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Romeo & Juliet - Freilichtaufführung in englischer Sprache am 8.6 um 19 Uhr im Schlosshof

Romeo & Juliet - Freilichtaufführung in englischer Sprache
Romeo & Juliet - Freilichtaufführung in englischer Sprache
Laubach | Wie in den vergangenen Jahren macht auch 2009 wieder die American Drama Group Europe in Laubach mit einem Shakespeare-Stück open air im Schlosshof Station. Am 8.Juni ab 19 Uhr wird den Gästen im großen Schlosshof die größte Liebesgeschichte aller Zeiten in der unvergleichlichen englischen Original-Diktion von William Shakespeare geboten. Unter der Leitung von Regisseur Paul Stebbings und des musikalischen Direktors John Kenny zeigen die jungen englischsprachigen Schauspieler die mitreißende Geschichte voll von sinnloser Gewalt und unerträglicher Perfektion, die daran erinnert, dass unsere trivialen Hassgefühle viel weniger wiegen als unsere Fähigkeiten Liebe zu empfinden. Und das nicht in einer modernisierten, in unsere Zeit versetzen, Version, sondern im italienischen Barock verortet dem Italien unserer Vorstellungskraft mit vielen Karnevalsmasken und der Comedia dell arte, den Mauern in den typisch toskanischen Pastellfarben, die einen schönen Gegensatz zu den prächtigen barocken Kostümen ergeben, mit aufblitzenden Degen und Mönchsgesängen unter Zypressen, Don Juan, Casanova, Vivaldi, und natürlich immer mit einem starken Espresso in der Nähe....

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Karten im Vorverkauf gibt es zu 18,- Euro und 9,- Euro (Schüler/Studenten) gibt es im Kultur- und Tourismusbüro der Stadt Laubach unter Telefon: 06405-921321.
An der Abendkasse werden zudem noch Karten zu 21,- Euro/ 12,- Euro (Erw./Schüler) angeboten.

Romeo und Julia ist wohl die bekannteste Liebesgeschichte aller Zeiten. Sie diente als Vorlage für viele Filme, Musicals und Ballett-Vorstellungen, jedoch birgt die Mythologisierung dieser Geschichte auch die Gefahr, dass das Stück dem Mythos zum Opfer fällt. Mit dieser Romeo and Juliet Inszenierung beabsichtigt Paul Stebbings den Einfluss des Mythos herauszufiltern und das ursprüngliche Werk Shakespeares in all seiner Pracht hervorzuheben. Was ist dieses Stück also nicht? Es ist keine Geschichte über städtische Straßengangs oder unterschiedliche Rassen sondern Two houses alike in dignity (Zwei Häuser waren - gleich an Würdigkeit). Es ist auch keine Tragödie, da keine Hybris im Stück auftaucht. Die Liebenden begehen keine Sünde, wie sonst alle tragischen Helden von Ödipus bis Macbeth oder Willy Loman. Was für eine Geschichte ist dieses Stück also?
Vor allem ist es Poesie mit einem entsprechendem Aufbau. Das Sonnet genoss zu Shakespeares Zeiten als Gedichtform große Beliebtheit und auch gerade in diesem Stück entsteht dadurch ein poetischer Fluss, der sich durch das ganze Stück zieht. Am Anfang beschreibt ein Sonnet die erste Begegnung Romeo und Julias und in gleicher Form beendet das Sonnet auch das Stück und vereint die anfänglichen Gegensätze in einem tröstlichen Ende. In diesem Sinne, war es unser Ziel die Poesie auf den Stil der Inszenierung mit einwirken zu lassen und eine kraftvolle visuelle Darstellung der poetischen Bilder zu verwirklichen, um den tatsächlichen Konflikt des Stücks, nämlich den zwischen Liebe und Tod, hervorzuheben und zu verbildlichen. In dieser Inszenierung erhält Cupido einen wesentlich größeren Stellenwert als jegliche andere christliche Figur und die Verkörperung des Todes kehrt immer wieder im Laufe der Handlung auf und wird in einer Szene sogar im Liebesspiel mit Juliet dargestellt. In diesem großartigen Stück ist der Tod jedoch nicht nur einfach der Widersacher der Liebe, sondern erst durch ihn findet sie ihren Höhepunkt und ihre schlussendliche Krönung. Die starke Liebe zwischen Romeo und Julia hätte im alltäglichen Leben keine Chance gehabt. So nimmt der Tod schon kurz nach Beginn dieser leidenschaftlichen Beziehung eine Rolle ein als Romeo ruft: Come Death Juliet wills it so! (Willkommen, Tod! hat Julia dich beschlossen). In dieser Inszenierung werden der Tod und Cupido personifiziert auf der Bühne dargestellt.
Das Stück ist auch eine Komödie, voller Witze und lustiger Rollen, wie den Bediensteten, die bei den meisten anderen Inszenierungen gar nicht mit umgesetzt werden. Wir behalten diese Rollen bei und heben diese lustige Lebenskraft im Sinne Shakespeares hervor, der diese einsetzte um einen Kontrast zu der spirituellen Liebe der Hauptrollen zu setzten. Ein Großteil der Komik ist derbe und teilweise sexuell, womit Shakespeare uns daran erinnern will, dass die Liebe beide dieser Eigenschaften mit sich bringt. Wir haben eine einfache Bühnenausstattung aber setzen auf komplexe Musik, die typisch für die Zeit des Barock und der Renaissance ist. Die Lieder werden von den Schauspielern vorgetragen und die Musik dazu wurde mit originalen Instrumenten aus der barocken Epoche aufgenommen. Tatsächlich lässt Shakespeare die Musiker in seinem Stück sogar reden, was bei anderen Inszenierungen oft ausgelassen wird; bei uns nicht!
Unser Bühnenbild ist historisch im Gegensatz zu anderen Umsetzungen des Stücks, die oft (besonders in Deutschland) in die heutige Zeit verlegt werden. Bei solchen modernen Inszenierungen stellt sich jedoch die Frage, ob es denn den aktuellen Konventionen entspricht, dass Julias Vater seine Tochter dazu zwingen will einen seiner Freunde zu heiraten. Und warum müssen eigentlich die klassischen Fechtduelle bei diesen modernen Inszenierungen immer mit Straßenmessern ausgefochten werden? Gerade das Duell sowohl der Degen als auch der Wörter spielt in dem Stück doch eine so große Rolle, dass es schade ist diese Metapher, die Shakespeare in seinem großartigen Stück so eloquent ausgearbeitet hat, wegzulassen. Und was für eine Schande ist es, das Stück in eine Art West Side Story, mit Jeans und T-Shirts, zu verwandeln! Der Schauplatz unserer Inszenierung ist das Italien zur Zeit des Barock. Es handelt sich dabei nicht um das reale Italien, sondern um das Italien unserer Vorstellungskraft mit vielen Karnevalsmasken und der Comedia dell’ arte, den Mauern in den typisch toskanischen Pastellfarben, die einen schönen Gegensatz zu den prächtigen barocken Kostümen ergeben, mit aufblitzenden Degen und Mönchsgesängen unter Zypressen, Don Juan, Casanova, Vivaldi, und natürlich immer mit einem starken Espresso in der Nähe
Diese Inszenierung, hat schon viele Zuschauer als auch Kritiker begeistert und für ausverkaufte Häuser in ganz Deutschland und Zentraleuropa gesorgt. Unsere 15-monatige Tournee, bei welcher wir in 30 verschiedenen Ländern auf drei (oder sogar vier) verschiedenen Kontinenten auftreten werden, ist vor kurzem angelaufen. Und nun stellt sich noch die Frage warum Romeo und Julia (und damit meinen wir hoffentlich die authentischen Romeo und Julia…) so beliebt sind. Wir glauben, dass es daran liegt, dass uns diese Geschichte voll von sinnloser Gewalt und unerträglicher Perfektion daran erinnert, dass unsere trivialen Hassgefühle viel weniger wiegen als unsere Fähigkeiten Liebe zu empfinden.

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