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Wofür brauchen wir Breitband?

von Stefan Baldusam 05.02.20121362 mal gelesen2 Kommentare
Langgöns | „Ich brauche kein (schnelleres) Internet! Warum soll ich dafür bezahlen?“
Ähnlich wurde vor zehn Jahren auf die Frage nach einem Handy geantwortet.

Auch wenn man persönlich keinen Wert auf die Annehmlichkeiten wie E-Mail, Internet-TV, Videotelefonie oder einfach nur flüssige YouTube Videos legt, hat der Einzug des Internets in unser tägliches Leben längst begonnen und breitet sich mehr und mehr aus.
Neben der rasch wachsenden Zahl von Tablet-PCs, Smartphones und Spielekonsolen – hier ist die Notwendigkeit eines Internetanschlusses noch offensichtlich – greifen mittlerweile fast alle modernen Fernsehgeräte und zunehmend auch Haushaltsgeräte wie Waschmaschine, Trockner, etc. auf Daten aus dem Internet zu (an dieser Stelle ein Hinweis auf die derzeit laufende Ausstellung der EON im Rathaus Lang-Göns „Intelligente Stromnetze“) .
Die Kommunikation unserer Lebensmittelversorger, Dienstleister und Handwerker läuft zum Teil schon ausschließlich über das Internet, medizinische Ergebnisse von Fachärzten oder Heim-Messgeräten (Stichwort Telemedizin) können fast ohne Zeitverlust an den behandelnden Mediziner weitergegeben werden.

Also ist –direkt oder indirekt, bewusst oder unbewusst- JEDER mit dem Netz verflochten.

Eine Liste der Auswirkungen des Internets auf unterschiedliche Bereiche ist beliebig erweiterbar; hier noch drei Beispiele:

Warum ist schnelles Internet für Immobilienbesitzer wichtig?
Hartmut Winter, Winter Projektbau-und Immobilienmanagement GmbH beurteilt die Lage wie folgt:
„Beim Verkauf bzw. Vermietung ist der schnelle Zugang ins Internet ein sehr wichtiges Thema. Schon bei der ersten Kontaktaufnahme fragen viele Interessenten nach einem Internet-Anschluss bzw. nach der Schnelligkeit der Verbindung. So kommt es gerade in Langgöns zu sehr vielen Absagen von potentiellen Käufern oder Mietern. Sollte es hier in Langgöns künftig keine Verbesserung geben, sehen wir den Zuzug von Neubürgern erheblich erschwert. Dies hat natürlich auch beim Verkauf einer Immobilie negative Auswirkungen auf den erzielbaren Kaufpreis. Wir schätzen, dass es hierbei zu einer Kaufpreisminderung von bis zu 30 % kommen kann. Der Zugang für schnelles Internet ist für jeden Immobilienbesitzer ein absolutes Muss.“

Warum ist schnelles Internet für Jugendliche wichtig?
Diese Frage wurde von der
Jugendpflege der Gemeinde Langgöns, Daniela Urban und Bianca Köhnke gemeinsam mit den jugendlichen Besuchern im Jugendraum erörtert.
Sie gaben an, dass es wichtig sei um mitreden zu können, sich beispielsweise neue Musikclips anschauen zu können und sich direkt online darüber auszutauschen. Um über die gängigen sozialen Netzwerke mit den Freunden in Kontakt zu sein; Informationen werden gepostet und verbreiten sich auf den Startseiten von Facebook. Für die Schule und für Hausaufgaben, wird besonders Google und
Wikipedia genutzt. Auch online um einkaufen zu können, wurde oft als Grund genannt. Für den Überblick über das Angebot verschaffen zu können, sei ein schneller Seitenaufbau nötig.
Das Freizeitverhalten von Jugendlichen ist stark durch das Internet geprägt.
Facebook und andere Netzwerke werden frequentiert, als Informationsquelle genutzt und sind zentrale Plattform für die soziale Teilhabe. Der Austausch findet heute nicht mehr ausschließlich persönlich, sondern in vielen Fällen ganztägig online statt. Für schulische Zwecke, für Hausaufgaben, Präsentationen, Referate und auch die Suche nach Ausbildungsplätzen wird das Internet genutzt, schneller Zugang und unkomplizierte Quellen sind hierbei wichtig. Das Bewerbungsverfahren ist in vielen Fällen auch online zugänglich, Betriebe erwarten die Unterlagen im pdf Format und streben das papierfreie Büro an.
Der Umgang mit den Medien Computer und Internet sind Schlüsselqualifikationen, die Jugendlichen das Tor zur Welt in ganz anderer Weise öffnen, die Welt kommt nach Hause und ist täglich schnell verfügbar.

Warum ist schnelles Internet für die Bildung wichtig?
Eine klare Aussage liefert
Mirjam Zinganell, komm. Schulleiterin der Grundschule Langgöns:
„Da nun auch mittlerweile Interaktive Boards den Einzug in die Schule gefunden haben, um den Jüngsten die Zukunftstechnologie nutzbar zu machen und auch als selbstverständliches Hilfsmittel der Gegenwart näher zu bringen, spielt das Internet eine immer größer werdende Rolle. Zunehmend werden Mediatheken online in den Unterricht eingebunden. Der Umgang der Schülerinnen und Schüler mit Lernprogrammen ist im täglichen Unterricht verankert. Die damit verbundenen größeren Datenmengen können nur über eine Breitbandleitung sinnvoll übertragen und genutzt werden, eben dem „schnellen Internet“. Durch die klar reglementierte Zeitvorgabe einer Schulstunde kann man nun nicht warten, bis eine Datei über die alten Leitungen den Weg ins Klassenzimmer gefunden hat, sondern nach Stand der Technik mit DSL-Speed auf dem Board dargestellt wird.
Nicht zu vergessen, dass auch die Lehrkräfte das schier unerschöpfliche Wissen des WWW nutzen, um den Unterricht vorzubereiten.
Daher lautet unsere Devise ganz klar:
…Bitte mehr Bit!“

Fazit: Wir brauchen den Breitbandausbau für unsere Zukunft.

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Kommentare zum Beitrag

Ulrike J. Schepp
1.180
Ulrike J. Schepp aus Reiskirchen schrieb am 06.02.2012 um 09:30 Uhr
Schnelles Internet für Jugendliche?

Für Bewerbungen braucht man kein schnelles Internet... Email und Weboberflächen für Online-Bewerbungen kommen auch mit langsamsten Verbindungen klar. Man braucht halt etwas Geduld, technische Voraussetzungen sind aber minimal

Wenn man recherchiert ist ein etwas schnellerer Zugang schon wünschenswert... aber da ist DSL1000 auch ausreichend

Wo man wirklich einen schnellen Zugang braucht ist zum Streamen von Videos, Musik und vor allem beim Gamen. Wenn man den headshot schon bekommen hat, bevor man selbst die Chance hatte den Gegner überhaupt zu bemerken, dann ist das mehr als ärgerlich. Langsame Pingzeiten beim Gamen gehen garnicht.

Da das viele Jugendliche, Heranwachsende und junge Familien betrifft ist ein schnelles Netzwerk natürlich ein klares Kriterium, ob man in Gebieten mit langsamem Netz eine Wohnung mietet oder gar ein Haus kauft.

Schnelles Netzwerk für Firmen?

Zeit ist heutzutage noch knapper als Geld... schnelle Netzwerke gehören zu einer ordentlichen Infrastruktur ebenso wie Wasserleitungen oder Stromversorgung. Wäre für mich als Firma auch ein klarer Standortfaktor.

Schnelles Netzwerk von den Netzbetreibern?

Da es mal wieder nur um's Geld geht, wird die Infrastruktur nur dort ausgebaut, wo es sich für die Netzbetreiber auch lohnt... also entweder zahlen oder genug Interessenten beibringen... leider
Stefan Baldus
49
Stefan Baldus aus Langgöns schrieb am 06.02.2012 um 18:27 Uhr
Nur zur Information:
In Teilen des Ortsteils Lang-Göns (vor allem, man beachte, im Neubaugebiet) ist DSL-light 386 schon das Maximum!
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Stefan Baldus

von:  Stefan Baldus

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Interessensgebiet: Langgöns
Stefan Baldus
49
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