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Lebendige Handwerkskunst beim Laubacher Köhlerfest

Fachmännischer Anschnitt des Meilers
Fachmännischer Anschnitt des Meilers
Laubach | „Gut Brand“ hieß der Trinkspruch bei der Eröffnung des ersten Köhlerfestes im Laubacher Entdeckungswald „Grünes Meer“. Zum spektakulären „Anschneiden“ des Meilers hatten sich am 3. Oktober außer dem Gastgeber, Karl Georg Graf zu Solms-Laubach noch Bürgermeister Peter Klug und die Schottener Bürgermeisterin Susanne Schaab-Madeisky eingefunden. Um das traditionsreiche Köhlerhandwerk lebendig zu erhalten, wurde im „Grünen Meer“ eine Köhlerei errichtet. In seiner Eröffnungsrede ging Graf zu Solms-Laubach sowohl auf die landschaftsprägende, als auch auf die wirtschaftliche Bedeutung der Köhlereien in der Region ein. Dieses Andenken gelte es zu bewahren und er bedankte sich bei den Unterstützern und Mitwirkenden dieses Vorhabens.

Auch Bürgermeister Klug begrüßte die neue Attraktion im Erlebniswald. Er halte es für überaus wichtig, dass gerade Kindern die Möglichkeit solcher Erfahrungsräume geboten werde. Nur so können sie lernen – und am Beispiel der Holzkohle mit eigenen Augen sehen – dass nicht alles fix und fertig aus dem Baumarkt komme. Dem schloss sich Frau Schaab-Madeisky an. Sie betonte darüber hinaus die Bedeutung von Netzwerken als Grundlage für die touristische Vermarktung der ganzen Region. In diesem Sinne habe sie immer sehr konstruktiv mit dem gräflichen Hause zusammen gearbeitet.

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Im Anschluss daran begrüßte der Vorsitzende des ersten Deutschen Köhlerei-Museums, Peter Feldmer, die Gäste und erläuterte die Verwendung von Holzkohle in der heutigen Zeit. Neben der allgemein bekannten Verwendung als Grillkohle findet sie sich in ganz unterschiedlichen Produkten des alltäglichen Lebens wieder. So zum Beispiel in der Filtertechnik, in der Medizin oder in der Chemischen Industrie. Nachdem alle mit besagtem Trinkspruch und „Flüssiger Holzkohle“ – einem Harzer Kräuterlikör – angestoßen hatten, ging es zur Sache. Unter der Leitung des Köhlermeisters Hermann Hohmann wurde der Kohlenmeiler für die „Ernte“ angestochen. Sehr eindrucksvoll demonstrierte er das harte Köhlerhandwerk. In dichte Rauchschwaden eingehüllt kam nach und nach die „Laubacher Buchenholzkohle“ zum Vorschein. Die zur Köhlerei dazugehörige Köhlerhütte vermittelt außerdem einen Eindruck von den Lebensbedingungen der Männer, die vom Frühjahr bis zum Winter direkt bei den Meilern lebten. Zur Dauereinrichtung gehört auch ein Meiler, der im Querschnitt zeigt wie die Hölzer aufgeschichtet werden.
Der Parforcehorn-Corps Hoher Vogelsberg unter der Leitung von Peter Diehl sorgte für den passenden musikalischen Rahmen der Eröffnungszeremonie.

Harte Arbeit eines Köhlermeisters
Harte Arbeit eines Köhlermeisters
Das Köhlerfest bot darüber hinaus an beiden Tagen ein sehr abwechslungsreiches und interessantes Programm. In unmittelbarer Nähe des Meilers demonstrierte ein Hufschmied seine schweißtreibende Arbeit. Ein Bogenbauer erklärte den Zuschauern sehr anschaulich alles Wissenswerte über die Herstellung und Benutzung von Pfeilen, Köchern und Bögen. Wer wollte konnte sich auch gleich selbst im Bogenschießen ausprobieren. Auch die Jugendbauhütte der Deutschen Stiftung Denkmalschutz stellte ihre Arbeit vor. So konnte der interessierte Zuschauer zum Beispiel bei der Herstellung von Holzschindeln zusehen. An der Kirchenruine schauten zahlreiche Besucher den Restauratoren des Landesamts für Denkmalpflege bei der Freilegung von Pflaster über die Schulter.

Im „Robin-Hood-Dorf“ wurde gebastelt und geschmückt. Es entstanden Schwerter und Bögen und viele Mädchen streiften als „Wald-Fee“ mit passendem Kopfschmuck durchs Gelände. Große wie Kleine probierten ihre Geschicklichkeit beim Armbrustschießen aus oder beteiligten sich an der „Schatz-Suche“ im Ausgrabungsfeld.

Das Köhler-Fest bot ein attraktives Mitmach-Programm für alle Altersklassen und das schöne Wetter, zumindest am Samstag, lockte zahlreiche Besucher ins „Grüne Meer“.

Fachmännischer Anschnitt des Meilers
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Harte Arbeit eines Köhlermeisters
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Köhlerhütte
Köhlerhütte 
Parforcehorn-Corps Hoher Vogelsberg
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Bogenbauer
Bogenbauer 
Hufschmied
Hufschmied 
Im Robin-Hood-Dorf wurde geschnitzt, gebastelt und geschmückt
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