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Windkraftanlagen: Vergeblicher Kampf um Natur- und Ortsbild in Oberkleen, Cleeberg und Espa?

Langgöns | Nachdem sich das Langgönser Gemeindeparlament in seiner letzten Sitzung vor der Kommunalwahl am 27. März einstimmig gegen Windkraftanlagen bei Oberkleen, Cleeberg und Espa ausgesprochen hat, beschäftigt und emotionalisiert das Thema Windkraftanlagen die Bürger in den betroffenen Ortsteilen immer noch. Das Berichtet die Fraktionsvorsitzende der FDP, Barbara Fandré, in einer Pressemitteilung gegenüber dieser Zeitung.

Grund: Die Nachbarkommune Waldsolms hat sich 2009 dafür ausgesprochen, Vorranggebiete für Natur- Landschafts- und Landwirtschaftsgebiete umzuwandeln in Vorbehaltsgebiete für Windenergie. „Das ist im Aktuellen Regionalplan so festgelegt. Diese Entscheidung der Waldsolmser Kommunalpolitiker bedeutet im Klartext: Natur,- Wald- und Landwirtschaftsgebiete gegen Windkraftanlagen. So als habe man aus extremen Eingriffen in die Natur, beispielsweise der Rodung der Regenwälder, mit allen daraus resultierenden, verheerenden Folgen für das weltweite Klima, nichts gelernt.

„Sollte dieses Vorhaben umgesetzt werden, dann hätte dies nicht nur gravierende Folgen für die heimische Flora und Fauna, sondern auch
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für die Bürgerinnen und Bürger in den an Waldsolms angrenzenden Langgönser Ortsteilen Cleeberg und Espa“, darauf weist die Liberale Kommunalpolitikerin hin. Denn die bis zu 200 mtr. Hohen Windräder seien auch dort weithin sichtbar. Barbara Fandré betont: „Die Bürger aus Oberkleen, Cleeberg und Espa hätten dann vergeblich um ihr Natur- und Ortsbild gekämpft“. Sie informiert weiter: “Pro Windrad werden bis zu 5.000 qm² Wald gerodet. Für das benötigte Fundament werden gewaltige Erdmengen – 30 x 30 x 30 mtr. - ausgehoben und durch 27.000 Kubikmeter Beton ersetzt!“

Was solch ein massiver Eingriff in die Naturlandschaft, auch für die im Wald lebenden Tiere bedeute, könne sich jeder vorstellen!

Wald als natürlichen C02 Entsorger großflächig zu roden, um statt dessen Windräder zu errichten, sei schlicht kontraproduktiv und aus Gründen des Emissionshandel auch generell als kritisch zu sehen. Die schreckliche Natur- und Atomkatastrophe in Japan dürfe nicht dazu führen, durch Windkraftanlagen waldreiche Naturlandschaften dauerhaft zu zerstören.

Wer auf der einen Seite vorgebe, eine bessere Welt ohne Atomenergie zu wollen, der müsse auf der anderen Seite bestehende Wald- und Naturlandschaften für nachfolgende Generationen unbedingt erhalten.

„Um Vertrauen in die kommunale und interkommunale Politik in Bezug auf Natur- und Landschaftsgebiete wieder herzustellen, empfehle ich den Kollegen aller Fraktionen in Waldsolms, sich gegen Windkraftanlagen in und am Standort Wald auszusprechen. Und Zwar noch vor der Kommunalwahl am 27. März 2011!“

Abschließend kritisiert Fandré, die Oppositionsparteien missbrauchten die furchtbare Situation in Japan für Wahlkampfzwecke. „Es macht keinen Sinn, in unserem Land die Atommeiler abzuschalten, während die radioaktive Gefahr direkt an unseren Grenzen lauert. Wir haben ein globales Problem“. Immer wieder meldeten Tschechien, Frankreich oder etwa Groß-Britannien Störfälle in Kernkraftwerken. Einige der Risikomeiler bedrohten Deutschland unmittelbar – und das erst nicht seit gestern. Die rot/grüne Regierung unter Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte acht Jahre Zeit, Veränderungen vorzunehmen. Das sei nicht geschehen.

Dennoch, das Ziel müsse auf europäischer Ebene klar sein: Weg von der Atomenergie, hin zu vernünftigen regenerativen und erneuerbaren Energien.

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Kommentare zum Beitrag

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Thomas Pfund aus Gießen schrieb am 18.03.2011 um 21:26 Uhr
Keine Windkraftanlagen, keine Kohlekraftwerke, keine Atomkraftwerke vor der eigenen Haustür! Und wo soll der Strom dann herkommen?
7
Petra Meyer aus Allendorf (Lumda) schrieb am 18.03.2011 um 22:16 Uhr
Hallo Herr Pfund,

kann ich bitte bei Ihnen morgen früh vorbeikommen und ein 30x30x30 Meter tiefes Loch in Ihrem Vorgarten ausheben um eine 200 Meter hohe Windkraftanlage zu errichten ? Ich gehe davon aus, dass die Antwort "Nein" lautet. Genau so wenig wie Atomkraftwerke in eine Region mit 4 aktiven Erdplatten noch dazu in der Nähe von Tsunami gefährdeten Küsten gehören, gehören Windkraftanlagen in den Wald. Windkraftanlagen gehören offshore (ins Meer) und AKW weit weg vom Meer in nicht bevölkerte Gebiete, wenn überhaupt. So hat jede Energieerzeugungsanlage seinen Platz und dann kommt auch weiterhin der Strom aus der Steckdose. Ein Kompliment an Frau Barbara Fandré, sehr guter sachlich überzeugender Artikel !
12
Martina Schiefferer aus Langgöns schrieb am 19.03.2011 um 01:04 Uhr
Hallo Frau Frandre´,

Dankeschön...sie sprechen uns aus dem Herzen...
Die Erhaltung und der Schutz der Wälder sowie der heimischen Tierwelt und Pflanzenwelt sind wichtig – und mit 200 m hohen Windkraftanlagen wird eindeutig hochwertiger Lebensraum zerstört, fragmentiert und verlärmt.
Ganz zu schweigen von der Infraschallbelastung, Schattenwurf, Diskoeffekt, Eisschlag – und Brandgefahr, die von Windkraftanlagen ausgehen...
Wir sind auch für erneuerbare Energien, aber nur dort – wie von der Bundesregierung gefordert – wo es ökologisch und ökonomisch sinnvoll ist....
Barbara Fandré
385
Barbara Fandré aus Langgöns schrieb am 19.03.2011 um 09:45 Uhr
Liebe Frau Siefferer,
ich möchte mich auch bei Ihnen bedanken! Der Einsatz gegen Windräder in unserer waldreichen Region mit seinen teilweise selten gewordenen Bewohnern ist richtig! Windkraftanlagen gehören dort hin, wo der Wind bläst. Wir brauchen allerdings eine europäische Lösung - mindestens!
92
Heinz-Dieter Lipp aus Langgöns schrieb am 19.03.2011 um 21:24 Uhr
Hallo Barbara,
sehr guter und überzeugender Artikel - kann ich mich nur anschließen.
Barbara Fandré
385
Barbara Fandré aus Langgöns schrieb am 20.03.2011 um 00:06 Uhr
Hallo Dieter,

als Oberkleener und damit Betroffener, solltest Du vor Ort weiter für Aufklärungsarbeit sorgen mit dem Ziel, die Waldsolmser Bürgerinnen und Bürger verstärkt mit "ins Boot" zu holen! Lass Deine Beziehungen spielen. Der Verwaltungsgerichthof hat den Regionalplan 2009 für Nordhessen weitgehenst gekippt!! Ich zitiere: "Die Festlegung von Vorranggebieten mit Ausschlusswirkung für Windkraftanlagen im Regionalplan Nordhessen 2009 ist unwirksam. "
54
Thomas Pfund aus Gießen schrieb am 21.03.2011 um 10:00 Uhr
Hallo Frau Meyer aus Allendorf/Lda.,
ich bin schon sehr erstaunt darüber welche Emotionen ich mit meinem kurzen Satz bei Ihnen geweckt habe. Der erste Satz Ihres Kommentars trägt aber allerdings auch nicht gerade zur Versachlichung bei. Sie sollten meine Aussage "...vor der eigenen Haustür" nicht so wortwörtlich nehmen. Ich meinte damit z.B. sehr große Flächen die am Ortsrand eines Dorfes oder zwischen zwei Dörfern liegen. Ich bin da ganz Ihrer Meinung, dass Windkraftanlagen oder andere stromerzeugende Anlagen nicht in Naturschutzgebiete und in Wälder gehören. Wenn Sie allerdings behaupten, dass Windkraftanlagen nur in´s Meer (offshore) gehören, würde dass der Expertenmeinung widersprechen. Warum baut man dann Windkraftanlagen auf´s Festland z.B. in Gebirgslandschaften (Vogelsberg) oder in Küstenregionen? Wahrscheinlich weil hier genügend Wind vorhanden ist. Sonst würde man doch hier nicht so teure Investionen tätigen. Geht es nicht auch um´s liebe Geld? Erst kürzlich sah ich einen Bericht in der Hessenschau, wo sich die Bürgerinitiative eines Dorfes gegen den Bau einer geplanten Windkraftanlage ausgesprochen hat. Als Begründung wurde in erster Linie nicht angeführt, dass diese die Landschaft verschandeln würde, sondern dass durch das Aufstellen dieser Anlage die Grundstückspreise sinken könnten. Das eigene Haus oder Grundstück wäre dann wohl weniger wert. Natürlich ist es wichtig auch solche Aspekte und Befürchtungen von Bewohnern mit einzubeziehen. Für alles gibt es ein "Für" und "Wider" und vielleicht auch zu viel Lobbyisten, die in erster Linie ihre eigenen Interessen vertreten in unserem dichtbesidelten Land. Würde man allerdings alle Windkraftanlagen ins Meer bauen, würden sich auch wieder genügend Gegner finden. Ich erinnere nur an den Ausbau von Funkmasten, da regte sich auch erheblicher Widerstand in der Bevölerung, doch mittlerweile ist es um dieses Thema sehr ruhig geworden.
In diesem Zusammenhang möchte ich Sie an die Problematik des Ausbaus der Kläranlage und der Kostenumverteilung in "Ihrem" Dorf erinnern, auch hier formierte sich Widerstand. Hier ging es auch ums liebe Geld. Ein Bauträger war der Nutznießer, in dem er gute Geschäfte machte und die Dorfbewohner sollten die Mehrkosten in Form höherer Gebühren tragen.
54
Thomas Pfund aus Gießen schrieb am 21.03.2011 um 10:29 Uhr
Hallo Frau Meyer,
fast hätte ich es vergessen zu erwähnen.
Ich wohne in unmittelbarer Nähe zur "TREA = Thermische Reststoffbehandlungs- und Energieverwertungsanlage" in Gießen. Also habe ich eine solche Anlage auch vor "meiner Haustür" ;-). Hier werden vorsortierte Industrieabfälle verbrannt. Was glauben Sie welche Bedenken es seitens einer Bürgerinitiative und Bürgern hier vor einigen Jahren gegeben hat, da war der Aufschrei rießengroß. Ich kann die Bedenken der Menschen sehr gut verstehen, auch die in den Langgönser Ortsteilen. Es kann und darf aber auch nicht sein, dass nur wir Städter die Dummen sind, solche Anlagen hinehmen müssen und die Menschen in den Dörfern es schön haben. Eine gerechte Umverteilung muss schon gewährleistet sein, wenn es um den Bau von bestimmten Industrieanlagen geht, denn da haben ja alle etwas davon.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Barbara Fandré

von:  Barbara Fandré

offline
Interessensgebiet: Langgöns
Barbara Fandré
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