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Mittelalterliches Spektakulum als Gegenpol zur digitalen Unübersichtlichkeit

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Laubach | Die Sehnsucht nach der „manuellen Zeit“, nach klaren Werten und Moralvorstellungen sowie die Rückbesinnung auf die Natur machen die Faszination und den Erfolg der Mittelaltermärkte aus. Davon jedenfalls ist Marcus Keym, der Veranstalter des dritten Mittelalterlichen Spektakulums im Laubacher Schlosspark fest überzeugt. 36 Händler und noch einmal ebenso viele mittelalterlichen „Heerlager“ demonstrierten von Freitag bis Sonntag das Leben vergangener Jahrhunderte. Die prächtige Schlosskulisse mit angrenzendem Park bietet hierfür die ideale Kulisse.
Unter den Händlern sorgte die Metkutsche ebenso für Gaumenfreuden wie Fladenbrote aus dem Holzofen. Wer sich beim Tanzen zu Dudelsack- und Trommelklängen verausgabte, der konnte sich anschließend im großen Badezuber aus Holz ganz der Entspannung hingeben. Mit Hilfe von Runensteinen gelang der Blick in die Zukunft und mit Axtwürfen oder Armbrustschießen galt es vor Publikum seine Geschicklichkeit zu beweisen. Mittelalter-Fans konnten sich außerdem mit Silberschmuck, Schuhwerk und bunten Gewändern standesgemäß einkleiden. Beim Flanieren durch die Zeltstadt wurde das Publikum mal als Gast an die Rittertafel gebeten oder durfte gar einen Blick ins Zelt werfen. Die Demonstration alter Handwerkskünste wie das Schmieden, die Flechtkunst mit „Brettchen“, oder die Herstellung von Glasperlen zogen immer wieder die Zuschauer an. Rauchschwaden zogen über den Platz, da überall an offenen Feuerstellen gekocht wurde.
Ein großer Kreis von Schaulustigen bildete sich auch um die Schaukämpfe der Ritter. Bevor diese im Zweikampf oder im Heer aufeinander losgingen, durften die Kinder einmal ihre Stärke ausprobieren. Unter großem Beifall und Gelächter der Umstehenden wurde die Ritterschar von den Kinder im Kampf einfach „über den Haufen“ gerannt. Nach großem Schlachtgetöse und Schwerterkampf zogen die gebeutelten Ritter von dannen und die Musikanten spielten wieder auf.
„Wir sind hier eine große Familie, in der jeder jedem hilft“, so Keym weiter. Die Betreiber der sogenannten Heerlager fühlten sich der jeweiligen Zeit verpflichtet und bieten in einer Art „historischem Camping“ Einblicke in die damaligen Lebensformen. So auch die Familie Monzel aus Nidda. Mit prächtigen Zelten, Rüstungen, allerlei mittelalterlichem Equipment und einer Schar von „Gefolgsleuten“ im Gepäck sind sie mehrmals im Jahr auf verschiedenen Märkten um diese Art des Miteinanders zu zelebrieren. Auch sie sind überzeugt von den einfachen Regeln im Lager. Zu diesen Regeln gehört auch, dass alles „Moderne“ hinter den Kulissen verborgen bleibt. Ein Vorhaben, dass nicht immer so ganz funktioniert.
So wurde denn schon mal das eine oder andere Burgfräulein gesichtet, wenn es seinen tapferen Ritter beim Zweikampf mit der Digitalkamera festhielt. Auch der Edelmann mit Brille oder ein Zigaretten rauchender Junker sorgten ab und an für leichte Irritationen. Aber so genau nehmen es dann weder Akteure noch das Publikum. Hier geht es um den Spaß an der Sache und nicht unbedingt um Authentizität. Bei der Darstellung eines Zeitraumes von grob gerechnet eintausend Jahren scheint eine gewisse Großzügigkeit unumgänglich zu sein.

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