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Heidencommunity sieht Andachtsort durch Windkraft bedroht

Bei einer Feier am Grauen Stein
Bei einer Feier am Grauen Stein
Langgöns | Der Graue Stein, mancherorts auch der Götzenstein genannt, der oberhalb von Oberkleen schon seit Jahrtausenden als Landmarke und Andachtsort dient, ist akut durch Planungen einer Windkraftfirma bedroht. Im Gebiet "Am Götzenstein" soll ein Windkraft-Park entstehen, in dem mehrere Windräder von etwa 200m Höhe aufgestellt werden sollen.

Von der Bauzeit einmal ganz abgesehen, ist es für die dort regelmäßig Andachten abhaltende Heidengemeinde unterschiedlichster Couleur undenkbar, unter heulenden und wummernden Rotoren von mehreren Windkraftanlagen einen Gottesdienst abzuhalten.

"Es käme ja auch niemand auf die Idee, so riesige Windräder neben eine Dorfkirche zu stellen!" war aus Heidenkreisen zu vernehmen.

Obendrein sind dort weitere archäologische Bodenkmäler durch den erforderlichen massiven Einsatz von schwerem Bau- Transport- und Krangerät in höchstem Maß bedroht. Darunter mehrere Hügelgräber und eine unmittelbar neben dem Götzenstein liegende niedrige Wallanlage.

"Es werden hier die Reste alter Kulturlandschaft und alter Kulturen im heimischen Raum geopfert."

Die Heidengruppe legte Wert darauf, sich von den sog. Heiden des rechten Spektrums abzugrenzen.
"In diesem Kreis sind Personen unterschiedlichster religiöser Prägung. Gemeinsam ist uns, dass wir die Benutzung von Religion zum Transport von rassistischen, intoleranten, gewalttätigen und unterdrückerischen Ideologien ablehnen." so die Sprecherin. "Leider ist solch eine Abgrenzung immer wieder notwendig."

"Wir halten dort unsere Jahreskreisfeste ab und gedenken unserer Ahnen. Dazu ist ein Ort wie dieser, der seit so vielen Jahrtausenden mit der heimischen Geschichte verbunden ist sehr gut geeignet. Eine Zerstörung dieses Ortes wäre nicht nur ein Verlust eines Stückes Vergangenheit sondern auch eines von Gegenwart und Zukunft"

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Kommentare zum Beitrag

Antje Amstein
5.961
Antje Amstein aus Gießen schrieb am 23.02.2011 um 11:25 Uhr
Danke für den Beitrag, ich hoffe das sich ein reger Protest einstellt.
Thorsten Lux
900
Thorsten Lux aus Gießen schrieb am 23.02.2011 um 12:00 Uhr
Hmmm... durchaus interessant. Windkraft vs. Denk- und Gedenkstätte.

Damit stellt sich natürlich nicht bloß die Frage nach der Religionsfreiheit (natürlich in der Bedeutung der Freiheit zur Religion, aber auch der Freiheit von der Religion) und den Bedingungen ihrer Ausübung, sondern offenbar auch der archäologisch-hinstorische Wert eines solchen Terrains. Nihct zuletzt stellt sich aber auch die Frage wer dort die Windkraftanlage genehmigt hat, ob demjenigen (denjenigen?) die Zusammenhänge bewusst waren/sind und wo eventuell Alternativplätze für einen solchen Windpark denkbar sind.

Jedenfalls ein interessanter und überdenkenswerter Artikel, wie ich finde.
Ulrike J. Schepp
1.180
Ulrike J. Schepp aus Reiskirchen schrieb am 23.02.2011 um 12:47 Uhr
Das Problem ist, dass im Regionalplan 2009 dort keine Flächen für Windenergie ausgewiesen waren. Da aber Windkraft per Definition umweltfreundlich ist, bekommen die mehr oder weniger Baugenehmigungen auf Zuruf weil privilegierte Bauvorhaben.

Also muß man da gleich heftig rein grätschen um überhaupt etwas zu bewirken. Sonst werden einfach Tatsachen geschaffen. Aber das Landesamt für Denkmalschutz ist auch schon informiert.
Christian Momberger
10.830
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 23.02.2011 um 16:03 Uhr
Das ist ja alles sehr interessant. Ich hatte erst gedacht, es würde Sich hier nur um Wahlkampfgetöse von CDU und FDP lesen, als ich die entsprechenden Artikel von Frau Frandré und Co. hier gelesen hatte. Aber scheinbar hat es doch ernsthafte und nachvollziehbare Gründe, warum es dort keine Windräder geben sollte.
Dr. Tim Mattern
629
Dr. Tim Mattern aus Wettenberg schrieb am 23.02.2011 um 16:20 Uhr
Genehmigt ist doch noch gar nichts. Bei Errichtung einer WEA müssen über eine landschaftspflegerische Begleitplanung alle Fragen der Betroffenheit von verschiedenen Umweltgütern und der Umgang damit geklärt und entsprechend berücksichtigt werden, dazu zählt u. a. auch der Denkmalschutz. Insbesondere auf Ebene eines Abweichungsantrags, der benötigt wird, wenn die Anlagen außerhalb von ausgewiesenen Vorrangflächen ist eine vollständige Umweltprüfung erforderlich. Ohne Abweichungsgenehmigung braucht der Investor meines Wissens gar nicht erst den Bauantrag einreichen.
Stefan Walther
3.935
Stefan Walther aus Linden schrieb am 23.02.2011 um 18:15 Uhr
Tut mir leid, auch wenn ich hier gegen "den Trend" schreibe, aber mit sowas wie "Heidencommunity" kann (und will) ich nichts anfangen! Spirituelle Rituale sind mir generell sehr suspekt.

Sicher, damit ich nicht falsch verstanden werde, das für und wider ist unter ökologischen Gesichtspunkten zu beurteilen...aber für mich(!) nicht, ob man "bei der Andacht" gestört wird!?
Ulrike J. Schepp
1.180
Ulrike J. Schepp aus Reiskirchen schrieb am 23.02.2011 um 20:27 Uhr
@ Herr Walter: Auch so kann man die Sache sehen... gar keine Frage. Es geht dabei aber eher um ein Stück Kultur. Die ist nun mal etwas vielfältiger als nur die "christliche Leitkultur" alleine um die sich manche bemühen.

Aber wo wir grad bei den Christen sind: Stellen Sie sich mal vor, es gäbe hier eine schöne Kapelle irgendwo oben auf einem Berg, wo Christen sich zu ihren Festen treffen - Osterprozession, Pfingsgottesdienst, vielleicht nochmal zu Erntedank und ein Nachtgottesdienst zu Weihnachten. Nun stellt jemand daneben einen Windpark...

"Liebe..." Wup Wup Wup "...Gemeinde..." Wup Wup Wup "...wir haben..." Wup Wup Wup "...uns heute hier..." Wup Wup Wup "...zusammengefunden..." Wup Wup Wup

etc etc... Das fände ich genau so daneben. Sowas macht man einfach nicht. Auch nicht neben der Dorfkirche oder am Friedhof.

Obendrein gibt es dort eine Menge archäologischer Bodendenkmäler, die bei den Bauarbeiten unwiederbringlich zerstört würden.

Da diese Heidengruppe bislang ohne Außenaktionen, Werbung und Propaganda agiert hat und so natürlich auch niemand davon wissen konnte, welche Bedeutung dieser Platz hat, wurde gestern beschlossen mit der Gruppe an die Öffentlichkeit zu gehen. Es ist uns als Gruppe wichtig, dass dieser kulturgeschichtlich und neuzeitlich bedeutsame Platz erhalten bleibt.

Wir sind nur ein kleines Steinchen im Mosaik derer, die gegen den von der WKA-Firma geplanten Windfarmenbau sind - aber wir werden uns mit aller Kraft für die kulturgeschichtlichen und religiösen Belange dort einsetzen.

Ach und was die Rituale anbelangt: Wir opfern kein Blut und schon gar keine Tiere... wir fressen keine kleinen Kinder und Naziideologie verbreiten wir auch nicht. Wir wollen niemanden bekehren und auch von niemandem bekehrt werden. Eigentlich sind wir ziemlich normal... ;-)

Geplant ist, zur Frühjahrstagundnachtgleiche einen offenen Gottesdienst zu feiern, damit sich jeder davon überzeugen kann, dass wir keine menschenfressenden Monster sind ;-D Aber dazu werde ich noch gesondert einladen. Vielleicht kommen Sie ja auch dazu.

Da wir unterschiedliche nichtabrahamitische Bekenntnisse haben, finden wir uns unter dem Oberbegriff "Heiden" am besten subsummiert, auch wenn dieser Begriff im christlichen Kontext (leider) meist eher abwertend gebraucht wird.
Stefan Walther
3.935
Stefan Walther aus Linden schrieb am 23.02.2011 um 22:59 Uhr
Danke für die ausführliche Antwort Frau Schepp!

nur mal zur Klarstellung: mit "christlicher Leitkultur" habe ich überhaupt nichts am Hut! Mir sind alle(!) "religiösen" Belange suspekt.
Da meine Weltanschauung eine materialistische ist werde ich weder Ihrem noch einem sonstigen "Gottesdienst" beiwohnen, trotzdem danke für die Einladung. Was ist schon normal? = wäre ne eigene Diskussion wert :-)
Ob die Erhaltung des "Götzensteins" als Kulturgut die von Ihnen dargestellte Bedeutung hat kann ich nicht beurteilen!
Ich schließe mich da schon eher der Frage von Thorsten an: wie wurde geplant, analysiert, welche Alternativen...und nicht zuletzt, wie (oder wie nicht) werden / wurden die BürgerInnen mit einbezogen?
Christian Momberger
10.830
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 23.02.2011 um 23:53 Uhr
Hallo Stefan,

wenn Du die Sache nach ökologischen Gesichtspunkten beurteilen möchtest, dann solltest Du vielleicht mal den Artikel hierzu von Frau Fandré (FDP Langgöns) und die Kommentare dazu lesen (http://www.giessener-zeitung.de/langgoens/beitrag/46218/windkraftanlagen-mittlerweile-ein-heikles-thema/).
Und ich denke, um Deine letzte Frage zu beantworten, sollte man den Kommentar von Dr. Mattern beachten. Der gibt m.E. die entsprechenden Antworten hierzu.

Danke Frau Schepp für die ausführlichen Erläuterungen.
Stefan Walther
3.935
Stefan Walther aus Linden schrieb am 24.02.2011 um 00:08 Uhr
Hallo Christian,
die letzte Frage war ironisch gestellt.

ja, ich habe den Artikel gelesen, eine eindeutige Position zu beziehen, finde ich, ist nicht so einfach!
Christian Momberger
10.830
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 24.02.2011 um 00:16 Uhr
Da hast Du sicherlich recht. Wusstest Du das mit dem Emissionshandel in der Form Deutsche Windkraft CO-Reduktion wird für mehr Osteuropäischen Kohlestrom genutzt, so dass Einsparung gleich Null.
92
Heinz-Dieter Lipp aus Langgöns schrieb am 24.02.2011 um 01:30 Uhr
So ist es Herr Momberger. Sehen Sie auch hierzu den interessanten Artikel http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,606532,00.html
Hallo Lieber Leser
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