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Als Entwicklungshelfer im Sudan Teil 8

Schuhe kaufen?
Schuhe kaufen?
Laubach | Marktag

Es war Mittwoch, für die einheimischen Muslime der heilige Sonntag. Da die Nubas ein Mischvolk zwischen Christen, Muslime waren und die verschiedensten Götter und Geister glaubten, hat sich jedoch durch den arabischen Einfluss der verhassten Regierung der Mittwoch zum Ruhetag entwickelt.

Bereits morgens nach dem Aufstehen wollte mir H-M unseren Markt zeigen. Wie bereits erwähnt konnte man bis auf die Menüs in den Restaurants nur einmal in der Woche Fleisch einkaufen. Da es für die Nuba - Verhältnisse sehr teuer wahr und es sich wenige Menschen leisten konnten und es auch keine Tiere in Massenhaltungen gab, mussten wir bis auf die Hühner die selben Abstriche machen und bis auf ein oder zwei Tagen in der Woche auf Fleisch verzichten. Überwiegend ernährten wir uns eigentlich eintönig wie die Nubas, der Unterschied lag darin das wir Käse, Wurst, Brot, Gemüse und Obst aus den eingeflogenen Konserven hatten. Essen in den Restaurants war für mich unsicher da ich nicht wusste wie mein Körper darauf reagieren würde und hatte Angst von heftigen Durchfällen geplagt zu werden. Aber wie ich feststellen konnte war es bis hier her noch nicht der Fall.

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Die Rinder und Ziegen wurden bereits in den Morgenstunden geschlachtet oder besser gesagt geschächtet. Wir fanden eine schöne Ziegenkeule die wir nach langem Handeln, Schimpfen und Diskutieren günstig erwarben und kehrten mit der Errungenschaft zurück ins Camp.

Isaac versuchte mir Grundlegende Worte in Arabisch beizubringen damit ich wenigsten die Einheimischen begrüßen, mal nach den Weg fragen oder einfach ja oder nein sagen zu können.
Gegen Mittag nach Marktbeginn fuhren wir, in der Hoffnung viel Gemüse oder der wenigen Früchte kaufen zu können zu den “großen Markt“. Auch hier galt es den Pickup hinter einem Hügel versteckt zu parken, da wenn die Leute die Khawajas mit dem Auto sahen gerne wieder mitgenommen werden wollten.

Wir schlenderten unter neugierigen Blicken über den Markt. Da ich ja immer noch neu und erst knapp eine Woche in den Nubabergen war, kannte mich kaum noch jemand. Wie ich aber feststellen musste war es schon überall bekannt, dass bei GED ein neuer Khawaja eingetroffen war. Hierbei verstand ich jetzt den Sinn der Buschtrommel.
Heute gab es leider keine große Beute mit frischem Gemüse, ein paar Tomaten und rote Zwiebeln. Also gab es zu dem Ziegenfleisch und wie so oft Dosengemüse.

Frisches Ziegenfleisch
Frisches Ziegenfleisch
Nach dem spärlichen Einkauf gesellten wir uns zu den Einheimischen unter den Bäumen und den “Marissa-Frauen“. H-M traf wieder einige Bekannte und spendierte eine Schale Marissa. Da ich diesen Geschmack ja schon kannte, verzichtete ich immer wieder auf diese Einladung. Nach dieser sagte er mir das es dieses Bier auch mit Sesam hergestellt wird und Simsim heißen würde. Wir gingen zu dem nächsten Baum und bestellten bei einer Frau dieses Simsim. H-M wusste schon zu genau welche Frauen welches Biersorte herstellten. Als ich die Schale mit der ähnlich aussehenden Brühe bekam, stellte ich mich innerlich auf einen vergleichbaren säuerlichen Geschmack ein. Ich war jedoch überrascht das es süß schmeckte. Ich beobachtete wie die Frau Zucker hinzu mischte..

Am Nachmittag ging ich mit Fred alleine durch das Krankenhaus. Ich fragte ihn ob er irgendwelche Wünsche hat was denn umgebaut oder erneuert werden sollte. Er zögerte, scheinbar war er mit der momentanen bzw. der Situation mit H-M nicht sehr zufrieden, hielt sich jedoch zurück und wollte sich nicht dazu äußern. Wir kamen auf den hohen Absatz mit den notdürftig aufgesetzten Steinen zu. Ich sagte dem Doc das ich dort erst mal eine vernünftige Treppe bauen werde. Er schaute mich unglaubwürdig an und lies ein Hauch von Freude durchblicken.


Fortsetzung folgt mit....

Hoffnung

Schuhe kaufen?
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Frisches Ziegenfleisch
Frisches Ziegenfleisch 
Marktstände
Marktstände 
...wenig Auswahl
...wenig Auswahl 
 
 
Geselligkeit mit Marissa oder Simsim
Geselligkeit mit Marissa... 

Kommentare zum Beitrag

Ingrid Wittich
20.079
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 25.01.2010 um 15:15 Uhr
Es ist jedesmal aufs Neue interessant, von einem Land zu lesen, das so weit weg und so völlig anders ist.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Marco Schindler

von:  Marco Schindler

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Interessensgebiet: Laubach
Marco Schindler
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