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Blasorchester präsentiert im Bürgerhaus Musiklegenden

Langgöns | Verlegung des Auftrittsorts in Lang-Göns macht sich bezahlt - Frischer Frühlingsmelodienstrauß geboten - Musiker begeisterten mit einem big-bandreifen Auftritt - Gäste fordern mehrere Zugaben
„Das Blasorchester präsentiert Musiklegenden“, so lautete das Motto des zum 15. Male veranstalteten Frühlingskonzerts des Blasorchesters Lang-Göns, das diesmal im Bürgerhaus Lang-Göns über 250 Besucher erfreute. Die Entscheidung, das Konzert statt wie bisher im Saal des Landgasthofs Gambrinus diesmal im Bürgerhaus durchzuführen und anstelle von Eintrittsgeld um Spenden zu bitten, um die Zuschauerzahlen zu steigern, erwies sich als gelungen. Dies zeigten die zahlreich erschienenen Gäste, darunter auch viele Senioren aus dem Awo-Sozialzentrum, die dank der Barrierefreiheit des Bürgerhauses in den Genuss des Konzerts kommen konnten.

Unter den Gästen begrüßte Moderator Horst Biadala (Holzheim) auch den Langgönser Bürgermeister Horst Röhrig, den Ehrenvorsitzenden des Blasorchesters Otto Öhler und den Ehrenstabführer Berndt Schwan.

Den Besuchern wurde ein äußerst bemerkenswertes Frühlingskonzert geboten und die Musiker
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Konzert Blasorchester Langgöns Momberger (1)
servierten mit ihrem Konzerthöhepunkt des Vereinsjahres wieder einen Hörgenuss aus den unterschiedlichsten musikalischen Genres. Besonders im ersten Teil des von Dirigent Paul Momberger zusammengestellten Programms wussten die Frauen und Männer am Holz und Blech mit »beswingten« Stücken zu begeistern. Es wurde hörbar deutlich, dass Momberger die erfolgreiche Arbeit seines Vorgängers Alexander Fischer fortgesetzt und durch seinen Einfluss das Spiel der Blasmusikanten genau so wie die Auswahl der einzelnen Stücke noch frischer und virtuoser gemacht hatte.
Es war ein bunt gemischter, frischer Frühlingsmelodienstrauß aus vielen modernen Stücken, Walzer- und Polkamelodien sowie Märschen, der einen abwechslungsreichen Querschnitt durch das vielfältige musikalische Können des Blasorchesters bildete: Den Auftakt machte der Konzertmarsch „Arsenal“, eine recht stattliche Komposition im Stile der britischen Traditionsmärsche von Jan van der Roost. Gerade bei moderneren Titeln wie „Pirates of the Caribbean“, den Höhepunkten aus den Webber-Musicals „Cats“ und „Phantom der Oper“ mutete das Blasorchester an, als sei es eher eine Big Band, die zum Tanz aufspielt als eine Truppe, die sich den Freuden der Dicke-Backen-Musik hingibt. Nicht zuletzt deshalb, weil zeitweise neben Wah-Wah-Dämpfern an den Trompeten die Schlagwerkzeuge viel präsenter waren und zudem der Einsatz einer Bassgitarre den Klang in die Big-Band-Richtung lenkte. Überraschend auch für die Zuhörer, dass des Orchester dem »Lalala« in Michael Holms „Tränen lügen nicht“ Singstimme verlieh. Ungewohnt ebenso, wie der Dirigent seinen Taktstock beiseite legte und stattdessen den »Holm« machte. Damit unterstrich Momberger ein weiteres Mal, dass die Zuschauer bei ihm immer mit Neuem rechnen müssen: Bereits bei einem der vergangenen Weinfeste des Blasorchesters stand der Dirigent plötzlich in Kilt und mit Sackpfeife auf der Bühne und dudelte zur Freude des Publikums das bekannte „Highland Cathedral“. Auch in ihrem Danke-schön-Medley im Gedenken an die Musiker- und Komponistenlegende Bert Kaempfert trumpften die Musiker mit bekannten Melodien wie „Spanish Eyes“ beim begeisterten Publikum.
So wie der erste Teil endete, so wurde der zweite Konzertteil fortgesetzt, mit viel Tempo, Schwung und Gefühl. Nach dem einleitenden „Gonna fly now“ aus dem Film Rocky und dem Swing-Titel „Sing, sing, sing“ folgte das weltberühmte „My Way“ von Frank Sinatra. Hier brillierte erneut Dirigent Paul Momberger mit seinem Gesangssolo, als er in ergreifender Weise den Lebensrückblick eines Menschen am Lebensende präsentierte. Den Schlusspunkt des swingenden Programmteils bildete „Tijuana Taxi“ von Herp Albert.
Natürlich durften auch „klassische“ Blasmusikstücke nicht fehlen und so kamen die Freunde der »echten Blasmusik« genauso auf ihre Kosten wie diejenigen, die es lieber etwas flotter und »populärer« mögen: So zog auch ein »Böhmischer Wind« von Ernst Mosch über die Köpfe der Zuhörer hinweg, ebenso wie »Musik, die das Herz berührt von Otwin Balser.
Mit dem Titel „Blumengrüße“ verbanden die beiden Vorsitzenden Jörg Handeck und Ralf Olbort ihren Dank an die Aktiven des Blasorchesters und ihren Dirigenten. Einzeln genannt wurden die Musiker, die das Konzert als „Auswärtige“ unterstützten, Carsten Brück aus Wißmar (Tuba), Dietmar Jäger aus Dorf-Güll (Trompete). Dankesworte gingen auch an Benjamin Olbort und Oliver Luk, die das Konzert mit einer Videopräsentation ergänzten, außerdem an die Helfer und Sponsoren. Ihren ersten Auftritt beim Frühlingskonzert hatten Aaron Böttcher und Laura Wahl (beide Schlagzeug), Melina Menges (Alt-Saxophon), Jens Kempgens (Tuba) und Vera Thiesen-Rath (Klarinette). Eingebunden in das Programm war auch die Ehrung des langjährigen Aktiven Willi Rusch (Kirch-Göns) für seine 40-jährige Vereinsmitgliedschaft.
Mit der „Fuchsgraben-Polka“ von Karel Vacek und Gerald Weinkopf beendeten die Musiker eine ansprechende und künstlerisch hochklassige Konzertdarbietung, die vom Publikum mit großem und lang anhaltendem Beifall bedacht wurde, sodass mehrere Zugaben obligatorisch waren.
Eine vom Publikum viel beachtete Ausstellung mit historischen Fotos und Utensilien „Aus vergangenen Tagen“ des Vereins, darunter auch alte Instrumente, Gästebücher und Fahnen, komplettierte das Konzert, dem das renovierte Bürgerhaus Langgöns und der zwei geteilte Große Saal einen hervorragenden Rahmen bot. Die Chance, das »gewandelte« Orchester wieder zu hören, bietet sich schon bald: Am 13. Juni beim Hessentag in Oberursel und am 23. Juni beim »Musikalischen Frühschoppen« auf dem vereinseigenen Zeltplatzgelände.

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von:  Reinhard K. Puhl

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Interessensgebiet: Langgöns
Reinhard K. Puhl
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