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"Das größte Wachstumsprogramm aller Zeiten"

Thorsten Schäfer-Gümbel und Sigmar Gabriel (rechts)
Thorsten Schäfer-Gümbel und Sigmar Gabriel (rechts)
Langgöns | Thorsten Schäfer-Gümbel stellt Energie-Konzept der SPD vor

Bis 2050 kann Deutschland seine Versorgung zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien decken. Das ist Ziel des SPD-Energiekonzepts. Die Vorschläge hätten Potenzial für kräftiges Wirtschaftswachstum und hunderttausende Jobs, sagte der Vorsitzende der SPD-Energiekommission, Thorsten Schäfer-Gümbel, vor Mitgliedern des Unterbezirksvorstands der SPD in Gießen. Erst kürzlich hat er Eckpunkte des Konzepts zusammen mit dem Vorsitzenden der SPD,Sigmar Gabriel, in Berlin vorgestellt.

Die Bundesregierung debattiere noch darüber, wie sie ihre Laufzeitverlängerung für alte Atomkraftwerke wieder rückgängig machen könne. Einzelheiten der von ihr proklamierten Energiewende seien indes noch völlig offen. Die SPD hingegen habe bereits sehr klare Vorstellungen von der Energieversorgung der Zukunft.

100 Prozent Erneuerbare bis 2050

Im Zentrum stehe das Ziel, bis 2050 die gesamte Energieversorgung in Deutschland durch Erneuerbare Energien zu decken. Es gehe darum, „Deutschland zum energie- und ressourceneffizientesten Volkswirtschaft der Welt zu machen“, skizzierte
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Schäfer-Gümbel den Anspruch des 50-Punkte-Plans. „ Nur eine Energiewirtschaft auf der Basis von erneuerbaren Energiequellen, die alle nationalen Ressourcen so intelligent und so effizient wie möglich nutze, könne sich aus der Abhängigkeit von fossilen und den Gefahren von nuklearen Ressourcen befreien“, heißt es in dem Konzeptpapier.

„Demokratisierung“ der Energiepolitik

Bis 2020 sollen dafür alle deutschen Atomkraftwerke abgeschaltet werden und unverzüglich die von Schwarz-Gelb gestoppte Suche nach einem sicheren Endlager für atomare Abfälle wieder aufgenommen werden. Die Macht der vier großen Energieversorger in Deutschland wolle die SPD deutlich begrenzen. Sie sollten 2050 weniger als die Hälfte der gesamten Energieversorgung beisteuern. Denn es gehe auch um eine „Demokratisierung der Energiepolitik“, Stadtwerke etwa oder auch einzelne Personen könnten künftig selbst bedeutende Anteile der Energieversorgung übernehmen. Dies brächte mehr Wettbewerb und langfristig stabile Strompreise. Und die Konsumenten wären nicht länger der Willkür der großen Versorger ausgeliefert.

Das Konzept der Gießener SPD für eine Energiewende hin zu erneuerbaren Energien und der Stärkung dezentraler Elemente in der Energieversorgung werde durch das Energiekonzept der Bundespartei bestätigt. Egal ob Sonnen-, Bio-, Wind- oder Wasserkraft, diese erneuerbaren Energien würden unter sozialdemokratischer Verantwortung systematisch ausgebaut. Die Wende zu einer nachhaltigen Energiewirtschaft eröffne für unsere Kommunen, unsere Bürgerinnen und Bürger, für unser Handwerk und für unsere Wirtschaft vor Ort ein großes Spektrum an Handlungsmöglichkeiten und Finanzkraft. Es bedeute aber auch zukunftssichere, kalkulierbare und gerechte Energieversorgung für immer und alle. Durch Investitionen in diesem Bereich könnten Aufträge für Unternehmen und Handwerk sowie Forschungs- und Fördermittel mit einem Wertschöpfungspotenzial in Milliardenhöhe für den Landkreis Gießen eingeworben werden. Millionenbeträge, die heute aus dem Landkreis Gießen für Stromimporte abfließen, könnten dann sinnvoll für die Infrastruktur des Landkreises eingesetzt werden.

Gesellschaftliche Akzeptanz ist nach Überzeugung Schäfer-Gümbels auch bei dem oft diskutierten Netzausbau möglich – wenn die Politik aktiv auf die Menschen zugehe, um gemeinsame Lösungen zu entwickeln. Einzelheiten müssten in der weiteren Entwicklung festgelegt werden. Denn dies sei unter anderem davon abhängig, wie viel dezentrale und wie viel zentrale Stromproduktionsstandort entstehen.

Als „Brückentechnologie“ in das Zeitalter regenerativer Energieversorgung sieht die SPD hocheffiziente Kohle- und vor allem Gaskraftwerke. Sie würden für die Übergangszeit gebraucht um die notwendige Grundlast zu sichern.

Gute Arbeit, Ausbildung und Einkommen für hunderttausende Menschen

Vor allem sieht die SPD in einem entschlossenen Umbau der Energieversorgung nach den notwenigen Anschub-Investitionen auch riesige Chancen für den Wirtschaftsstandort. „ Die Energiewende wird Gute Arbeit, Ausbildung und Einkommen für hunderttausende Menschen schaffen und sichern, gerade auch in den ländlichen Regionen. Zukunftsfähige Arbeit können wir nur sichern und ausbauen, wenn wir uns im globalen Wettbewerb den Herausforderungen der Energiewende und des Klimaschutzes stellen“, heißt es im SPD-Konzept.

Ein solcher Umbau der Energieversorgung habe „das Potenzial für das größte Wachstumsprogramm aller Zeiten“, unterstrich Schäfer-Gümbel.

Michael Diehl
Pressesprecher SPD-Unterbezirk Gießen

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