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Das Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944

von Harry Koepkeam 20.07.20092237 mal gelesen3 Kommentare
Als junger Soldat 1944
Als junger Soldat 1944
Laubach | Erinnerung an den 20. Juli 1944

Heute vor genau 65 Jahren am 20. Juli 1944 stand ich als 17 jähriger Soldat der deutschen Wehrmacht vor unserer Unterkunft in einem Waldstück am Stadtrand von Blois (Frankreich). Diese Unterkunft war ein Zeltlager in dem wir zur Grundausbildung untergebracht waren weil in den Kasernen, die als Lazarette eingerichtet waren, kein Platz war. Wir gehörten zu dem vorletzten Aufgebot, dass den Vormarsch der Alliierten Truppen in Frankreich aufhalten sollte.

Es war am Nachmittag eines sehr heißen Tages als der Kompaniechef mit schnellen Schritte auf den Eingang zum Zeltlager zukam. Ich nahm Haltung an und meldete, so wie ich es in der Grundausbildung gelernt hatte:“ Keine besonderen Vorkommnisse Herr Oberleutnant“. Mir fiel auf das er fast keine Kenntnis nahm von meiner Meldung und nach dem Oberfeldwebel, „dem Spieß“ rief.
Kurze Zeit Später ertönte das Kommando: „Kompanie auf dem Appellplatz antreten“.

Nachdem die Kompanie angetreten war, machte der „Spieß“ Meldung an den Kompaniechef und dieser teilte den Soldaten mit: „Auf unseren Führer und obersten Feldherrn Adolf Hitler
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ist heute ein Attentat verübt worden, der Führer ist unverletzt und die Attentäter sind verhaftet worden. Außerdem verlas er einen Befehl der obersten Wehrmachtsführung, aus dem hervorging, dass der militärische Gruß ab sofort nicht mehr mit zur Mütze oder Helm angewinkeltem Arm, sondern mit gestrecktem Arm, dem Hitlergruß auszuführen sei.

Nachdem weggetreten und die einzelnen Züge wieder zur Ausbildung ins Gelände marschiert waren, wurde auch unter uns Rekruten über das Attentat gesprochen. Wir alle verurteilten diesen aus unserer Sicht feigen Anschlag, zumindest öffentlich.

Abends beim Appell erfuhren wir, dass ein Rekrut aus dem 2. Zug, ein Angehöriger eines hohen Offiziers, der im Führerhauptquartier dabei war, sofort in die Heimat abkommandiert und noch am Abend nach Berlin abgefahren sei. Wir haben nichts mehr von ihm gehört so lange wie wir noch in Blois waren.

Harry Koepke

Kommentare zum Beitrag

10
Fabrizio Burk aus Grünberg schrieb am 21.07.2009 um 01:14 Uhr
Mhh schrecklische Ziet damals bestimmt vorallem als 17 Jähriger hr. Koeppke !!! Wäre dieses Attentat gelungen wären viele Menschen verschont geblieben und wir hätten dadurch vllt. ein etwas besseres Ansehen in der Welt !!!

Fabrizio
Thomas Kriebs
689
Thomas Kriebs aus Gießen schrieb am 21.07.2009 um 10:24 Uhr
Ja, wirklich eine sehr schlimme Zeit!

Und eine Schande ist es, dass Soldaten der Wehrmacht, die wegen Kriegsverrats von den Nazis zum Tode verurteilt wurden, erst jetzt 64 Jahre nach Kriegsende rehabilitiert werden sollen.
Nachdem die Union ihren bis vor wenigen Wochen geübten Widerstand aufgegeben hat, ist der Weg für ein von allen Bundestagsparteien mitgetragenes Gesetz nun frei. Es soll am 26. August verabschiedet werden.
Nach der pauschalen Aufhebung der NS-Urteile gegen Deserteure durch den Bundestag im Jahr 2002 werden nun - noch einmal sieben Jahre später - auch die sogenannten Kriegsverräter nicht mehr als vorbestraft gelten.
Wenn man bedenkt, dass viele der furchtbaren Juristen, die die damaligen Urteile zu verantworten hatten, nach Kriegsende einfach im deutschen Justizwesen weiterarbeiten konnten, stimmt mich als Nachgeborenen diese zögerliche Vergangenheitsbewältigung traurig.
Die Justiz-Opfer von damals muss sie wütend machen und zutiefst verletzen.
Eine Schande!
Simone Linne
5.041
Simone Linne aus Gießen schrieb am 22.07.2009 um 11:31 Uhr
Lieber Herr Koepke,

es berührt mich immer wieder ganz besonders, wenn ein Zeitzeuge berichtet! Vielen Dank für diesen Bericht!
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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