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Buchtipp: Dr. med. Michael Spitzbart "Erschöpfung und Depression: Wenn die Hormone verrücktspielen Burnout-gefährdet? Ihr Blut verrät’s!"

Langgöns | Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendwo ein Artikel oder ein neues Buch zum Thema Burn-Out erscheint. Jetzt hat sich auch der Bestsellerautor und Präventionsmediziner Dr. Michael Spitzbart mit dem Thema beschäftigt - allerdings aus einer etwas anderen Perspektive. Wie der Untertitel des Buches „Erschöpfung und Depression: Wenn die Hormone verrücktspielen - Burnout-gefährdet? Ihr Blut verrät’s!“ – anklingen lässt, geht er das Ganze von der medizinischen Seite an.

Burnout und Depression – so schreibt er, seien kein persönliches Versagen. Oft stecke ein gestörter Hormonstoffwechsel dahinter. Ausführlich beschreibt Dr. Spitzbart zunächst den Hintergrund und Verlauf eines Erschöpfungssyndroms. Dieses Krankheitsbild, das sich hinter dem viel zitierten Burnout verbirgt, bildet sich aufgrund von negativer Stressbelastung über einen längeren Zeitraum. Die Veränderung unserer Arbeitswelt – permanente Verfügbarkeit, mehr Druck, unsichere Arbeitsplätze - aber auch die negative Wirkung von Vorgesetzten und die Zunahme von Existenzängsten in Krisenzeiten tragen dazu bei. Allerdings ist nicht jede Person gleichermaßen
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gefährdet: Besonders anfällig sind zum einen Personen, die besonders aktiv sind, sich voll für eine Sache einsetzen und überengagiert und leistungsorientiert sind. Sie überfordern sich auf lange Sicht und „verbrennen sich selbst“. Die andere Gruppe der besonders Gefährdeten sind eher passive Persönlichkeiten, denen es schwerfällt „Nein“ zu sagen. Sie haben ein geringeres Selbstwertgefühl, trauen sich nicht, Grenzen zu setzen und haben oft auch keine klaren Ziele. Sie werden im Betrieb oder der Organisation „verschlissen“. In der Folge entsteht eine Erschöpfungsspirale, die von Schlafstörungen und Energieverlust bis hin zu einer schweren Depression führen kann.

Die konventionelle Behandlung setzt neben der psychologischen Begleitung auf die Gabe von Antidepressiva. Das aber, so kritisiert der Autor, habe beträchtliche Nebenwirkungen und diene in erster Linie der Pharmaindustrie und weniger dem Patienten. Spitzbart setzt mit seiner eigenen Therapie auf körpereigene Mechanismen der Heilung. Da bei Stress vor allem gehirnaktive Aminosäuren verbraucht werden, entstehe ein Mangel an wichtigen Hormonen wie z.B. dem als Glückshormon bekannten Serotonin oder Dopamin und Noradrenalin, die für inneren Antrieb sorgen. Sorgt man jetzt dafür, dass genügend Grundbausteine für diese Hormone durch gezielte Ernährung oder speziell abgestimmte Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden, so verspricht Dr. Spitzbart, pendelt sich der Stress-Stoffwechsel wieder ein.

Aber ist das wirklich so einfach? Da bringen wir den Hormonstoffwechsel mit ein paar Proteinen und Mineralstoffen auf Trab und schon ist alles gut? Dass das nicht ausreicht, weiß auch der Autor und so findet sich im zweiten Teil des Buches eine breite Auswahl von präventiven Maßnahmen, die für ein Leben ohne Burnout wichtig sind. Es gilt vor allem die eigenen Muster und Strukturen zu hinterfragen. Beginnend mit der Überprüfung der eigenen Antreiber, z. B. es immer allen recht machen zu wollen oder etwas besonders gut und perfekt machen zu wollen, analysiert er die inneren und äußeren Energieräuber. Darüber hinaus gibt Spitzbart eine Vielzahl an guten und hilfreichen Tipps und Hinweisen zu einem gesunden ausbalancierten Leben – dem Umgang mit Belastungen, Meditation und Entspannung, Bewegung und Ernährungsgewohnheiten.

Vor allem dieser Teil macht das Buch zu einem hilfreichen und lesenswerten Ratgeber für Menschen, die sich im Stress befinden und Burnout-gefährdet sind. Es gibt Impulse zur Veränderung und zu einem anderen, präventiven Umgang mit sich selbst.

Das Buch ist erschienen im Kösel Verlag 2012, 158 S., € 17,99.

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