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Als Entwicklungshelfer im Sudan Teil 7

Arbeiten am Solarpanel
Arbeiten am Solarpanel
Laubach | Der deutsche Nuba

Wie immer stieg ich am nächsten Morgen bei Anbruch der Morgendämmerung aus meinem Bett. Duschen mit Kanister, die erschwerten Bedingungen allgemein, das ganze Leben in den Nubabergen in dieser neuen Umgebung. All dies wird ohne das man es richtig wahr nimmt zur Normalität. Es macht langsam Spaß und macht Freude hier zu sein.

Als ich an diesem morgen aufstand hätte ich mir nicht erträumen lassen was geschehen sollte.

Als erstes waren wir damit beschäftigt die Autobatterien der Solaranlagen im Camp und Krankenhaus mit dem Stromaggregat zu laden. Es hat schon mehrere Tage keinen richtigen Sonnenschein gegeben und die Batterien waren restlos geleert. Die kurze Zeit wo die Sonne mal hinter den Wolken raus kam reichte einfach nicht aus die Batterien vollständig zu laden. Im Anschluss fuhr ein Pfleger vom Krankenhaus mit mir zu UNICEF um nochmals Impfstoffe zu holen. Da es in Zukunft ja auch eine meiner Aufgaben sein wird, fuhr ich ohne H-M. Ich hatte langsam das Gefühl das er gar keine Lust mehr hatte oder ich ihn langsam nerve da er entweder nur in Restaurants Kaffee/Tee oder Marissa trinken fährt. Da ich langsam meine Zeit sinnvoll mit irgendwelchen Tätigkeiten füllen mochte, suchte ich mir nach und nach kleine sinnvollere Arbeiten.

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Gegen Mittag räumte ich mit Isaac die Lagerhütte vor dem Camp auf. Hier waren alle möglichen Sachen gelagert und ich wollte mir mal einen Überblick verschaffen was denn noch so alles zu verwertendes vorhanden ist.

Plötzlich sprach mich jemanden mit Akzent auf Deutsch an. Ich drehte mich verwundert um denn H-M war es nicht und wir zwei sind die einzigen Deutschen weit und breit. Da hinter mir ausschließlich Nubas standen und mir bei der Arbeit zusahen, fragte ich verwundert wer denn meine Sprache sprechen würde.

Ein für Nuba sehr gut gekleideter Mann trat ein Schritt vor und meldete sich mit seinem Namen und begrüßte mich. Ich hatte ihn zum Abendessen eingeladen wo ich dann erfahren sollte das er 17 Jahre in Deutschland lebte und dabei in Marburg Jura, Politik und Soziologie studierte. Im Anschluss arbeitete er in einem Frankfurter Anwaltsbüro. Als ich im erzählte das ich aus der Nähe von Marburg, also aus Ruppertsburg kam erwiderte er freudig das er diesen Ort kennen würde. Ich wollte es ihm nicht glauben, aber er nannte mir sämtliche Ortschaften wie er dort hin kam. Wir redeten über Deutschland, der Situation im Sudan und freuten uns wie klein doch manchmal die Welt sein kann. Nach einem langen Abend bedankte er sich bei mir das ich mich für die Nubas einsetzen würde und verabschiedete sich von mir, da er nach Karthoum gehen und nach Arbeit schauen wollte. 8000 km von zuhause weg und ein Nuba kannte Ruppertsburg! Unglaublich!!!

weiter gehts mit....

Markttag

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Der deutsche Nuba...
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Gemeinsam sind wir stark!
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Kommentare zum Beitrag

Marco Schindler
192
Marco Schindler aus Laubach schrieb am 17.01.2010 um 04:54 Uhr
Leider les ich nie einen Kommentar zu meiner Geschichte... und das sind nun mal Tatsachen :-(
Marco Schindler
192
Marco Schindler aus Laubach schrieb am 17.01.2010 um 04:54 Uhr
Die Geschichte meine ich... es ist nichts was frei erfunden ist :-(
Rita Jeschke
2.806
Rita Jeschke aus Gießen schrieb am 11.02.2010 um 20:38 Uhr
Ja, ich wundere mich auch, dass niemand mal etwas dazu schreibt! Bei mir lag es daran, dass ich erst heute (ich weiß, ziemlich spät...) nacheinander alle Bericht lese und einfach sprachlos bin! :-) Es ist ein Wahnsinn, was Du alles auf Dich genommen hast - ich finde es sehr bewundernswert! Da muss man aber auch wirklich kerngesund sein, um dort zu "überleben", es ist mit unserer Zivilisation nicht zu vergleichen. Hut ab! :-))
Marco Schindler
192
Marco Schindler aus Laubach schrieb am 13.02.2010 um 07:14 Uhr
Danke für das feedback... :-)
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von:  Marco Schindler

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Interessensgebiet: Laubach
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