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Kriegstrauma - ein wenig bekanntes Phänomen

Laubach | Nach dem Schwerpunktthema NATO im April beschäftigte sich das jüngste Treffen der Friedenskooperative Grünberg-Laubach-Mücke mit dem Thema Kriegstraumata. Im Gespräch wurde zuerst herausgearbeitet, was eine traumatisierende Erfahrung ist und welche Symptome die betroffenen Personen zeigen. Generell gilt, ein Trauma kann hervorgerufen werden, wenn ein Mensch erlebt, beobachtet oder konfrontiert wird mit Ereignissen, die tatsächlichen oder drohenden Tod oder eine ernsthafte Verletzung der eigenen Person oder einer anderen beinhalten. Die Symptome, die dabei auftreten, reichen von körperlichen wie Herzklopfen, Schweißausbrüchen, Schwindel, Gefühllosigkeit, Muskelanspannung zu psychischen Symptomen wie Angst vor dem Verrücktwerden, "Ausflippen", Sterben. Der traumatisierte Mensch findet keine Ruhe, reagiert übertrieben auf jede kleine Überraschung, ist anhaltend reizbar, kann sich nicht konzentrieren, leidet an Schlafstörungen. In vielen Fällen kommen Schuldgefühle hinzu, die sich steigern können bis hin zu Selbstmordabsichten. Gleichzeitig kann die Person sich nicht mitteilen; sie bringt es nicht fertig, ihre schrecklichen
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Erlebnisse mit einem Anderen zu erörtern. In vielen Fällen sind Scham oder Schuldgefühle der Grund, warum nicht über das Problem gesprochen werden kann. Das ist besonders häufig bei Frauen der Fall, die Opfer sexueller Gewalt in Kriegsgebieten waren, wie etwa in Jugoslawien ab 1991 oder aktuell im Kongo.
Bei einem in Cavtat, Kroatien, Ende April abgehaltenen internationalen Kongress über die psychosozialen Folgen des Kriegs wurde festgestellt, dass viele der Kriegsveteranen, die von PTSD betroffen sind, unfähig bleiben, selbständig und ohne Hilfe im zivilen Alltag zu überleben (PTSD = post traumatic stress disorder). Bei dem Kongress wurde auch konstatiert (und allgemein bedauert), dass die Öffentlichkeit kaum Notiz nimmt von den Problemen ehemaliger Soldaten, die aus verschiedenen Gründen - oft waren es besonders traumatische Erlebnisse - als dienstuntauglich entlassen werden. Wenn mehr über die angewandten Trainingsmethoden zum Töten bekannt wäre, würde die Öffentlichkeit ihre Gleichgültigkeit aufgeben und sich aktiver gegen Kriegsvorbereitung und Kriegshandlungen einsetzen.
Bei der nachfolgenden Diskussion wurde bezweifelt, ob auch die Bundeswehr krasse Methoden des Tötens einübt, wie Videosimulationen, aufblasbare Uniformpuppen und falsches Blut. Einig war man sich aber, dass die Entmenschlichung des Feindes eine Methode ist, beim Soldaten die Hemmschwelle zum Töten abzusenken, so dass sie Dinge tun, die sie im zivilen Leben als unethisch und unnatürlich empfinden und wahrscheinlich nie begehen würden.
Zum Schluss stellte eine Teilnehmerin die Kampagne "Europe , vote for peace" vor, die etwa von "Ohne Rüstung leben" getragen wird, jener Organisation , bei der die Friedenskooperative Mitglied ist. Die Anwesenden waren sich einig, dass man sich voll hinter die drei Forderungen der Kampagne stellen soll: Schaffung einer peace building-Abteilung beim neuen Europäischen Parlament; ständiger Dialog mit zivilgesellschaftlichen Organisationen; Einrichtung eines europäischen zivilen Friedensdienstes. Alle übernahmen es, entsprechende Unterschriften zu sammeln. Bevor man auseinanderging, legte man für den nächsten Monatstreff am 9. Juni (20 Uhr Gaststätte "Athena" in Laubach) als Schwerpunkt fest: "Bilder und Eindrücke von einer Reise nach Persien".

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