Bürgerreporter berichten aus: Laubach | Überall | Ort wählen...

Als Entwicklungshelfer im Sudan Teil 12

...
...
Laubach | Abschied von H-M

Hals über Kopf teilte mir H-M mit das sein Flugzeug komme und er abfliegen würde. Keiner rechnete wirklich da er am Abend zuvor was andeutete, jedoch erst an dem Morgen des Abflugs von H-M mitgeteilt wurde. Also packte er seine Sachen und verlud diese auf dem Pickup. Ich fuhr ihn alleine zum Flugplatz, der Bushdoc war mit dem Vorwand “Patienten“ ins Krankenhaus gegangen. Irgendwie war ich ja schon froh das es so weit war das H-M fliegt, es gab mittlerweile eine Menge worüber ich mich ärgerte. Der Umgang mit den Menschen war nicht immer angebracht, und mit dem Gouverneur hatte er sich auch nicht gerade angefreundet.
Der Doc war auch froh das er weg war, in einem langem Gespräch bekam ich mit das H-M anfangs eine gute Arbeit gemacht hätte, aber in den letzten Monaten sich nicht mehr sonderbar viel um das Projekt gekümmert hätte.

Am Tag zuvor waren wir noch auf dem Markt. Die Ausbeute lag am Morgen bei frischem Rindfleisch. Nachdem wir dieses im Kühlschrank verstauten, fuhren wir zur Kirche und besuchten “Father“ Georg und redeten über Gott und die Welt. Später ging es wieder auf den Markt
Mehr über...
Süd-Sudan (46)Lwere (8)Kauda (1)
um zu sehen was der Gemüsemarkt her gab, dieses Mal hatten wir jedoch Pech und es gab nur wenige kleine Tomaten. Im Anschluss wollte H-M noch eine Schüssel Simsim trinken. Ich konnte mir den Verlauf schon ausmalen und willigte widerwillig ein. Da es bei einer Schüssel nicht blieb und ich keine Lust auf dieses Zeug hatte, schupste H-M mich aus der hockenden Haltung um und machte sich bei den Einheimischen über mich lustig und schlecht weil ich kein Simsim trinken wollte. Ich solle mich nicht so anstellen, war sein Kommentar.
Wutentbrannt schnellte ich hoch und wollte mich zu Fuß auf dem Heimweg machen. Als ich langsam über den Markt ging, bekam ich eine Nuba-Kette geschenkt. Das ist eine Kette aus Schwarz-Weißen Glasperlen sie es in dieser Farbe und Form nur in Nuba geben soll. Man band mir die Kette um und sagte mir, dass auf dieser Kette ein Zauber liegen würde und ich sie nur so tragen dürfte, das ich sie nicht über den Kopf ziehen könne. Solange man sie nicht ausziehen würde, würde einem nur das Gute von Nuba in Erinnerung bleiben, außerdem würde sie einem Schutz geben und Glück bringen. Vielleicht war es das erste Glück das H-M angestürmt kam, als er sah das ich den Markt verlassen wollte um heim zu laufen. Auf dem Rückweg
Coolio :-)
Coolio :-)
fuhren wir bei dem JMC-Camp vorbei um die privaten E-Mails zu lesen und beantworten. Waren kurz Tee trinken und fuhren zurück ins Camp. Immer noch sauer zog ich mich zurück, lief durchs Krankenhaus Richtung Dorf und redete mit einigen Einheimischen.

Langsam fragte ich mich auch wann H-M mit einer vernünftigen Übergabe beginnen wollte, wann er mir noch wichtige Kontaktpersonen vorstellen mochte von denen er immer berichtete und ich fragte mich wieder, als ich am Marktstand vorbei kam, wo ich denn letztendlich Geld tauschen könne da ich immer noch keine Bank gesehen hatte. Mittlerweile wusste ich zwar das es gar keine Banken in den Nubabergen, und wenn nur in den Städten des gesamten Südsudan gab. Nur wusste ich nicht, wer die Kontaktpersonen waren wo man Geld tauschen konnte. Auch wusste ich noch nicht genau wo und bei welchen Leuten man was organisieren konnte. H-M hat immer geredet was alles so toll gewesen wäre, aber was war denn toll? Das was er mir übergeben hatte? Ein Projekt kurz vor dem Zusammenbruch? Gespaltene Verhältnisse mit anderen Hilfsorganisationen? H-M war an diesem Abend noch mal alleine unterwegs. Zum übersetzen nahm er Isaac mit. Später kam H-M hektisch und aufgeregt zurück, den Grund sollte ich später erfahren und erklärte die plötzliche und überstürzte Abreise.

"Restaurante"
"Restaurante"
Letztendlich waren wir froh über die Nachricht am Morgen und der Abschied fiel nicht sonderbar schwer.

Erleichtert, aber mit der Frage wie es denn jetzt weiter gehen solle kehrte ich zum Camp zurück. Ich sprach lange mit dem Doc wie es weiter gehen solle. Isaac wurde zu Hilfe gerufen und es wurde beratschlagt, von nun an würde Isaac jeden schritt mit mir gehen um mich zu unterstützen neben mir mit den Kaufleuten zu verhandeln.
Nachdem Isaac ein paar Verbindungen und Bekanntschaften versicherte, bekamen der Doc und ich wieder Mut und wir sahen wieder einen Weg in die Zukunft, einen besseren Weg als unter der Leitung mit H-M.

Wir besprachen gleich weitere Pläne für das Krankenhaus. Unsere Vorstellungen und Ideen waren fast identisch und wir waren froh und fühlten uns wieder und wieder bestätigt das alles besser werden würde.

Als erster sollten einige Veränderungen im Camp statt finden. Ich plante in allen Tukuls einen Betonfußboden und die Grasdächer mit Plastikplane zu bespannen damit die Hütten sauberer und unser Wohnkomfort besser werden sollte. Weiter war geplant ein Betonboden in unserer Dusche.

Da der Doc jedoch E-Mail-Kontakt mit dem Team der “Ärzte ohne Grenzen Holland“ hatte, wurden wir eingeladen und es ergab sich für das Wochenende ein kleiner Ausflug in das 80 km entfernte Gebiet Kurchi.

...Fortsetzung folgt

...
... 
Coolio :-)
Coolio :-) 
"Restaurante" 1
"Restaurante" 
Bushdoc Dr. Fred Kabike
Bushdoc Dr. Fred Kabike 

Kommentare zum Beitrag

Leider gibt es noch keine Kommentare zu diesem Artikel.
Schreiben Sie doch den ersten!

Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Marco Schindler

von:  Marco Schindler

offline
Interessensgebiet: Laubach
Marco Schindler
192
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
Wanderung für den guten Zweck
Die Wanderung für den guten Zweck Es hat mich mal wieder gepackt...
Komme, gucke! - Die WM 2010 in Laubach Public Viewing
Den Achtelfinal-Knaller feierten weit mehr als 200 Laubacher...

Weitere Beiträge aus der Region

Peter Klug tritt 2020 nicht mehr an - SPD Laubach äußert sich dazu
„Der Anstand gebietet, seine persönlichen Gründe ohne Diskussion zu...
Bürgermeister Klug tritt nicht mehr an - Jahreshauptversammlung der Freien Wähler Laubach
Laubach (-). Laubachs Bürgermeister Peter Klug tritt bei der...
Großer Ehrgeiz beim Seniorenbeirat Laubach
Der noch -wenn man das so sagen darf- junge Seniorenbeirat Laubachs...

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.