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Mehr Naturschutz im Wald

von Mira Aretzam 09.10.2016447 mal gelesen2 Kommentare
Buchenwald (Quelle: NABU / S. Hennigs)
Buchenwald (Quelle: NABU / S. Hennigs)
Laubach | NABU-Landesvertreterversammlung fordert rechtliche Sicherung.

In einer einstimmig verabschiedeten Resolution fordert die Landesvertreter-Versammlung des NABU Hessen die Landesregierung dazu auf, mehr für den Schutz naturnaher Wälder zu tun. Die über einhundert Delegierten, die am Sonntag in Wetzlar tagten, setzen sich dafür ein, die nutzungsfreien Waldgebiete im Staatswald dauerhaft zu sichern. „Es kann nicht sein, dass das Umweltministerium Wälder aus der Nutzung nimmt, ohne ihren langfristigen Schutz gesetzlich klar zu verankern“, erklärt Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen. Deshalb, so appelliert der NABU an Umweltministerin Priska Hinz, müssten alle nutzungsfreien Wälder über 100 Hektar Größe noch in dieser Legislaturperiode als Naturschutzgebiete ausgewiesen werden.

Des Weiteren müsse die Umweltministerin nun alle wichtigen Schritte festlegen, um das Ziel der Hessischen Biodiversitätsstrategie, eine Naturwaldentwicklung auf 5 Prozent der Waldfläche zu ermöglichen, bis zum Jahr 2020 zu erreichen. Auch bei der Zertifizierung des Staatswaldes mit dem ökologischen FSC-Siegel (Forest
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Stewardship Council) dürfe es keine weiteren Verzögerungen geben. „Wir erwarten, dass die Landesregierung die FSC-Zertifizierung bis zum Ende der Legislaturperiode abgeschlossen hat“, so Eppler. Bislang arbeitet erst die Hälfte der Forstämter nach dem international gültigen ökologischen Standard.

Besonders wichtig für den Schutz der biologischen Vielfalt im Wald sind zudem alte Bäume. Sie bieten vielen gefährdeten Tieren eine Heimat und können als „biologische Schatzinseln“ der Natur bezeichnet werden. Deshalb fordern die Landesdelegierten aus allen Teilen Hessens die Umweltministerin dazu auf, Altholzbestände besonders zu schützen. „Dafür muss die Ernte alter Bäume künftig über einen längeren Zeitraum gestreckt werden“, erläutert der Biologe Eppler. Wenn rechtlich gesichert wäre, dass innerhalb einer Bewirtschaftungsperiode von zehn Jahren nur 30 Prozent des Holzvorrates eines Bestandes gefällt werden, ließen sich alte Buchen- und Eichwälder auf Dauer erhalten.

Der vom Ministerium vorgesehene Ökopunktehandel im Staatswald ist für den NABU Hessen nicht hinnehmbar. Die Entwicklung von Naturwäldern dürfe nicht als Ausgleich für Naturzerstörung an anderer Stelle genutzt werden, so die NABU-Delegierten. „Für die Umweltministerin gibt es in den nächsten Monaten viel zu tun. Mensch und Natur werden es ihr danken“, so Eppler. (Quelle: NABU Hessen)

Buchenwald (Quelle: NABU / S. Hennigs)
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Buchenwald (Quelle: NABU / K. Karkow)
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Kommentare zum Beitrag

Wolfgang Heuser
7.401
Wolfgang Heuser aus Gießen schrieb am 10.10.2016 um 09:19 Uhr
Hoffen wir das es so durchzusetzen und gemacht wird!
Klaus Stadler
5.165
Klaus Stadler aus Reiskirchen schrieb am 10.10.2016 um 11:55 Uhr
Wem gehört der Wald in Biebertal in dem 14 Hektar durch die Windkraftmafia zerstört werden sollen. Leicht verdientes Geld für geldgierige Spekulanten. Wer schützt den für das Klima so wichtigen Wald?
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