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Vortrag Stromrevolution der Bürger

Langgöns | Vortrag in Langgöns: Stromrevolution der Bürger

Der Vortrag findet am Freitag, den 26.11. um 19.30 Uhr im Evangelischen Gemeindezentrum Langgöns, Neugasse 1 statt.

Die Referentin des letzten Vortrages im Rahmen der Veranstaltungsreihe zum 20-jährigen Bestehens des Arbeitskreises Leben nach Tschernobyl in der Evang. Kirchengemeinde Langgöns ist Ursula Sladek. Frau Sladek, Jahrgang 1946, ist ausgebildete Grund – und Hauptschullehrererin. Sie ist Mitbegründerin und seit 2000 Geschäftsführerin der Elektrizitätswerke Schönau (EWS), einem kleinen Städtchen im Schwarzwald. Der Titel der Veranstaltung: „Stromrevolution der Bürger“.
Nach der Katastrophe von Tschernobyl, 1986, gründete sie mit anderen Müttern und Vätern eine Elterninitiative, die sich zunächst um unbelastete Nahrungsmittel kümmerte. Später engagierte sie sich für eine umweltfreundliche, zukunftsfähige Energieversorgung und gegen die Nutzung der Atomenergie. Als der örtliche Netzbetreiber die Aktivitäten der Bürger, egal ob Energieeinsparung oder die Förderung umweltschonender Stromerzeugungsanlagen, ständig behinderte, entstand die Idee, das
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Schönauer Stromnetz zu kaufen, um in Zukunft die Rahmenbedingungen selbst zu bestimmen. Die Initiative ließ sich weder durch zwei Bürgerentscheide, noch durch überhöhte Forderungen in Millionenhöhe schrecken und so übernahm 1997 – einmalig in Deutschland – eine Bürgerinitiative das Stromnetz und die Versorgung ihrer Gemeinde. Die Presse sprach liebevoll von den „Schönauer Stromrebellen“, die „den Kampf David gegen Goliath gewonnen haben“ und der Sieg der Schönauer gegen den Stromriesen wurde bundesweit bejubelt. Mittlerweile werden alle Stromkunden in Schönau mit Strom aus regenerativen Energien und Kraftwärmekopplungsanlagen beliefert. Schönau ist atom – und kohlestromfrei. Rund 98 000 Stromkunden werden bundesweit durch die EWS beliefert.
In ihrem Vortrag wird sie vor allem darauf eingehen, wer die steigenden Stromkosten verursacht: Ist es tatsächlich so, dass der Boom der erneuerbaren Energie den Strompreis nach oben treibt? Sind die vielen privaten Besitzer von Solarzellen und die Windparkbetreiber die Preistreiber?
Die EWS wollen Mut machen, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, zu verändern und zu gestalten. Nicht messbar und bezifferbar ist die große Motivations – und Ausstrahlungskraft, die von Schönau ausgeht. So finden sich beispielsweise auf den Schönauer Stromseminaren immer wieder Menschen, die aus gleichem Interesse gemeinsame Projekte planen und ausführen. Auf diese Weise entsteht ein ständig wachsendes Netz von ökologisch bewussten und agierenden Initiativen.
Die EWS sind mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden u. a. Deutscher Gründerpreis (2007), Europäischer Solarpreis (2003), Ökomanager des Jahres (1996), deutscher Energiepreis (1994).

Kommentare zum Beitrag

Stefan Walther
3.930
Stefan Walther aus Linden schrieb am 23.11.2010 um 22:48 Uhr
Glückwunsch! Da sieht man (wieder) was möglich ist wenn BürgerInnen ihre Interessen "selbst in die Hand nehmen"!
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Gerhard Keller

von:  Gerhard Keller

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Interessensgebiet: Gießen
Gerhard Keller
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