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Alles Käse-oder was? Armin Valet klärt über Lebensmittelimitate auf

Lebensmittelchemiker Armin Valet klärt auf
Lebensmittelchemiker Armin Valet klärt auf
Langgöns | Man kennt ihn aus dem Fernsehen. Wenn mal wieder das Thema "Lebensmittelimitate und Etikettenschwindel" aktuell ist, ist der Hamburger Lebensmittelchemiker Armin Valet Gast in Talkshows und Podiumsdiskussionen. Zudem ist er Autor des 2007 erschienenen Buches „Vorsicht- Supermarkt“.
Vergangenen Dienstag erklärte Valet auf Einladung von Wolfgang Bergenthum, Chef der Sparkasse Gießen, den 180 staunenden Gästen in der Pohlheimer Volkshalle was es mit dem Kleingedruckten auf unseren Lebensmittelverpackungen auf sich hat.
„Klarheit und Wahrheit statt Irreführung und Täuschung“ lautet Valets Motto. Am Beispiel Analogkäse machte er deutlich, wie der Verbraucher getäuscht werden solle, hat dieser "Kunstkäse“ doch mit dem Milchprodukt Käse nichts gemeinsam. Für Laien kaum vom Original zu unterscheiden besteht er statt aus Milch- aus Pflanzenfett. Um dieses günstig anbauen und auf dem Weltmarkt anbieten zu können wird anderenorts auch gerne mal wieder ein Stück Regenwald abgeholzt. Hier habe sich aber auch gezeigt wie groß der Einfluss der Verbraucher auf die Industrie und die Gastronomie sein kann. Nach Bekanntwerden
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der Verwendung von Kunstkäse, vom Großhandel gerne mit phantasievollen Namen wie „Gastro- oder Pizzamix“ belegt, verweigerten die Verbraucher den dessen Verzehr und zwangen die Gastronomie so zum Umdenken. Heute kann man an vielen Bäckereien und Imbissen lesen, dass „wir nur natürlichen Käse verwenden“ berichtete Valet nicht ohne Stolz.
Aber auch beim Einkauf im Supermarkt ist nicht alles drin was draufsteht. So besteht der vorgestellte Sanddornsaft hauptsächlich aus Apfelsaft mit ein paar Prozenten Sanddorn, und Vanilleeis ist oft nicht einmal in die Nähe einer Vanilleschote gekommen. Desillusioniert wurde auch wer schon immer vom Aussteigerleben als Surimi-Garnelenfischer im Indischen Ozean träumte, denn diese Krebse sind keine sich im Salzwasser tummelnde maritime Lebensform, sondern bloß Presseiweiß. Vorsicht sei auch geboten bei allen Fertig-Produkten, bei denen mit „Typ, Geschmack oder Art“ geworben werde, denn diese hätten mit dem suggerierten Produkt nicht viel gemeinsam. So eine Hähnchenschnitte nach „Art Cordon Bleu“, die weder echten Schinken, noch richtigen Käse enthielt. Dabei täuschen nicht nur Billigmärkte ihre Kunden. Auch die neue Marmeladensorte einer etablierten Marke gibt sich verfälschender Weise betont regional und verspricht mit der Produktreihe „Hofladen“ ländliche heimische Idylle. Die verarbeiteten Holunder- und Johannisbeeren stammen aber nicht vom Obstbauern um die Ecke, sondern kommen aus Skandinavien und dem Allgäu.
Valet betonte, dass diese Produkte prinzipiell nicht gesundheitsschädlich für die Verbraucher seien. Jedoch würde gezielt eine höhere Produktqualität vorgetäuscht und der Kunde mit billiger Ware abgespeist. Hier will Valet aufklären und den Blick fürs Kleingedruckte auf den Etiketten schulen. Ein Erfolg ist es für ihn, wenn der eine oder andere Vortragsbesucher in Zukunft beim Einkauf mit offeneren Augen durch den Supermarkt geht.
Im Anschluss an den interessanten rund einstündigen Vortrag hatten die geladenen Gäste die Gelegenheit am Buffet echte Produkte aus der Region zu kosten.

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von:  Christiane Kowollik

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Christiane Kowollik
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