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Buchtipp: Überlebenskampf in den Anden

Langgöns | Im Oktober 1972 startet in Uruguay ein Flugzeug in Richtung Chile. An Bord 15 junge Rugbyspieler und deren Freunde und Verwandte. Aber die Maschine erreicht ihr Ziel nicht – mitten in den schneebedeckten Gipfeln der Anden stürzt sie ab. Uruguay, Chile und Argentinien beteiligen sich an der Suche nach dem verschollenen Flugzeug – vergeblich. Es findet sich keine Spur, bis zehn Wochen später ein Hirte zwei Männer entdeckt. Die beiden haben sich aufgemacht, um Hilfe zu holen: denn es gibt Überlebende. Am Ende sind es 16 Männer, die die Tragödie überleben – sie haben 70 Tage lang in unwegsamen Gipfelregionen um ihr Leben gekämpft, ohne Nahrung, bei eisigen Temperaturen in Schnee und Eis.

Der britische Schriftsteller Piers Paul Read hat mit den Überlebenden gesprochen, er hat jeden Tag und jede Stunde dieser Tragödie aufgezeichnet – die Qualen, die Verzweiflung und den unbändigen Lebenswillen. Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums dieses „Wunders der Anden“ hat der Riva-Verlag Piers Paul Reads „Überleben – Die wahre Geschichte des Flugzeugabsturzes in den Anden“ neu aufgelegt. Dieser dokumentarische Bericht ist ein packendes und spannendes Zeitdokument. Er beschreibt anschaulich die extreme Situation der jungen Menschen. Um ihr eigenes Überleben zu sichern, sind sie gezwungen zum Äußersten zu gehen und sich von den Toten zu ernähren. Die Schilderung, wie sie mit ihrem Schicksal umgehen und die Situation bewältigen, ist beeindruckend. „Das Wunder der Anden“ wurde millionenfach verkauft und 1993 mit Ethan Hawke in der Hauptrolle verfilmt.

Read, Piers Paul: Überleben. Die wahre Geschichte des Flugzeugabsturzes in den Anden (rivaverlag: 2012, 1. Auflage). ISBN 978-3-86883-262-4 (€ 9,99).

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Kommentare zum Beitrag

Bernd Zeun
9.537
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 10.09.2012 um 12:49 Uhr
Das Buch war jahrelang nur antiquarisch erhältlich und ist die Neuveröffentlichung unbedingt wert. Es gibt zwei weitere Bücher zu der Tragödie: Nando Parrado: 72 Tage in der Hölle und von Pablo Vierci (noch nicht übersetzt) La Sociedad de la Nieve (sinngemäß etwa "Die Gemeinschaft aus dem Schnee")

Nando Parrado hatte sich im Verlauf der Tragödie als die Führungspersönlichkeit erwiesen, der letztlich die Rettung der Gruppe zu verdanken ist und in dem Buch schildert er über dreißig Jahre danach das Ereignis aus seiner Sicht.

Reads Buch beleuchtet im Unterschied dazu auch, wie die Eltern und Angehörigen der Verunglückten das Unglück erlebten, wie sie, nachdem der chilenische Staat die Suche als aussichtslos abgebrochen hatte, auf eigene Faust Anstrengungen unternommen hatten, den Unglücksort zu finden und dabei auch ungewöhnliche Schritte, wie die Beteiligung von Wahrsagern nicht gescheut haben.

In beiden Büchern ist spannend zu lesen, wie die einzelnen Mitglieder der Gruppe sich verhalten hatten, wie einzelne an ihrem Glauben an Gott fest hielten, während andere ihn verloren, über den Umgang mit dem Tabubruch, das Fleisch ihrer toten Kameraden essen zu müssen oder den sicheren Tod durch Verhungern zu erleiden und wie sie mit der Nachricht umgingen, als sie über Radio erfuhren, dass Chile die Suche nach ihnen eingestellt hat.

Das dritte Buch von Vierci, ein Freund Parrados habe ich erst angefangen zu lesen, aber es lässt alle Überlebenden in je einem Kapitel zu Wort kommen und schildert auch den weiteren Verlauf ihres Lebens und welche Auswirkung die Katastrophe darauf gehabt hat, wie sie heute noch Kontakt halten. Für Spanischleser auch zu empfehlen.

Nando Parrado: 72 Tage in der Hölle, Goldman 2007, ISBN 9783442154982, 9,95 EUR

Pablo Vierci: La Sociedad de la Nieve, Random House Mondadori 2009, ISBN 9788483068335
Branka Kramaric
44
Branka Kramaric aus Langgöns schrieb am 10.09.2012 um 13:34 Uhr
Herzlichen Dank für die ergänzenden Angaben. Die Unterschiede im Verhalten der einzelnen Menschen im Angesicht solch extremer Umstände sind beeindruckend und faszinierend zugleich. Was mir vor allem gut gefallen hat: Das Buch hält sich sehr sachlich an die Realität und Read versucht nicht das Drama "auszuschmücken".
Astrid Patzak-Schmidt
3.415
Astrid Patzak-Schmidt aus Gießen schrieb am 10.09.2012 um 14:28 Uhr
Ein interessanter Tipp, vielen Dank! Ich werde das Buch ganz bestimmt kaufen und natürlich lesen...
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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von:  Branka Kramaric

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Branka Kramaric
44
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