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In Laubach brüten die Hirschkäfer

So präpariert kann der „Hirschkäfer-Brutmeiler“ voraussichtlich die nächsten 15 Jahre als „Wiege des Hirschkäfernachwuchses“ dienen. Ulrich Imhof, Förster bei der Stadtwaldstiftung Laubach, erläutert Bürgermeister Spandau den Aufba
So präpariert kann der „Hirschkäfer-Brutmeiler“ voraussichtlich die nächsten 15 Jahre als „Wiege des Hirschkäfernachwuchses“ dienen. Ulrich Imhof, Förster bei der Stadtwaldstiftung Laubach, erläutert Bürgermeister Spandau den Aufba
Laubach | Ritter der Wälder“ wird er genannt: Der Hirschkäfer (Lucanus cervus) zählt mit seinem bis zu acht Zentimeter (Weibchen 4-5 Zentimeter) langen Körpern zu den größten Käfern in deutschen Wäldern und steht unter besonderem Schutz. Auch in Laubach kümmert man sich um den Schutz dieser seltenen Art. Im Zuge der Ausweisung von Stilllegungsflächen, die einige Alt-Eichen- und Buchenbestände des städtischen Waldbesitzes umfassen, wurden hier an verschiedenen Standorten so genannte „Hirschkäfer-Brutmeiler“ angelegt.
Auf einer Fläche von etwa vier Meter Durchmesser wurde der Boden vom städtischen Förster Ulrich Imhof und seinen Mitarbeitern etwa 50 Zentimeter bis einen Meter tief ausgehoben. Als unterste Lage verteilte man Eichenmulm, der von einem speziellen Pilz befallen ist und von einem im Sommer umgestürzten alten Baum stammt. Darauf kommen mehrere dicke Scheiben Eichenholz. Die Lücken werden ebenfalls mit Eichenholz ausgefüllt, der Boden angeworfen und das Ganze eingeschwemmt. Im Idealfall sorgt die Natur in ein bis zwei Jahren für alles Weitere: Die Pilzsporen infizieren das Holz, das Holz bleibt durch den Bodenkontakt
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feucht, was das Pilzwachstum fördert; irgendwann vermorscht das Holz und lockt durch seinen Geruch Hirschkäferweibchen an. „Lebensraum des Hirschkäfers sind insbesondere Laubwälder und Parkanlagen mit einem guten Anteil an alten Eichen. Die Käfer leben in den Baumkronen, sind dämmerungsaktiv und decken ihren Energiebedarf insbesondere durch das Auflecken von zuckerhaltigem Eichensaft, der an Baumwunden austritt“, erläuterte Imhof anlässlich eines Ortstermins.
Die Weibchen legen nach der Begattung die Eier unterirdisch an alte Wurzelstöcke oder morsche Bäume. Die ausschlüpfenden Larven ernähren sich von dem durch Pilzbefall morschen Eichenholz. Nach drei bis fünf Jahren frisst sich die Larve aus dem Holz und den umliegenden Boden und verpuppt sich dort. Nach der Puppenruhe schlüpft der fertige Käfer etwa im Juni oder Mai. Die Weibchen finden, wohl über den Geruchssinn, moderndes Eichenholz. „Die Aktion ist als eine Zukunftsinvestition zu verstehen, die die Überlebensbedingungen für Hirschkäfer im Laubacher Stadtwald verbessern sollen“, meinte Laubachs Bürgermeister Claus Spandau, der darauf hinwies, dass man bei aller notwendigen wirtschaftlichen Nutzung des städtischen Walds „ nie vergessen darf, welches einmalige Natur-Kleinod wir hier in Laubach haben“.
Beim Anlegen des „Hirschkäfer-Brutmeilers“ musste man allerdings auf weitere Faktoren achten: Denn Wildschweine sind ganz wild auf die eiweißreichen Larven der Hirschkäfer, die sie unter von ihnen ausgegrabenen Eichenstumpen suchen, wie der Förster berichtet. Abschließend teilte Bürgermeister Spandau mit, dass man stetig weitere Maßnahmen zur nachhaltigen Entwicklung der Stilllegungsflächen als Naturbiotope im Auge habe.

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