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Lebendige Geschichte im Laubacher Schlossmuseum

Laubach | Schlossbesitzer benötigen hohe Aufwendungen um ihre Anwesen zu erhalten. Nicht wenige Grafschaften öffneten deshalb in den vergangenen Jahren ihre Flügeltüren für die Öffentlichkeit und vermarkten ihre geschichtsträchtigen Gemächer. Da findet die moderne Event-Kultur ebenso ihren Platz wie die Ahnengalerie des Schlossherren. In meist
stilvollem Ambiente treffen Kunst, Kultur und Kommerz aufeinander und das Publikum zeigt sich erfreut.
So auch am Donnerstagabend in den Räumen der "Alten Küche" des Laubacher Schlosses. Graf Karl Georg zu Solms-Laubach hatte zur Wiedereröffnung des Schlossmuseums eingeladen. Das gräfliche Haus setzt seit einigen Jahren konsequent und erfolgreich in unterschiedlichen Bereichen sein Marketingkonzept um. Bereits vor fünf Jahre wurde das Museum unter der Leitung der Baseler Museologin Claudia Glass neu gestaltet. Jetzt wurde noch einmal nachgebessert. Ziel der neuerlichen Maßnahme war es, die Räume und Exponate noch besser zur Geltung zu bringen.
Geleitet wurde diese Unternehmung von zwei Mitarbeitern des Hessischen Landesam-tes für Denkmalpflege, Christoph Röder und Michael
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Gottwald. In der kleinen Feierstunde erläuterte Röder die akribische Arbeit der Archäologen. Eine im wahrsten Sinne des Wortes oft staubtrockene Tätigkeit. Scherben, Knochenreste oder eine ungewöhnliche Ansammlung von Bleikugeln lassen dann allerdings das Archäologenherz höher schlagen. Die Rückschlüsse die sich aus den Fundstücken ziehen lassen, ergeben ein sehr lebendiges Bild über das Leben im Schloss. So war in Röders Vortrag einiges über die Lebensgewohnheiten der gräflichen Familie zu erfahren. Das Publikum lauschte seinen Schilderungen mit sichtlichem Vergnügen.
Die anschließende Führung durch das Museum verdeutlichte noch einmal das zuvor Gehörte. Die Rekonstruktion einer spätmittelalterlichen Küche und die neuesten archäologischen Funde aus dem Schloss machen auch das Leben der Bediensteten unmittelbar erfahrbar.
Der Bibliothekarin Traudel Wellenkötter ist es zu verdanken, dass die Frauen im Mittelpunkt stehen. In der von ihr konzipierten Sonderaustellung unter dem Titel „Von Anna bis Madeleine – die Solmser Frauen in ihrer Zeit“ spannt Wellenkötter einen Bogen vom ausgehenden Mittelalter bis in die heutige Zeit. Wie die Bibliothekarin erläuterte, seien die hier vorgestellten Frauen in ihrer Persönlichkeit
sehr unterschiedlich gewesen. Gemeinsam sei ihnen aber Stärke und Durchsetzungskraft. Die Exponate befinden sich in der Schlossbibliothek. Thematisch geordnet und in verschiedenen Vitrinen präsentiert, vermitteln sie anschaulich den Wandeln des Frauenbildes über die Jahrhunderte. Ergänzend dazu bietet Burkhard Wellenkötter eine Vortragsreihe zu den historischen und dichterischen Einzelaspekten des Themenkomplexes an.
Sowohl Graf Solms-Laubach als auch der amtierende Bürgermeister von Laubach, Claus Spandau, bedankten sich ausdrücklich bei den vielen ehrenamtlichen Helfern. Sie alle hätten dazu beigetragen, dass sich das Schloss auch unter kulturgeschichtlichem Aspekt wirkungsvoll für die Öffentlichkeit präsentierten könne.
Die Dauerausstellung „500 Jahren Leben in einem Schloss“ wird laufend aktualisiert und ergänzt. Dieser stetige Wandel garantiert, dass es auch bei mehrmaligen Besuchen immer wieder etwas Neues zu entdecken gibt. Somit bleibt das Museum nicht nur für Gäste von außerhalb, sondern auch für die Laubacher Bevölkerung interessant. Für die Zukunft sind bereits weitere Vorträge, Seminare und Sonderausstellungen geplant.
In der Zeit von April bis Oktober finden regelmäßige Museumsführungen statt. Mittwoch bis Sonntag und an den Feiertagen um 15 Uhr. Gruppen nach vorheriger Anmeldung. Bibliotheksführungen sind mittwochs um 17 Uhr. Mehr Informationen unter www.schloss-laubach.de.

 
 
 
 
 
 

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