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Planung neues Gerätehaus: Über 1 Million Mehrkosten

Laubach | „Wie sollen wir die 1,06 Mio Euro Kostensteigerung für das neue Feuerwehrgerätehaus in der Kernstadt Laubach verkraften?“

Das fragte sich ein Teil der Stadtverordneten in der letzten Sitzung des Haupt-, Bau- und Finanzausschusses. Der andere Teil, bestehend aus Freien Wählern ( Dr. Häbel, Kühn, Rühl) und CDU (Maikranz, Ruppel) empfahl hingegen, in den sauren Apfel zu beißen, denn das neue Gerätehaus werde ja „kein Prunkbau“ (Ruppel). So einfach machten es sich SPD (Mohr, Roeschen), Grüne (Köhler), BfL (Frank) und FBLL (Hofmann) in der Diskussion nicht.

Dirk Hofmann erinnerte daran, dass die Planer des Büros k-plan bereits im September 2017 einen fertigen Entwurf vorlegten, der dann aber so nicht von der Mehrheit (FW und CDU) akzeptiert wurde. Wegen dieser zu lange dauernden internen Diskussionen musste dann der Förderbescheid 2018 an das Land Hessen zurück gegeben werden und die Antragstellung neu gestartet werden. In der Zwischenzeit stiegen die Baupreise. Hofmann wörtlich: „Zwei Jahre wurde verplempert!“ Vertreter von FW und CDU legten hingegen Wert auf die Feststellung, dass man nichts dafür könne, dass die Baupreise so stark angestiegen seien.

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Ursprünglich sollte das neue Gerätehaus 3,5 Mio € kosten, 2018 einigte sich die Stadtverordnetenversammlung auf eine Obergrenze von 4,5 Mio €, jetzt wird von rund 5,6 Mio € gesprochen, wobei die aber auch noch überschritten werden könnten, wie Bauamtsleiter Bouda erwähnte.

„Die Preissteigerungen beim Gerätehaus stellen sogar die Ausgaben für die Dorfschmiede in den Schatten“, hörte man aus den Reihen der Oppositionspolitiker.
Am Ende stimmten Freie Wähler und CDU dafür, die Kostensteigerung zu akzeptieren, die übrigen Stadtverordneten enthielten sich.

Auf dem Foto vom Oktober 2019 ist der zukünftige Standort an der Schottener Straße zu erahnen, im Hintergrund das Gebäude des R+R-Teams.
Als 2016 dieser Stelle festgelegt wurde, plädierte die Opposition für einen Bauplatz in der Nähe des alten Hauses oder im Gewerbegebiet auf der anderen Seite von Laubach, konnte sich aber gegen die Mehrheit von FW und CDU nicht durchsetzen.

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Kommentare zum Beitrag

Martin Wagner
2.649
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 07.02.2020 um 09:03 Uhr
Ich kenne mich der HGO nicht so aus. Herr Roeschen kann der Bürger nicht mit einer Klage gegen die damaligen Abstimmer die Abwälzung der Mehrkosten in dieser horrende Höhe auf den Steuerzahler verhindern. Zumindest sollten diesen Parlamentariern - wenn auf deren Prtivatvermögen nicht zurück gegriffen werden kann - ihr Gehalt deutlich gekürzt werden.
Hartmut Roeschen
508
Hartmut Roeschen aus Laubach schrieb am 07.02.2020 um 11:22 Uhr
Die Stadtverordneten sind frei gewählt, sind frei in ihren Entscheidungen und "folgen nur ihrem Gewissen" ... Darum kann man sie nicht wegen bestimmter Entscheidungen verklagen.
Jede/r Stadtverordnete erhält pro Sitzung 10 Euro. Selbst wenn es juristisch möglich wäre, wäre da nicht viel zu holen.
Martin Wagner
2.649
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 07.02.2020 um 15:04 Uhr
Danke für die Auskunft Herr Roeschen. Ich schrieb aber in meinem Kommentar von Privatvermögen. Soweit mir bekannt sind sie zum Beispiel Lehrer. (Nur als Beispiel - sie haben das wahrscheinlich nicht verbockt!) Und die bekommen vom Staat richtig dicke Kohle. Wenn da an das Privatvermögen ran gegangen werden könnte, da käme schon etwas zusammen.
Karl-Ludwig Büttel
3.821
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 07.02.2020 um 19:29 Uhr
Herr Wagner sie Wissen schon das Sie da großen Quatsch verzapfen. Glauben Sie im ernst einer würde unentgeldlich ehrenamtlich für solche Exemplare wie Sie seine Freizeit um die Ohren hauen umd dann auch noch wenn ihnen die Entscheidung nicht passt mit seinem Privatvermögen zu haften...mit Verlaub Sie haben einen an der Waffel und das nicht zu knapp. Herr Röschen hat es ja schon richtig gestellt, man kann sie nicht verklagen, eher muss man sie gegen so eine Ansinnen schützen. Was Sie fordern ist eine andere Form von einschränkender Gewalt gegen ehrenamtliche Kommunalpolitiker. Schämen Sie sich.
Martin Wagner
2.649
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 07.02.2020 um 20:58 Uhr
Ob ich einen an der "Waffel habe und das nicht zu knapp" (oder nicht) mag der werte Leser entscheiden.

Zurück zum Sachverhalt: (.....) "1,06 Mio Euro Kostensteigerung"
(....) wegen der Unfähigkeit von einem Teil der Parlamentarier ist doch der nicht widersprochene Fakt.

Wo wird das Geld geholt? (Jede/r braucht eine gut ausgestattete Feuerwehr in seiner Nähe!)

Dafür brauche ich keine vier Auswahlsmöglichkeiten und kein Telefonjoker: Es sind wir "braven" Steuerzahler (anstatt die Verursacher der eben nicht nötigen Mehrkosten).

Wenn ich mich schäme, dann für dieses Land in dem ich lebe. Vielleicht noch ein bischen, dass ich in der Vergangenheit, wohl etwas naiv, gedacht habe, dass so ein Wahnsinn doch nicht Realität sein kann.

Aber ich denke ich habe gelernt. Die Parteien haben sich den Staat zur Beute gemacht. Die Parteileute (von wenigen Ausnahmen abgesehen) gieren nach Geld und / oder Ansehen.
Dazu muss die "dumme" Bevölkerung mittels der ihr hörigen Medien hinters Licht geführt werden. Bisher klappt das ganz gut. Aber - und die rabite sinkende Wahlbeteiligung ist dafür Beweis genug - irgendwann wird der "deutche Michel" aufwachen ......!
759
D. Theiß aus Lich schrieb am 07.02.2020 um 23:42 Uhr
Tatsache ist, dass schon seit Jahren immer wieder zu beobachten ist dass gerade bei Öffentlichen Gewerken die Ausschreibungen teilweise bis zu über 100% überschritten werden und mir kann niemand erzählen dass dies etwas mit der Kostensteigerung zu tun hat. Eine Ordentliche Ausschreibung beinhaltet auch eventuelle Materialkosten Steigerungen sowie Lohnsteigerungen.
Wenn man sich aber die Mehrkosten ansieht dann müsste ein Bauarbeiter mindestens 50€die Stunde erhalten. Ich stelle mir schon die Frage wer verdient bei den Mehrkosten. Wenn in den 70ger eine Baustelle berechnet wurde dann gab es maximal eine 10%tige Erhöhung und keine 100 -150%tige
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von:  Hartmut Roeschen

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