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Aus dem Leben der Bienen

Langgöns | Was machen Bienen im Winter?

In der Natur ist es so üblich, daß es kalt und naß ist, windig und ab und zu ein paar Sonnenstrahlen durch die Wolken hervorkommen. Wir Menschen denken an solchen unfreundlichen Wintertagen, wenn wir im Warmen sitzen, auch an unsere Mitgeschöpfe wie Waldtiere, Vögel und andere.

Wie schön ist es da zuhause bei einer Tasse Tee, gesüßt mit Honig!

Wir Imker erinnern uns an unsere Bienen, für die wir ja die Verantwortung übernommen haben: Haben wir alles richtig gemacht? Was machen die Bienen an einem kalten, regnerischen oder frostigen Tag in ihrem Stock? Verfallen sie in eine Art Winterstarre, wie viele andere Insekten?

Nein, die Königin geht mit ihren Winterbienen von September/Oktober an in die Winterpause. Im Gegensatz zu den Sommerbienen (diese werden nur ca. 6-7 Wochen alt) überleben die Winterbienen 6 Monate lang in der Wintertraube.
Im Vergleich zu vielen anderen Insekten sind die Bienen aktiv. Zum Beispiel fressen sie gespeicherten Honig, weil sie zum "Aufheizen" ihres Stockes viel Energie durch Muskelbewegungen verbrauchen. Es wird dann wohlig warm im Stock - bis zu 35 Grad - auch bei Frost, wenn sie mit der Brut angefangen haben (Ende Februar/Anfang März).
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Gerade bei Frost rücken die Bienen ganz eng zusammen und wärmen sich gegenseitig. Sie bilden - im Fachjargon - die Wintertraube, ein rundes Gebilde aus tausenden von Bienen, und mitten drin sitzt die Königin. Die Wärme wird erzeugt durch Vibrieren der Muskeln - sie zittern sich sozusagen warm.

Das ganze Leben in der Wintertraube ist praktisch Teamwork. Bienen im Außenbereich werden immer wieder von aufgewärmten Bienen aus der Mitte abgelöst und gefüttert. Die Energie dazu liefert das Winterfutter in Form von Zuckerwasser, welches der Imker den Bienen als Ersatz für den von ihm entnommenen Honig gegeben hat. Ein guter Imker läßt trotzdem einige Waben mit Honig im Stock, schon wegen der Vitamine und Hormone, die das Immunsystem der Bienen aufrecht erhalten. Das Ersatzfutter und der Honig sind praktisch die Kohle oder das Öl, wie bei uns Menschen bei der Heizung. Bis zu 20 kg Vorrat sollten zum Überleben im Stock sein, denn dieses energiereiche Futter wird in tausenden von Körpern in Wärme umgesetzt.

Während der ganzen Monate vom letzten Bienenflug bis zum neuen Bienenjahr bleibt der Stock offen. Das Flugloch ist geschützt gegen fressgierige Feinde, klein und gesichert (mit Mäusegitter). Doch auch im Winter "müssen" die Bienen mal, nämlich auskoten. An Wintertagen bei 10-12 Grad verlassen sie dazu ihren Stock für ihren Reinigungsflug. Dabei spritzen sie ihren Kot aus, mit dem sie sonst den Stock verschmutzen würden (Grundlage für Krankheiten etc.). Darum verwendet der Imker immer ausreichend Zuckerwasser, denn dieses Futter hat weniger Ballaststoffe als Honig, und die Bienen brauchen nicht so oft "raus" in die kalte Luft.

Bereits im Februar (temperaturabhängig) endet die Winterruhe langsam, und der sprichwörtliche Fleiß der Bienen erwacht erneut im Kreislauf des Bienenlebens.

Weitere Fragen beantwortet gern Imker Heinz Kauder, Tel. 06403-74025.

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von:  Heinz Kauder

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Interessensgebiet: Langgöns
Heinz Kauder
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