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Frischer Wind im Gemeindearchiv Langgöns

Langgöns | Ein Schritt zur Erhaltung der historischen Dokumente der Großgemeinde

Vielerorts wird der Wert historischer Dokumente zur Orts- und Regionalgeschichte durch Kommunalverwaltungen sehr gering geschätzt. Zu diesem Schluss muss man kommen, wenn man die Aufbewahrungsbedingungen einmaliger Unterlagen in vielen Städten und Gemeinden in den Blick nimmt.
In feuchten Kellern oder auf undichten Dachböden schimmeln und verrotten vor allem in kleineren Kommunen Unterlagen, die für die Identität und die Geschichte der jeweiligen Ortschaften von großem Interesse sind. Nicht selten dienen unwiederbringliche Dokumente auch als Nestbaumaterial für Mäuse oder als Nahrung für Schädlinge aller Art.
Die Gemeinde Langgöns hingegen erkannte bereits früh den Wert ihres Schriftgutes. Im Jahr 1998 stellte sie mit der Schaffung eines zentralen Gemeindearchivs in Langgöns geeignete trockene Räumlichkeiten für die Aufbewahrung der historischen Überlieferung der Ortsteile Cleeberg, Dornholzhausen, Espa, Lang-Göns, Niederkleen, Oberkleen und schließlich der Großgemeinde Langgöns im Dachgeschoss des neu errichteten Bauhofgebäudes zur Verfügung. Schimmel und Mäusebefall stellen seither kein Problem mehr für die historischen Dokumente der Gemeinde dar.
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Langgöns (171)Archiv (6)
Allerdings wies die zuständige Archivarin Marei Söhngen-Haffer durch regelmäßige Klimamessungen im Archivmagazin seit 2009 nach, dass das Schriftgut im Jahresverlauf starken Temperaturschwankungen mit Spitzen im Sommer bis 29 °C ausgesetzt ist und die Luftfeuchtigkeit insgesamt als eher zu gering und im Jahresverlauf mit Werten zwischen 16 % und 49 % ebenfalls als stark schwankend eingestuft werden muss. Beides führt auf lange Sicht zu mechanischen Schäden am Schriftgut, zu Austrocknung und Versprödung, einer beschleunigten Alterung und hohen Restaurierungskosten bzw. im schlechtesten Fall zum Verlust des Materials, so dass dringender Handlungsbedarf bestand.

Nun ist ein entscheidender Schritt zur weiteren Verbesserung der Lagerungsbedingungen im Gemeindearchiv Langgöns getan worden. Ende Juli/Anfang August dieses Jahres konnte eine Klimaanlage installiert werden, die für stabile Temperatur- und Luftfeuchtigkeitswerte im gesamten Archivmagazin sorgen soll. Angestrebt wird, einen aus energetischer und archivischer Sicht geeigneten Mittelwert von circa 20 °C und 50 % Luftfeuchtigkeit über den Jahresverlauf zu halten und somit optimale Aufbewahrungsbedingungen für das historische Schriftgut der Gemeinde Langgöns und ihrer Ortsteile zu gewährleisten. Der nötige Strom kann dabei aus der Solaranlage auf dem Dach des Bauhofgebäudes bezogen werden.
Durch die Verbesserung der Lagerungsbedingungen, zu der neben einem stabilen Klima auch die Nutzung säurefreier Verpackungsmaterialien und die Entmetallisierung des Schriftgutes beitragen, werden auch kommende Generationen noch in der Lage sein, die geschichtliche Entwicklung der Langgönser Ortsteile anhand der Dokumente im Gemeindearchiv zu erforschen.

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von:  Isabel Haub

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