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Schlechte Zeiten für die Kleinsten und Schwächsten!

Kristine Tromsdorf
Kristine Tromsdorf
Langgöns | Mit Bestürzung reagiert Kristine Tromsdorf, die stellvertretende Vorsitzende der SPD, auf die aktuelle Vorlage der CDU/FDP-Landesregierung zur Kinderbetreuung.
„Wir alle wissen spätestens seit PISA, dass der frühkindlichen Bildung in Kindertagesstätten eine zentrale Rolle bei der Förderung von Kindern zukommt,“ so die Pädagogin. „In dieser Phase werden wesentliche Weichen für die Entwicklung von Kindern gestellt, weswegen es gesellschaftlicher Konsens sein muss, eine hohe Qualität der Kindertagesstätten zu gewährleisten.“
Genau das Gegenteil bedeute aber der Regierungsentwurf der schwarzgelben Landesregierung zum Hessischen Kinderförderungsgesetz, der eine massive Beeinträchtigung der pädagogischen Arbeit in den Kindertagesstätten zur Folge haben wird. „Ich kann nur hoffen, dass es im Vorfeld gelingen wird, die Verabschiedung dieses Entwurfs zu verhindern“, so Steffi Bieneck, die die SPD im Sozialausschuss vertritt und hauptberuflich stellvertretende Leiterin einer Kita ist. „Die Qualität der frühkindlichen Bildung würde sich deutlich verschlechtern. Der Gesetzentwurf schränkt die Möglichkeiten, kleinere Gruppen zu bilden, massiv ein,“ so Bieneck weiter. Gleichzeitig bedeute der Entwurf auch eine Entwertung der Arbeit der Erzieherinnen, wenn es einer Einrichtung erlaubt werde, in erheblichem Umfang pädagogische Laien einzustellen.
Mehr über...
Stefanie Bieneck (1)SPD (512)Kristine Tromsdorf (12)Horst Röhrig (36)Gerhard Merz (70)
Insbesondere ist zu bemängeln, dass es kaum noch Ressourcen für Kinder mit Beeinträchtigung gibt, das spricht jeder Inklusion Hohn, so die beiden Sozialdemokratinnen.
Es ist zu wünschen, dass es in den nächsten Wochen genügend Kritik gibt, damit es zu einer grundsätzlichen Überarbeitung des Entwurfes kommt, so die Hoffnung von Bieneck und Tromsdorf.
Wir möchten alle Interessierten ganz herzlich zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung einladen:
Dienstag, 27.11.2012, 19 Uhr 30, Niederkleen, Pizzeria Musti
Bürgermeister Horst Röhrig
im Gespräch mit
Gerhard Merz, MdL
kinder- und familienpolitischer Sprecher der SPD Landtagsfraktion

Kristine Tromsdorf
Kristine Tromsdorf 
Stefanie Bieneck
Stefanie Bieneck 

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Kommentare zum Beitrag

Peter Herold
24.460
Peter Herold aus Gießen schrieb am 12.11.2012 um 07:31 Uhr
An Kindern sparen heißt unsere Zukunt auf Spiel zu setzen.
Alle reden von Bildung und was passiert ;-(
9
Petra Schwarz aus Gießen schrieb am 16.11.2012 um 17:31 Uhr
Das geplante Hessische Kinderförderungsgesetz bedeutet eine umfassende Absenkung des Bildungsniveaus. Anstatt einer Reduzierung der Gruppen auf generell 20 Kinder, wie sie seit Jahren von Fachleuten gefordert wird, wird sogar eine Gruppengröße von über 25 Kindern möglich und auch wahrscheinlich. Im August 2013 wird der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz ab einem Jahr gültig, wenn dann Eltern klagen, weil sie keinen Platz bekommen, werden die Kommunen von der im Kifög vorgesehenen Möglichkeit Gebrauch machen, mehr als 25 Kinder pro Gruppe aufzunehmen.
Für die Kinder mit Behinderung sieht die Situation ganz drastisch aus, das Kifög sieht keine Reduzierung der Gruppen z.B. auf 15 Kinder (bei 5 Kindern mit Behinderung) vor und die Verhandlungen zur Rahmenvereinbarung Integrationsplatz ebensowenig. Das in der Begründung zum Entwurf genannte Ziel der Qualitätsverbesserung wird ad absurdum geführt.
Peter Herold
24.460
Peter Herold aus Gießen schrieb am 16.11.2012 um 20:44 Uhr
Die wollen doch Leute einsetzen die nicht die Qulifikationen haben, die bisher gefordert wurden. Oder habe ich da was falsch verstanden?
9
Petra Schwarz aus Gießen schrieb am 17.11.2012 um 06:53 Uhr
Nein, Herr Herold, Sie haben das völlig richtig verstanden. Im Entwurf des neuen Kifög wird in § 25c geregelt, dass der Anteil von Personen mit fachfremder Ausbildung höchstens 20 % des personellen Bedarfs betragen soll. Das heißt, die Nichtfachkräfte können sogar mehr als 20% betragen, da es eine "Soll-Vorschrift" ist.
Peter Herold
24.460
Peter Herold aus Gießen schrieb am 17.11.2012 um 07:33 Uhr
Sparen bis nichts mehr bleibt um die Zukunft der Kinder zu sichern. Wird Zeit, dass sich da in der Regierungsverantwortung etwas ändert.
Eine kurze Geschichte dazu. Meine Tochter hat versucht ihr Abitur auf der Fachoberschule(FOS) in München zu machen. Es war der soziale Zug. Dazu musste sie, konnte sie wählen wo sie die 2 x 3 Monate Praxis macht. Sie entschied sich erst 3 Monate im Schwabinger Krankenhaus als Schwesternhelferin und die 2. drei Moate dann in einem Kindergarten. Dort hat es ihr sehr gut gefallen. War eine kirchliche(Katholische) Einrichtung, Sie erhielt sogar ein besonderes Dankesschreiben des Pfarrers. Mit anderen Worten, die Arbeit hat ihr sehr gut gefallen. Aber! Sie sagte von dem Geld was eine Kindergärtnerin verdient, kann die ja gar nicht leben, außer sie ist verheiratet und der Mann verdient auch.
Das war Ende der neunziger Jahre. Hat sich sicher nicht verbessert.
12
Alexandra Fischer aus Langgöns schrieb am 18.11.2012 um 14:34 Uhr
In ihrem Artikel "Schlechte Zeiten für die kleinsten und schwächsten" reagiert Frau Tromsdorf "mit Bestürzung" auf die aktuelle Vorlage der derzeitige Landesregierung zur Kinderbetreuung und fordert, "eine hohe Qualität der Kindertagesstätten ist zu gewährleisten". Insbesondere bemängelt sie, dass es "kaum noch Ressourcen für Kinder mit Beeinträchtigung" gäbe, was jeder Inklusion Hohn entspräche! Selbstverständlich ist gegen diese Forderung per se nichts einzuwenden. Ich frage Frau Tromsdorf allerdings, warum sie als Langgönser Kommunalpolitikerin, dann nicht genau in ihrer eigenen Gemeinde hinschaut? Möglicher Weise, weil der Langgönser Bürgermeister Horst Röhrig (SPD) als Verantwortlicher der Partei von Frau Tromsdorf angehört?
Ich würde Frau Tromsdorf daher bitten, zunächst erst einmal vor Ort genau hinzuschauen, bevor sie andere kritisiert! Als Pädagogin müsste die Sozialdemokratin außerordentlich erstaunt sein, mit welchen Konzepten Kindergärten in der Gemeinde Langgöns aufwarten! Ein trauriges Bild, wenn man sich durch Internetseite der Gemeinde klickt und unter "Kinder" die einzelnen Kindertagesstätten findet, die meisten davon ohne irgendein Konzept! Außer Öffnungszeiten und Projektbeschreibung haben nur zwei von sechs Kindertagesstätten ihr schriftliches, pädagogisches Konzept zum Lesen zur Verfügung gestellt. Ein peinliches Bild! Das hat nichts mit guter Qualität zu tun. Schriftlich ausformulierte pädagogische Konzepte sind ein Beweis für hochwertige qualitative Arbeit! Es kann natürlich durchaus sein, das die fehlenden Konzepte in einer Schublade schlummern und noch nicht auf der Homepage zu finden sind. Aber attraktive und gute Öffentlichkeitsarbeit ist das auf gar keinen Fall.
Was Ihre Forderung nach Inklusion betrifft:
In der Kindertagesstätte Spielbudchen fehlten über ein Jahr lang immer wieder Vertretungskräfte, den Erzieherinnen dort ist immer wieder eine dauerhafte Unterbesetzung zugemutet worden. Eltern, die sich bemüht haben, die Missstände zu thematisieren und problemlösungsorientiert an den Bürgermeister herangetreten sind, wurden vertröstet und hingehalten. Hier hat es die Gemeinde über ein Jahr lang nicht geschafft, trotz absehbarem Bedarf, ausreichend für Vertretung zu sorgen. Es fehlte über Wochen, insgesamt gesehen über Monate eine Vollzeitkraft! Die 30 Integrationsstunden meiner Tochter, die eine „Beeinträchtigung“ hat (soll meinen sie ist zu 90% schwerstbehindert und braucht annähernd eine 1:1 Betreuung), wurden zur Vertretung missbraucht! Und ich als Mutter muss mir auch noch sagen lassen, mein Kind wäre dort im falschen Kindergarten! Eine Frechheit! Ist das Inklusion bei der Gemeinde Langgöns?
Es ist wohl besser, wenn wir erstmal die Zustände und Qualität in der Kinderbetreuung vor der eigenen Haustüre anschauen, oder?
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von:  Gerald R. Dörr

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Interessensgebiet: Langgöns
Gerald R. Dörr
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