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Zum Schutz von Bodenbrütern in der Wieseckaue sollen Hunde angeleint werden

RP-Abteilungsleiterin Gudrun Baum, Ulrike Brockerhoff (RP), Dr. Hans-Joachim Grommelt (UNB Gießen), Björn John (Abteilung ländlicher Raum beim Lahn-Dill-Kreis), Sigrid Brühl (UNB Gießen).
RP-Abteilungsleiterin Gudrun Baum, Ulrike Brockerhoff (RP), Dr. Hans-Joachim Grommelt (UNB Gießen), Björn John (Abteilung ländlicher Raum beim Lahn-Dill-Kreis), Sigrid Brühl (UNB Gießen).
Langgöns | Amtliche Naturschützer aus Regierungspräsidium (RP) und Stadtverwaltung Gießen haben am 31. März im europäischen Schutzgebiet „Wieseckaue östlich Gießen“ sechs Hinweistafeln zum Schutz seltener Wiesenbrüter aufgestellt. Spaziergänger und Hundehalter sollen damit unter anderem auf den seltenen Wachtelkönig aufmerksam gemacht werden, der dort ungestört seinen Nachwuchs ausbrüten will. Die eindringliche Bitte auf den Tafeln lautet: Hunde sollen von April bis Juli angeleint werden.
Die Wieseckaue erstreckt sich entlang der Wieseck in Richtung Trohe und Rödgen. Ihr besonderer Reiz liegt in den großflächigen Wiesen, auf denen sich gleichermaßen Besucher und etliche gefährdete Tier- und Pflanzenarten wohl fühlen. Viele verschiedene Wiesengesellschaften entwickelten sich über Jahrhunderte durch extensive Landwirtschaft auf dem Areal. Auch heute noch sind auf 20 Quadratmetern Bodenfläche bis zu fünfzig verschiedene Gräser und Kräuter zu finden - ein Aspekt der dazu führte, dass das Gebiet heute europäisches FFH- und Vogelschutzgebiet ist.
Auch der Wachtelkönig, eine weltweit gefährdete Vogelart, wusste noch bis vor
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etwa sechs Jahren die Vorzüge der Wieseckaue zu schätzen, berichtet das RP. Der seltene Vogel gehört zu den sogenannten Wiesenbrütern, die ihre Eier auf dem Boden ausbrüten. Acht bis zehn rufende Männchen konnten die Ornithologen in früheren Jahren schon in dem Gebiet zählen, womit sich die Wieseckaue zu einem der besten Wachtelkönig-Brutgebiete in Hessen etabliert hatte. Doch seit einigen Jahren bleiben die brütenden Paare aus. Der gesamte Brutbestand in Hessen wird noch auf zehn bis 40 Paare geschätzt. Die Obere Naturschutzbehörde beim RP Gießen hat eine vogelkundliche Untersuchung in Auftrag gegeben, die zu dem Ergebnis kommt, dass speziell in der Wieseckaue enorm viele Ursachen den Brutvorgang stören. Vor allem frei laufende Hunde und Spaziergänger, die querfeldein durch die Wiesen gehen, seien ein Risiko, denn bereits einmalige Störungen in den Wiesen können zum Verlust der Eier oder der Jungen führen. Auch die Untere Naturschutzbehörde (UNB) der Stadt Gießen, die die Wieseckaue bereits über einen sehr langen Zeitraum beobachtet, kommt zu entsprechenden Ergebnissen. „Wir mussten leider feststellen, dass die Beeinträchtigungen seit einigen Jahren sehr stark zugenommen haben“, berichtet Dr. Hans-Joachim Grommelt, Leiter der UNB. In manchen Bereichen sei die Belästigung der brütenden Vögel sogar so groß, dass quer durch die Wiesen verlaufende, breite Trampelpfade ausgetreten wurden.
Nun sollen die Hinweistafeln Abhilfe schaffen, auf denen die Besucher der Wieseckaue eindringlich gebeten werden, während der Brutzeit von Anfang April bis Ende Juli die Hunde anzuleinen, auf den Wegen zu bleiben und nicht durch die Wiesen zu gehen.
„Aufgrund der besonderen Bedeutung des Areals als Naherholungsgebiet vor den Toren der Stadt Gießen wurde der Zeitraum, in dem die Hunde angeleint werden sollen, auf die Brutzeit der Wiesenvögel von April bis Juli beschränkt.“ erläutert Ulrike Brockerhoff vom Gießener Regierungspräsidium. Die Beschränkung auf diesen Zeitraum sei ein Kompromiss zwischen den unterschiedlichen Nutzungs- und Schutzinteressen, betont die Naturschutz-Expertin. Sollten freiwillige Maßnahmen, wie dieser Appell, jedoch nicht ausreichen, um den Schutz der Arten zu gewährleisten, könne es sein, dass weitergehende Verbote notwendig werden. Bei Verstößen käme es dann auch zur Verhängung von Bußgeldern, heißt es abschließend.

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