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Drei Tage und zwölf Takte – das Laubacher Bluesfestival erfreut seine Fans

Khalif Wailin' Walter.
Khalif Wailin' Walter.
Laubach | Der geübte Festivalbesucher weiß, dass ein vielfältiges Angebot auf mehreren Bühnen immer die Gefahr in sich birgt, irgendetwas zu verpassen. So auch beim diesjährigen Blues-Festival in Laubach. Im Mundartzelt animierten die "Basaltköpp" ihr Publikum zum Mitschunkeln, auf der Gelben Pagode rockten die Urgesteine von "Nothin' But", während zur gleichen Zeit im Zirkuszelt Harriet Lewis ihrem Publikum einheizte. Letztendlich fand jeder das passende für sich und die Wege zwischen den Bühnen sind kurz. Wer wollte konnte also überall mal reinhören und blieb da hängen, wo es ihm am besten gefiel. Und da gab es viel Auswahl: Insgesamt 27 Bands spielten auf den vier Bühnen im Park.
Nach der offiziellen Eröffnung am Freitag durch Bürgermeister Peter Klug ging es im Anschluss an den Fassbieranstich mit der Al Jones Band musikalisch zur Sache. Geboten wurde grundehrlicher Blues, schnörkellos und kraftvoll. Gemeinsam mit "Louisiana Red" gestaltete die Band den musikalischen Auftakt im Zirkuszelt.
Zeitgleich spielten im Apfelwein-Zelt Big Daddy Wilson und Doc Fozz. Das Musiker-Duo ist seit vier Jahren gemeinsam unterwegs
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und beide könnten verschiedener nicht sein. Der in North Carolina aufgewachsene Wilson Blount (Big Daddy Wilson), dessen gefühlvolle Bass-Stimme die Zuhörer ins Mark trifft, und der spröde Norddeutsche Wolfgang Feld (Doc Fozz) an der Gitarre ergänzen sich auf der Bühne auf wunderbare Art und Weise. Mit ihrem breit gefächerten Repertoire, ihrer Intensität und ihrer enormen musikalischen Dichte berührten und begeisterten sie ihr Publikum.
Als äußerst tanzbar erwies sich das Programm von Harriet Lewis und der Gregor Hilden Band - groovige Sounds aus der Welt des Blues, Jazz- und Soul. Neben den ausgefeilten Gitarren-Soli von Hilden überzeugte besonders auch der Mann am Keyboard, Thomas Hufschmidt. Mit Harriet Lewis präsentierte sich eine Sängerin, die vor Kraft und Lebensfreude nur so strotzte und gemeinsam brachte die Band das Publikum zum Toben. Als im letzten Konzertteil die ersten Töne des Temptation-Klassikers „Papa was a Rolling Stone“ anklangen hielt es niemanden mehr auf seiner Bank. Es herrschte ausgelassene Party-Stimmung und eine, durch den herzlichen Applaus des Publikums, zu Tränen gerührte Harriet Lewis verließ nach drei Stunden Powerprogramm die Bühne.
Ein alter Bekannter beim Blues-Festival ist Jörg Hegemann.
Hariett Lewis.
Hariett Lewis.
Mit seinem rasend schnellen Boogie Woogie Piano betreibt er geradezu Hochleistungssport und manch einem im Publikum wird es bei der Geschwindigkeit seines Spiels wohl schwindelig geworden sein. In diesem Jahr bat Hegemann überraschend einen jungen Kollegen auf die Bühne, der absolut das Zeug hat, einst in seine Fußstapfen zu treten. Der 19jährige Patrick Ziegler aus Hockenheim spielt seit seinem sechsten Lebensjahr Klavier und hat sich, wie sein Vorbild Hegemann, ebenfalls ganz dem Boogie Woogie verschrieben. Beide kennen sich schon länger und für´s Publikum war diese spontane Einlage ein absolutes Highlight. Der Zeltboden bebte derart im Rhythmus ihres rasenden Spiels, dass die Fotografen alle Mühe hatten überhaupt ein scharfes Bild zu schießen.
Die „Bluesgosch“ Dieter Reinberger eroberte ein paar Stunden später die Bühne. Mit gefährlich spitzen Schuhen und einem losen Mundwerk erzählte der Musiker Alltagsgeschichten in breitestem Pfälzer Dialekt. Dabei verließ er immer wieder die Bühne und ging auf Tuchfühlung mit seinem Publikum, dass sich köstlich amüsierte.
Derart abwechslungsreich ging es an allen drei Tagen zu. Ob in Mundart vorgetragen, ob Rock, Bluegrass oder Soul, ob Blues-Harp oder fetter Gitarrensound – es wurde vieles ausgelotet und dem Publikum vorgestellt.
Urgestein: Big Daddy Wilson.
Urgestein: Big Daddy Wilson.
Wer zwischendrin mal Ruhe brauchte, hatte im Laubacher Schlosspark auch dazu ausreichend Gelegenheit. Ein lauschiges Plätzchen fand sich immer, auf der Wiese im Schatten der Bäume oder an den zahlreichen Sitzgelegenheiten bei den Ständen des Bauernmarktes.
Die Kinder hatten derweil ihre Freude mit den Angeboten vom Spielmobil Fidibus, beim Armbrust-Schießen mit Baldassare oder sie bewiesen ihre Kletterkünste an einem Turm aus Getränkekisten. Auch die Streichel-Ziegen bekamen immer wieder Besuch und so konnte sich jeder nach eigenem Belieben vergnügen.
Das ist wohl auch eines der Erfolgsgeheimnisse des Festivals: Blues in all seinen Facetten, Schmus als einschmeichelnder Wohlfühlfaktor und für´s leibliche Wohl alles rund um den Apfel. Eines allerdings vermissten langjährige Besucher in diesem Jahr: Den Stand der Landfrauen. Dort bildeten sich in der Vergangenheit stets lange Schlangen um an die leckeren Kartoffel-Puffer zu gelangen. Aber wie viele andere Vereine auch werden die Landfrauen mittlerweile von Nachwuchssorgen geplagt und konnten den jährlichen Ansturm nicht mehr bewältigen.
Ansonsten fehlte es an nichts und selbst das Wetter gab sein Bestes. In äußerst entspannter Atmosphäre flanierten die Besucher durch den Park. Viele kommen seit Jahren und sind treue Fans des Festivals. Es geht familiär zu - man trifft Freunde und Familie, verweilt hier und da zu einem Schwätzchen, probiert die eine oder andere Leckerei bevor man sich wieder dem allerwichtigsten zuwendet: Der Musik!

Khalif Wailin' Walter.
Hariett Lewis.
Urgestein: Big Daddy Wilson.
Die "Bluesgosch" Dieter Reinberger.
Dieter Helduser von "Nothin' But".
Doc Fozz.
Patrick Ziegler und Jörg Hegemann am Piano.
Gregor Hilden.
Die "Basaltköpp" animieren zum Mitschunkeln.
Al Jones.

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