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Mitten im "Grünen Meer": Entdeckungswald Schloss Laubach eröffnet am 1. Juli

Dr. Markus Dietz, Torsten Becker, Karl-Georg Graf zu Solms-Laubach, Claus Spandau, Professor Dr. Egon Schallmayer und Siegfried Fricke (v.l.)
Dr. Markus Dietz, Torsten Becker, Karl-Georg Graf zu Solms-Laubach, Claus Spandau, Professor Dr. Egon Schallmayer und Siegfried Fricke (v.l.)
Laubach | Ab Mittwoch, 1. Juli, finden Familien, Naturfreunde und kulturhistorisch Interessierte mitten im „Grünen Meer“ des gräflichen Laubacher Forstes mit dem "Entdeckungswald Schloss Laubach" eine neue touristische Attraktion. Das Abenteuerland für jung und alt - direkt an der Bundesstraße 276 auf halber Strecke zwischen Laubach und Schotten gelegen - soll die drei Grundgedanken Ökologie, Archäologie und Spaß vereinen. Dementsprechend wird es entlang eines zwei Kilometer langen Rundwanderweges unter anderem ein Wildgehege, einen Baumkronenweg, ein Robin-Hood-Dorf, eine Köhlerei, ein Streichelgehege, eine Mitmach-Ausgrabungsfläche, Beobachtungsstationen und vor allem viel heimische Natur zu entdecken und erleben geben. Der „Entdeckungswald Schloss Laubach“ mit seinen 80 Hektar Fläche befindet sich innerhalb eines 10.000 Hektar großen Waldgebietes, das fast vollständig als Flora-Fauna-Habitat (FFH) ausgewiesen ist.
Der Initiator und Bauherr, Karl Georg Graf zu Solms-Laubach, verfolgt mit dieser anderen Art von „Freizeitpark“ das Ziel, den Besuchern „die ökologische und kulturhistorische Bedeutung der heimischen Natur
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auf spannende und erlebnisreiche Art näher zu bringen“ sowie die Bedeutung des FFH-Gedankens spielerisch erfahrbar zu machen. Am vergangenen Montag stellte er das Kooperationsprojekt im Beisein des hessischen Landesarchäologen Professor Egon Schallmeyer, Dr. Markus Dietz vom Institut für Tierökologie und Naturbildung, Laubachs Bürgermeister Claus Spandau (CDU) und Torsten Becker von der Gesellschaft für Integration und Arbeit Gießen (GIAG) vor. Vom Baudezernenten und Kreisbeigeordneten des Landkreises Gießen, Siegfried Fricke, nahm der Graf außerdem die restlichen noch erforderlichen Baugenehmigungen entgegen.
Rund 1,5 Millionen Euro sind als Investitionssumme für den Entdeckungswald veranschlagt. Die Bauarbeiten haben vor wenigen Tagen begonnen. Etwa ein Zehntel des Vorhabens ist bereits fertig gestellt. Die Renovierung des alten Jägerhauses (direkt an der Bundesstraße) schreitet voran. Dort soll der Parkladen untergebracht werden. Zusammen mit dem wenige Meter entfernten neuen Jägerhaus, das bis voriges Jahr als „Bikerhaus“ ein beliebter Motorradtreff an der B276 war, bildet es den Ausgangspunkt für den Entdeckungswald. Nur ein paar hundert Meter in Richtung Laubach entsteht ein terrassenartig angelegter Waldparkplatz mit 200 Stellplätzen. Dieser soll in rund zwei Jahren durch natürliche Bepflanzung von der Straße nicht mehr einsehbar sein.
Siegfried Fricke und Karl-Georg Graf zu Solms-Laubach mit dem Modell der "Himmelsleiter".
Siegfried Fricke und Karl-Georg Graf zu Solms-Laubach mit dem Modell der "Himmelsleiter".
Ebenfalls im Entstehen ist der hölzerne Steg der Beobachtungsstation „Alte Eiche“, der in das große Wildgehege hineinragt. Von hier aus lassen sich Auerochsen, Hirsche und Muffelwild noch viel näher beobachten. Um die Tiere aber nicht gänzlich auf der freien Flächen dem „Stress“ mit den Menschen auszusetzen, erhalten sie genügen Rückzugsraum sowie einen Wildunterstand.
Ein Hauptanziehungspunkt entlang des Rundweges durch den Entdeckungswald wird auf halber Strecke und an höchster Stelle ein 35 Meter hoher Aussichtsturm sein. Von dieser „Himmelsleiter“ mit mehreren Plattformen aus hat man dann einen weitläufigen Blick über das Blätterdach des Waldes hinweg in die Umgebung. Diese Aussicht - vorab von einer entsprechend hohen Hebebühne aus - führte den Laubacher Grafen zu der Assoziationen mit einem „Grünen Meer“.
Als Vater von vier Kindern, so erzählt der Graf zu Solms-Laubach, habe er schon einige Freizeitparks besucht, aber oft eines vermisst: Selten könnten sich Kinder aktiv ausleben. Deshalb dürfen sich Kinder im „Entdeckungswald Schloss Laubach“ nicht nur auf ein Streichelgehege freuen, sondern auch auf ein
Blick aufs neue Jägerhaus.
Blick aufs neue Jägerhaus.
Robin-Hood-Dorf. Hier können sie - wie das berühmte Vorbild aus dem Sherwood Forest - in den Bäumen auf Abenteuersuche gehen. Im Buchenwald gibt es zwischen 5000 und 6000 Tier- und Pflanzenarten, darunter 14 Fledermausarten, Schwarzstorch sowie Grau- und Schwarzspecht, berichtet Biologe Markus Dietz. Eine besondere Perspektive auf das Waldleben bekommt der Besucher beim Überschreiten eines Baumkronenweges geboten. In Höhen zwischen drei und zwölf Metern schlängelt sich ein Holzsteg zwischen den Baumstämmen und durch die Baumkronen. Neben dem Spielerischen soll auch das Pädagogische nicht zu kurz kommen - dafür ist das "Waldklassenzimmer" vorgesehen. Zum Lernen hinaus in die Natur, verbunden mit einem echten Erlebnis – das ist eine der wesentlichen Ideen des Entdeckungswaldes.
Eingebunden in den Rundweg ist auch die alte Kirchenruine Rudthardshausen am Kirchberg. Die Landesarchäologen um Professor Egon Schallmeyer, die in der Gemarkung Laubach mit finanzieller Unterstützung des Grafen bereits seit 2004 wissenschaftliche Grabungen betreiben, kooperieren auch mit dem Projekt „Grünes Meer“. Im Zuge eines Private-Public-Partnership finanziert der Graf 2009 zwei befristete Mitarbeiter auf halben Stellen im Bereich der Landesarchäologie,
Beobachtungsstation "Alte Eiche".
Beobachtungsstation "Alte Eiche".
die in diesem Zuge ihre Magisterarbeiten anfertigen. Außerdem werden die beiden Mitarbeiter Konzepte für die die archäologisch interessierten Besucher des Entdeckungswaldes erarbeiten. Neben der Besichtigung eines historisch nachempfunden Kohlemeilers darf an einem für Besucher präparierten Ausgrabungsplatz selbst Hand angelegt werden. Jedoch wird es sich dabei nicht um „unerforschtes Gebiet“ handeln - das bleibt den Wissenschaftlern vorbehalten.
Der geplante Entdeckungswald bringt auch zahlreiche Beschäftigungsverhältnisse mit sich. In Zusammenarbeit mit dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Bundesagentur für Arbeit Gießen und der Gesellschaft für Integration und Arbeit Gießen (GIAG) haben 14 Langzeitarbeitslose im Projekt „Entdeckungswald“ - zunächst befristet - ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis gefunden. Sie sind in Wald- und Aufbauarbeiten eingebunden. Für einen Folgeauftrag konnten fünf weitere Leute vermittelt werden, berichtet Torsten Becker (GIAG).
Die ständig vorhandenen Elemente sind allerdings nur ein Teil der Gesamtattraktion „Grünes Meer“, denn über das Jahr verteilt wird es noch verschiedene Feste und Veranstaltungen geben. Etwa das Köhlerfest im Herbst. Zudem ist der Entdeckungswald als Ergänzung und Erweiterung des übergeordneten Konzeptes von Schloss Laubach zu sehen. Für Firmen ist die Verknüpfung von Seminaren und Tagungen im Schloss mit einem anschließenden Team- oder Motivationstraining im „Grünen Meer“ eine ideale Kombination.
Der „Entdeckungswald Schloss Laubach“ wird ganzjährig geöffnet sein. Graf zu Solms-Laubach geht zunächst von 100.000 Besuchern pro Jahr aus. Am Montag gab er auch bekannt, eine Naturschutzstiftung gründen zu wollen. Ein Teil der Erlöse aus dem „Entdeckungswald“ soll in diese Stiftung fließen.

Dr. Markus Dietz, Torsten Becker, Karl-Georg Graf zu Solms-Laubach, Claus Spandau, Professor Dr. Egon Schallmayer und Siegfried Fricke (v.l.)
Siegfried Fricke und Karl-Georg Graf zu Solms-Laubach mit dem Modell der "Himmelsleiter".
Blick aufs neue Jägerhaus.
Beobachtungsstation "Alte Eiche".
Beobachtungsstation "Alte Eiche" mit Blick auf das Wildgehege.
Die Kirchenruine Ruthardshausen.
Altes Jägerhaus.
Plan vom "Entdeckungswald Schloss Laubach".

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