseck schrieb am 01.08.2010 um 12:43 Uhr
Nein Leider darf man bei YouTube keine eigenen Lieder einbinden. Deshalb musste ich ein Lied aus der "Vorlage" auswählen
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