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Kunst trotz(t) Demenz

Laubach | Das Oberhessische Diakoniezentrum zeigt im Laubacher Rathaus rund 100 Kunstwerke von 30 Künstlern, deren eigene Demenzerkrankung oder die von Angehörigen, Ausgangspunkt für ihr Schaffen war.

Die in der Ausstellung gezeigten Kunstwerke wurden zum Teil von pflegenden Angehörigen geschaffen, die Erfahrungen künstlerisch dargestellt haben - wie die Arbeiten von Ingrid Bahß, die ihre durch die Demenz stumm gewordene Mutter in eindringlichen schwarz-weiß Fotografien festgehalten hat. Aber auch von Kunst begabten Menschen, die selbst an Demenz leiden. Hier ist die Erkrankung häufig auch der Ausgangspunkt für das künstlerische Arbeiten gewesen.
Ebenso haben sich viele Kunstschaffende mit diesem wichtigen Thema auseinandergesetzt: Liesel Metten, Tierbildhauerin aus Nieder-Olm, erinnert an ihre verwirrte Tante, die mit ihrem schrägen Ordnungssinn alle wichtigen Dinge stets aufs Neue nach dort und wieder zurück sortierte. Ihr Mann, der Bildhauer Johannes Metten, beteiligt sich mit eindrucksvollen Wachsarbeiten.
Mehrere bekannte Fotografinnen und Fotografen sind mit ausgewählten Fotoarbeiten erfolgreicher Fotodokumentationen
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zum Thema Demenz in der Ausstellung vertreten – Ralf Braum, Andrea Esswein, Michael Hagedorn, Elisabeth Heinemann und Michael Uhlmann. Darüber hinaus werden Kunstwerke von international anerkannten Künstlerpersönlichkeiten gezeigt: zwei Werke von Jörg Immendorff, mehrere Holzdrucke von Felix Droese, eine Fotoarbeit von Candida Höfer und eine Druckgrafik des als Nagelkünstler bekannten Günther Uecker.

Im Vorwort zum Ausstellungskatalog heißt es: Kunst kann helfen, Verständnis, Akzeptanz und soziales Engagement zu stärken, Ängste und Vorurteile abzubauen. Sie weckt Sympathie und Zuwendung, aber lässt auch die nötige Distanz zu, die pflegende, nahestehende Personen brauchen, um „sich nicht selbst aufzugeben“ und Kraft für ihr „dennoch“ und „trotz alledem“ zu tanken, etwa wo der kranke Mensch als Objekt künstlerischer Darstellung durch den Fotografen in den Blick kommt.

Gleichzeitig machen die Werke auf ein gesellschaftlich relevantes Thema aufmerksam, das für viele Menschen mit Ängsten und Sorgen verbunden ist, und lädt dabei ein, sich von ihrer Art der Wahrnehmung, des Erlebens und des Handelns anregen und verändern zu lassen.

Die „Kunst- und Aktionstage Demenz“ des Oberhessischen Diakoniezentrum in Laubach, beginnen am Sonntag den 8. November um 10.30 Uhr mit einem Gottesdienst mit Pfarrerin Christine Gengenbach im Rathaus der Stadt Laubach. Anschließend werden um 11.45 Uhr die „Kunst- und Aktionstage Demenz“ offiziell von Kathrin Wind, Vorstand Oberhessisches Diakoniezentrum und Peter Klug, Bürgermeister der Stadt Laubach, eröffnet.
Dagmar Jung vom Diakonischen Werk Hessen Nassau wird um 12.20 Uhr in ihrem Vortrag über die „Kreativen Potenziale von Menschen mit Demenz“ sprechen, anschließend wird die Kunstausstellung offiziell eröffnet. Ein Film gibt Eindrücke zur Entstehung der Ausstellung.

Nach dem Mittagessen werden im Film „Wünsche“ Stimmen aus der Region zum Thema Demenz zu Wort kommen.
Führungen durch die Ausstellung, Informationsstände und Büchertische ergänzen das Programm.

Das vollständige Programm der „Kunst- und Aktionstage Demenz“ kann beim Oberhessischen Diakoniezentrum angefordert werden: Tel.: 06405 827150 oder im Internet: www.oberhess-diakonie.de unter der Rubrik Aktuelles

Die Ausstellung kann bis zum 24. November im Rathaus besichtigt werden

Die Ausstellung Kunst trotzt Demenz ist ein Projekt der Stiftung Diakonie in Hessen und Nassau und ihres Stiftungsfonds DiaDem.

Das Projekt „Kunst- und Aktionstage Demenz“ des Oberhessischen Diakoniezentrums, Laubach wurde aus Mitteln der Robert Bosch Stiftung gefördert. Durchgeführt wird das Förderprogramm von der „Aktion Demenz" e.V.

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