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Baumfällung im Schlosspark

Offensichtlich schätzt nicht jeder Laubacher den Schlosspark wie die große Mehrheit: Mit schierer Gewalt wurde ein erst im Herbst gepflanzter junger Baum abgebrochen.
Offensichtlich schätzt nicht jeder Laubacher den Schlosspark wie die große Mehrheit: Mit schierer Gewalt wurde ein erst im Herbst gepflanzter junger Baum abgebrochen.
Laubach | „Angesichts der besorgten öffentlichen Äußerungen verschiedener Laubacher Bürger wegen der Baumfällungen im Schlosspark möchten wir die Gründe für eine solche - sicher nicht leichtfertig veranlasste - Maßnahme erläutern“, äußerte sich der Laubacher Bauamtsleiter Martin Bouda im Rahmen einer Pressemitteilung der Stadt. „Wir fällen aber nicht nach Gutdünken und schon gar nicht willkürlich Bäume“, stellte auch der städtische Gärtnermeister Stefan Lochmann fest und betonte, dass nur kranke und stark geschädigte Bäume gefällt werden. „Das ist für den Laien schwer nachzuvollziehen, warum ein Baum, der noch völlig gesund aussieht und über grünes Laub verfügt, dennoch bereits so geschädigt ist, dass nur die Fällung bleibt“, sagte Lochmann. „Dennoch bleibt hier aus fachlicher Sicht kein andere Weg, wenn zum Beispiel die Wurzel durch Pilzbefall oder auch mechanische Schädigungen so in Mitleidenschaft gezogen wurde, dass das das unter Umständen tonnenschwere Gewicht der Krone nicht mehr gehalten werden kann“.
„Das ist ein sehr emotional besetztes Thema“, sagte auch Laubachs Bürgermeister Claus Spandau und verwies auf „die
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Unfälle beim Bluesfestival 2005, als ein riesiger Baum durch den Sturm umgerissen wurde“, ein Jahr zuvor war bereits ein anderer großer Baum umgestürzt. „Daran sieht man, wie konkret die Gefährdung ist und dass wir hier genau hinschauen müssen, um der Verkehrssicherungspflicht nachzukommen“, so Spandau weiter. Stefan Lochmann ergänzte noch das Beispiel einer umgestürzten Kastanie im Katharinenviertel in Gießen. Die Kastanie stand an einem Spielplatz und stürzte ohne äußere Einflüsse wie einen Sturm um und fiel in die Schaufensterauslagen anliegender Geschäfte. „Glücklicherweise waren keine Personen im dem Bereich, Minuten zuvor aber spielten dort noch Kinder“, so Lochmann. „Die Einschätzung der Gefährdung ist nicht immer einfach. In welchem Maß der Baum durch Holzzersetzung und Pilzbefall bereits geschädigt ist, ist immer eine delikate Angelegenheit und kann nur durch einen Fachmann erfolgen“, stellte Lochmann klar, auch wenn er Verständnis für die Emotionen mancher Bürger hat. „Es ist nachvollziehbar, dass die Bürger sich um ihren Park Gedanken machen, sicher ist aber auch, dass wir als Stadt kein Interesse daran haben, unser Schmuckstück selbst durch ungerechtfertigte Fällungen zu schädigen, wie von manchem unterstellt wird“.
Die gesetzliche Verpflichtung des Parkpächters – also der Stadt Laubach – sieht vor, dass die öffentlichen Wege „verkehrssicher“ zu halten sind. Konkret bedeutet das, dass die Benutzer der Wege eben nicht durch umstürzende Bäume gefährdet werden dürfen, weil sonst die Stadt die Haftung für die Schäden zu übernehmen hat. „Als Bürgermeister kann ich das Thema nicht ignorieren oder nonchalant sagen, das wird schon gutgehen, sondern habe mich an die gesetzlichen Vorgaben zu halten. Ich möchte nicht wissen, welcher Aufschrei erfolgt, wenn bei einem umgestürzten Baum Menschen in Mitleidenschaft gezogen würden“, so Claus Spandau.
Klarstellen möchte Gärtnermeister Stefan Lochmann auch, dass „Nachpflanzungen nicht dort durchgeführt werden können, wo ein alter Baum gefällt wurde“. Entlang des Wurzelwerks der gefällten Bäume entwickelt sich ein Bodenpilz, der auch Wurzeln gesunder Bäume schädigt, zum Beispiel der Hallimasch. Zudem ist die Konkurrenz um Nährstoffe, Licht und der Wurzeldruck in solchem – in der Regel dichten – Bestand zu groß, als dass dort gleich wieder ein Baum gepflanzt werden kann.
Die Kontrolle der gesunden Bäume erfolgt zweimal jährlich im belaubten sowie im unbelaubten Zustand. „Bei sichtbaren Schäden wird natürlich – je nach Art und Umfang der Schädigung – öfter kontrolliert und genau nachgeschaut, wie sich der Baum entwickelt“, sagte Stefan Lochmann.
Zu den regelmäßigen Neupflanzungen und zur Erweiterung der Artenvielfalt werden passende Baumarten verwendet, wie zum Beispiel Goldtrompeten-, Kork- oder Zürgelbaum, Zierapfelbäume genauso wie Amur-Kirschen oder Zelkoven, teilte der Gärtnermeister weiter mit. Dass aber offensichtlich nicht allen Bürgern der Stadt der Schlosspark in gleicher Weise am Herzen liegt, zeigt das jüngste Beispiel von Vandalismus. Am Schwanenteich wurde vor kurzem ein erst im Herbst vergangenen Jahres von einer Schulklasse und Bürgermeister Spandau gepflanzter Baum mutwillig abgeknickt. „Hier kann ich die Bürgerinnen und Bürger nur bitten, aufmerksam zu sein und einzuschreiten, wenn man solchen Vandalismus bemerkt. Wir tun von Seite der Stadt alles, was uns möglich ist, eine flächendeckende Überwachung aber können wir nicht gewährleisten“, so der Bürgermeister.

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