Bürgerreporter berichten aus: Langgöns | Überall | Ort wählen...

Windkraftanlagen: Mittlerweile ein heikles Thema

Langgöns | „Die Bürgerinnen und Bürger aus den Ortsteilen Oberkleen, Cleeberg und Espa wollen keinen Windkraftanlagen-Standort in ihrem Wald“, das sollte man an offizieller Stelle ohne „Wenn und Aber“ akzeptieren, sagt die Fraktionsvorsitzende der FDP, Barbara Fandré, zum Projekt „Erneuerbare Energien für Langgöns?“ Eine Informationsveranstaltung hierzu hatte vergangenen Dienstag teilweise heftige Reaktionen aus den Reihen der Bürgerschaft ausgelöst.

„Mittlerweile sind Windkraftanlagen ein heikles Thema“, so Fandré, denn das Klima habe nichts davon. Das neue Windräder kaum ein einziges Gramm C02 einspare, liege an der Klimapolitik der Europäischen Union: Denn der EU-weite Emissionshandel lege die Gesamtmenge an C02 fest, die Stromkonzerne und Industrie ausstoßen dürfen. Und diese Menge sei unveränderlich – egal wie viele Windräder errichtet würden.

Hinzu komme, dass die deutschen Ökoenergiefirmen eine gigantische Erfolgsgeschichte geschrieben hätten. Rund 15 Prozent des Stroms stammten mittlerweile aus Solar-, Wind- oder Biomasseanlagen. Fast 250.000 Menschen arbeiten in der Branche, der jährliche Umsatz liege im zweistelligen Milliardenbereich. Deutschland gelte weltweit als Vorreiter in Sachen Ökoenergie. Unter keinen Umständen solle die Branche ihr Image als Klimaschützer verlieren. Und auf gar keinen Fall solle das Erneuerbare-Energien-Gesetz in die Kritik geraten, das den Betreibern von Ökoanlagen feste Vergütungssätze für ihren Strom garantiere.

„Das alles“, so Fandré, könne jeder in Spiegel online und anderswo nachlesen. Man müsse sich nur die Zeit dazu nehmen. Wald und ein sparsamer Umgang mit Energie sei der beste Klimaschutz. „Hier beißt sich doch die Katze in den Schwanz! Zig Hektar natürliche CO2 Entsorgungskapazität sollen in unserer Kommune einer Windkraftanlage geopfert werden! Ich kann den Bürgerinnen und Bürgern aus den Ortsteilen versichern, die Langgönser FDP wird dieses Unterfangen in den gemeintlichen Gremien eine klare Absage erteilen“.

Dies könnte Sie zum Thema auch interessieren

Gruppenbild mit allen Künstlern, Schirmherr und Palliativ-Pro-Vereinsvorstand.
10 Jahre Förderverein Palliativ Pro - 10 Jahre gemeinnützige Arbeit - "Es geht um Einrichtungen und um Menschen, die schwerstkranke Patienten und Sterbende begleiten".
Am letzten Oktoberwochenende feierte der Gießener Förderverein...
Windpark bei Atzenhain
Der Windpark in der Gemeinde Mücke zwischen Atzenhain und...
Musikalischer Ohrenschmaus in der ev. Kirche zu Leihgestern - Benefizkonzert zugunsten des Fördervereins PalliativPro
Linden/Leihgestern: Ein Benefizkonzert der besonderen Art findet am...

Kommentare zum Beitrag

Peter Herold
24.429
Peter Herold aus Gießen schrieb am 22.02.2011 um 15:39 Uhr
Ja die FDP, die weiß es! Was ist denn aber mit dem E10, das jetzt dazu beitragen soll, CO2 zu senken. Was aber zur Herstellung dieses Treibstoffs alles an CO2 verbraucht wird, davon redet keiner.
Warum wird denn hier der Ausbau von Arbeitsstätten so madig gemacht. Oder habe ich das falsch verstanden? Die Regierung, allen voran Frau Merkel wollen doch dass Arbeitsstellen geschaft werden.
Barbara Fandré
385
Barbara Fandré aus Langgöns schrieb am 22.02.2011 um 16:29 Uhr
Lieber Herr Herold,

auch ohne für die FDP tätig zu sein, wäre das meine Meinung! Klimaschutz ja - aber bitteschön mit Verstand und auf gar keinen Fall um den Preis, dass Wald als wertvoller CO2 Entsorger einfach mal so in größerer Menge gerodet wird! An der Tatsache, dass der EU-weite Emmissionshandel die Gesamtmenge an CO2 festgelegt hat, kommt man auch nicht vorbei. Immense Ausgaben ohne dass eine Veränderung des Schadstoffausstoßes stattfindet? Wer will das befürworten?
Peter Herold
24.429
Peter Herold aus Gießen schrieb am 22.02.2011 um 16:44 Uhr
Um den Sprit E10 herzustellen, werden wertvolle Wälder gefällt, was einen negativen Einfluss auf das Klima hat. Mais wird statt zur Ernährung zu verwenden in Benzin umgewandelt.
Und keiner macht was dagegen.
Christian Momberger
10.829
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 22.02.2011 um 22:57 Uhr
In der Tat, ich kann Herrn Herold bzgl. seiner Anmerkungen nur zustimmen. Und nicht außer acht lassen sollte man auch das Thema Atomstrom im Zusammenhang mit der aktuellen Energiedebatte, ebenso wie das Thema Energieeffizienz und Einsparung. Z.B. in dem man die energetische Sanierung von Gebäuden stärker fördert, statt die hierfür vorhandene Förderung zu reduzieren. Oder sich dafür einzusetzen, dass die Kraftfahrzuge weniger Sprit verbrauchen und weniger CO² ausstoßen. Aber da müsste man sich ja mit der mächtigen Automobillobby und den Mineralölkonzernen anlegen. ;-)

Und um abschließend noch mal auf der Kernthema Ihres Artikels zu kommen, den geplanten Windkraftstandorten in Langgöns. Sicherlich kann man fragen, ob man ein solch große Fläche Wald hierfür roden muss, aber sehr oft ist es doch so, dass die Menschen sagen: Ich bin für Windkraft, aber bitte die Anlagen nicht vor der meiner Haustüre. Und gleiches vermute ich hier auch.
Barbara Fandré
385
Barbara Fandré aus Langgöns schrieb am 23.02.2011 um 10:57 Uhr
Sehr geehrter Herr Momberger,

Ihre Vermutung trifft nicht zu. Würden Windräder tatsächlich den CO2 Ausstoß vermindern, würde ich mich nicht gegen eine Anlage "vor der Haustüre" wehren. Im übrigen stimme ich Herrn Herold zu, dass die Herstellung von Sprit E10 aus Lebensmitteln, zumindest kritisch zu sehen ist. Ebenso die großflächige Rodung der Wälder. Ich gebe auch Ihnen recht: Fördermittel werden sicherlich nicht immer sinnvoll eingesetzt!
Christian Momberger
10.829
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 23.02.2011 um 16:09 Uhr
Danke für die Antwort. Aber warum hilft die Windkraft nicht bei der CO² Vermeidung?

Und was diesen hier geplanten Standort anbelangt, so gebe ich zu, dass ich mich getäuscht habe. Wie ich sehe gibt es neben Waldrodung (ökologische Folgen), Lärm und Beeinträchtigung des Landschaftsbildes scheinbar noch weitere gute Gründe, keine Windkraftanlagen an diesem Standort zu realisieren. Auch aus Sicht des Denkmalschutzes und religiösen Gründen ist der Standort problematisch (vgl.: http://www.giessener-zeitung.de/langgoens/beitrag/46283/heidencommunity-sieht-andachtsort-durch-windkraft-bedroht/). Und auch die SPD ist gegen diesen Standort: http://www.giessener-zeitung.de/langgoens/beitrag/46307/buergermeister-sorgt-fuer-transparenz-langgoenser-spd-lehnt-juwi-planungen-fuer-windkraftanlagen-ab/
Barbara Fandré
385
Barbara Fandré aus Langgöns schrieb am 23.02.2011 um 18:34 Uhr
Lieber Herr Momberger,
trotz Solar- und Windenergieboom wird in Europa kein Gramm CO2 eingespart. Denn für jedes neue Windrad in Deutschland darf in Osteuropa mehr Kohle verfeuert werden (Stichwort CO2-Zertifikate). Ich musste mich auch erst mal informieren und bin bei spielgel-online fündig geworden. Was den Standort Wald anbelangt bin der Meinung, dass geht eigentlich gar nicht! Es genügt ja nicht, die Windräder aufzustellen, es müssen ja außerdem noch großzügige Schneisen für Zufahrtswege geschlagen werden, damit die Spezialfahrzeuge zum aufstellen und reparieren an den Standort kommen.
Christian Momberger
10.829
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 23.02.2011 um 23:47 Uhr
Hallo Frau Frandré,

danke für die Aufklärung zum Thema Emmisionshandel. Das ist in der Tat eine Sache, die sehr kritikwürdig ist, da sie der Umwelt nicht's nützt. Es fragt sich nur, wer diesen Kuhhandel (Deutsche Windkraft für Polnische Kohle) beschlossen bzw. mitgetragen hat.

Und was das Errichten von solchen Anlagen anbelangt, so weiß ich im groben, was es braucht, da ich mal bei einer Infoveranstaltung zu einem Repowering-Projekt in der Gemeinde Ulrichstein war.
92
Heinz-Dieter Lipp aus Langgöns schrieb am 24.02.2011 um 01:34 Uhr
Halllo Herr Momberger,
auch hier noch einmal der interessante Artikel aus dem Spiegel:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,606532,00.html
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Barbara Fandré

von:  Barbara Fandré

offline
Interessensgebiet: Langgöns
Barbara Fandré
385
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
Musikalischer Ohrenschmaus in der ev. Kirche zu Leihgestern - Benefizkonzert zugunsten des Fördervereins PalliativPro
Linden/Leihgestern: Ein Benefizkonzert der besonderen Art findet am...
Gruppenbild mit allen Künstlern, Schirmherr und Palliativ-Pro-Vereinsvorstand.
10 Jahre Förderverein Palliativ Pro - 10 Jahre gemeinnützige Arbeit - "Es geht um Einrichtungen und um Menschen, die schwerstkranke Patienten und Sterbende begleiten".
Am letzten Oktoberwochenende feierte der Gießener Förderverein...

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.