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Vergnügliche Kunstkarawane pilgert nach Hungen

Laubach | Mitglieder einer Karawane sind Individualisten, die sich zum gegenseitigen Schutz während einer Reise zusammen schließen. Man denke an die großen Handelskarawanen in Vorder- und Mittelasien oder auch an Pilgerkarawanen, in denen die Gläubigen auf dem Weg zu ihren heiligen Stätten Schutz suchten.
Eine Karawane der besonderen Art machte sich am Samstag auf den Weg: Die Kunstkarawane der Künstlergruppe Fiasgo aus Gonterskirchen. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe des Mittelhessischen Kultursommers trafen sich Reisende, um „Kurs auf Kap Finisterre“ zu nehmen. So lautete jedenfalls das Motto der Wanderung, die unter der Kultursommer-Überschrift „Unterwegs sein“ stattfand.
Als Strecke hatte sich Fiasgo einen Teil des Europäischen Fernwanderweg E3 ausgesucht. Kurz hinter dem Ortsausgang von Gonterskirchen, in südlicher Richtung kreuzt der Waldweg die Landstraße und weckt durch seine unmittelbare Nähe das Fernweh in dem kleinen Dorf im Vogelsberg. Momentan führt die Route durch Ungarn, Slowakei, Polen, Tschechien, Deutschland, Luxemburg, Belgien, Frankreich und Spanien. Stellenweise identisch mit dem Jakobsweg endet er in Santiago de Compostela. Später einmal, nach seiner Fertigstellung, kann die Strecke vom Schwarzen Meer bis zur Iberischen Halbinsel erwandert werden.
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In jedem Fall „ein Wanderweg, der die Völker miteinander verbindet“, so Steffen Schmidt, der Anführer der Karawane. Ziel der Kunstkarawane war aber dann doch nicht die galizische Küste, sondern das acht Kilometer entfernte Städtchen Hungen. Mit rund 60 Wanderern machte sich die bunte Reisegesellschaft auf den Weg, um ganz unmittelbar „die Nähe, Weite und Beschränkungen des Kontinents wahrzunehmen“. Dabei ging es auf den „8000 Bühnenmetern“ recht kurzweilig zu, da an verschiedenen Stationen künstlerische Aktionen durchgeführt wurden. Bereits an der ersten Weggabelung wurde Summertime intoniert und solchermaßen „be-swingt“ ging es weiter zur Grenzüberschreitung, an der die Reisenden einen Passagierschein für das Ende der Welt, sowie eine süße Wegzehrung erhielten. Ein paar hundert Meter später lauschten die Pilger den Klängen französischer Straßenmusik bevor ihnen am nächsten Stopp das Figurentheater „Mirnixdirnix“ das Ende der Welt in Bild und Ton deutlich – und sehr komisch – vor Augen führte. Im Anschluss daran folgten die Stationen Schiffsmeldungen, versteinerte Flaggen, ein Gedenkhalt und mit dem „Regen Betrieb“ ein Maskenspiel am Zielort.
Nach einer kleinen Erholungspause für müde Wanderfüße begann um 20 Uhr im Kulturzentrum in Hungen das Abendprogramm. Autor Seep Jakobs brachte sein Stück „Atlantik - Ardennen - Böhmerwald“ zur Uraufführung. Unter dem Titel „Zeit zu gehen“ spielten die Musiker Andreas Merzhäuser zusammen mit Marco Gisse und Band Lieder über Erde, Himmel und Meer. Das Düsseldorf-Kölner Maskenduo „Mirnixdirnix“, bestehend aus Monika Waller und Ludwig Kasteel, mischte sich mit skurrilem szenischen Spiel ein und der Theatermann Steffen Schmidt aus Frankfurt präsentierte seinen Film „Schritte“.
Wer übrigens glaubt, dass sich in der Schreibweise von Fiasgo der Fehlerteufel eingeschlichen hat, der irrt. Während Fiasko laut Duden den Misserfolg oder Zusammenbruch bezeichnet, verbirgt sich hinter Fiasgo das Kürzel für „Freunde internationaler Augustspiele Gonterskirchen“. Ob die akustische Namensgleichheit zufällig gewählt wurde, darf angezweifelt werden. Die Mitglieder von Fiasgo sind Kunstschaffende, die sich Mitte der 90er Jahre im „Symposion Weißenseifen“ gefunden haben. Gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Kultur Gonterskirchen bereichert Fiasgo seit vielen Jahren mit der Präsentation unterschiedlichster Kunstformen die Region.

 
 
 
 
 

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