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AWO-Ortsverein Langgöns besucht UNESCO Weltkulturerbe „Oberen Mittelrhein!

Grillen auf der Terrasse am letzten Abend!
Grillen auf der Terrasse am letzten Abend!
Langgöns | Am Mittwochmorgen vor Pfingsten startete der AWO-Ortsverein Langgöns unter der Führung der 1. Vorsitzenden Ursula Mlyniec und ihres Stellvertreters Gerald R. Dörr zu ihrem diesjährigen Vereinsausflug, der an den Oberen Mittelrhein nach Kamp-Bornhofen führte. Organisationsleiter war wieder einmal Schatzmeister Ewald Christen, der den Ausflug wie gewohnt akribisch geplant und bestens organisiert hatte.
Ein Reisebus der Firma Kimmel aus Kamp hatte die 35 teilnehmenden Mitglieder oder Angehörigen am Bahnhof in Lang-Göns abgeholt. Bereits in der Altstadt von Limburg wurde eine erste Pause eingelegt, um den Ausflug mit leckeren Leberkäsbrötchen und ein paar Flaschen Sekt zu eröffnen. Anschließend fuhr der Bus die Lahn flussabwärts bis zur Mündung bei Lahnstein.
Von hier aus war ein schöner Blick zu Schloss Stolzenfels auf der anderen Seite der Rheins möglich, die aber leider aufgrund von Renovierungsarbeiten im Hinblick auf die Bundesgartenschau in Koblenz im kommenden Jahr völlig verhüllt war. Bei der Fahrt Rheinabwärts ging es nun durch den Ort Braubach, oberhalb dessen die Marksburg liegt, die ihren Namen ihrem
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Schutzpatron, dem Evangelisten Markus verdankt. Er hat sie fast 800 Jahren vor dem Schicksal aller anderen Höhenburgen am Rhein bewahrt: vor Eroberung und Zerstörung. Die Marksburg ist die einzige Burg am Oberen Mittelrhein, die völlig unversehrt geblieben ist. Sie ist heute Sitz der Deutschen Burgenvereinigung, die hier auch ihr Archiv aufbewahrt.
Auf der gegenüberliegenden Seite des Rheins war nun der „Bopparder Hamm“ zu sehen, die größte zusammenhängende Weinanbaufläche der gesamten Region. Nahe Boppards gibt es oberhalb des Hamms einen Aussichtspunkt, von dem aus der gewundene Rheinlauf mehrfach von Randhöhen durchschnitten wird, so dass man vier Seen zu sehen glaubt. Daher wird diese Stelle auch „Vierseenblick“ genannt.
Wenige Kilometer später kam der Reisbus bereits in Kamp-Bornhofen an, dass von den Ruinen der beiden Burgen Sterrenberg (die weiße Burg) und Liebenstein (die schwarze Burg) überragt wird. Gemeinsam werden die beiden Burgen auch die „feindlichen Brüder“ genannt. Der Ortsteil Bornhofen ist darüber hinaus auch als Wallfahrtstätte von größerer Bedeutung. Seit mehr als 700 Jahren erweisen Pilger dem Gnadenbild der Gottesmutter in der dortigen Klosterkirche ihre Reverenz, in der letzten Zeit mehrere Zehntausend pro Jahr.
Bei der Fahrt auf dem Rhein
Bei der Fahrt auf dem Rhein
Im Hotel Wagner bezog die Reisegruppe schließlich Quartier. Nach dem Mittagessen stand der Nachmittag zur allgemeinen freien Verfügung. Nach dem Abendessen und einer kleinen Weinrobe wurden den Langgönsern das Obere Mittelrheintal und auch die angrenzenden Gebiete (Lahntal, Moseltal, Hunsrück, Eifel) mittels eines Dia-Vortrages näher gebracht.
Am 2. Tag fuhr das Reiseunternehmen die Reisegruppe zunächst Rheinabwärts Richtung Koblenz. Die Stadt, an dem die Mosel am „Deutschen Eck“, mit dem Reiterdenkmal Kaiser Wilhelms I., in den Rhein mündet, gleicht wegen der anstehenden Bundesgartenschau derzeit einer einzigen Baustelle.
Auf der anderen Rheinseite war für die Reisegruppe die imposante Festung Ehrenbreitstein zu erkennen, die lange Zeit uneinnehmbar geblieben war und erst im Vertrag von Versailles zur Entwaffnung gezwungen wurde.
An der Mosel entlang setze der Reisebus seine Fahrt schließlich in Richtung Eifel fort, um schließlich das Städtchen Münstermaifeld anzusteuern. Viele Häuser dieser Region sind aus Bruchstein gemauert, der in dieser Gegend reichlich vorhanden ist. In Münstermaifeld beherbergen mehrere Häuser als Heimatmuseum liebevoll zusammengetragene historische Sammlungen, die vor allem an die 50er, 60er und 70er Jahre des letzten Jahrhunderts erinnern. Aber auch manche älteren Exponate sind hier vorhanden.
Die Reisegruppe des AWO-Ortsvereins Langgöns vor dem Hotel-Wagner in Kamp-Bornhofen.
Die Reisegruppe des AWO-Ortsvereins Langgöns vor dem Hotel-Wagner in Kamp-Bornhofen.
Die Langgönser Besucher erfreuten sich an einem Klassenzimmer, einem Friseursalon, einem Tabak- und Zeitschriftenladen, einem Elektroladen, einem Krämerladen, einem Hutladen, einer Drogerie, einer Metzgerei, einer Schumacherwerkstatt und einer Sattlerei. Ständig waren Sätze wie „das hatten wir auch“ oder „so sah es auch bei uns aus“ zu hören. Es herrschte sozusagen Nostalgie pur.
Nach dem Mittagessen besuchte die Reisegruppe die weltbekannte Firma Griesson / De Beukelaer in Polch, welche in Deutschland besonders für die Prinzen-Rolle, Tuc-Cräcker oder den Soft-Cake bekannt ist. Nach einer kleinen Fahrt über das Werksgelände wurde den Gästen mit einem Film das Unternehmen näher gebracht und anschließend bestand Gelegenheit, im Werksverkauf Ware günstig zu beziehen.

Am Abend dieses Tages erfreuten sich die Langgönser an einer Musikveranstaltung mit Tanz im Hotel Wagner.

Am dritten Tag startete die AWO-Gruppe bei bestem Wetter zu einer Schifffahrt auf dem Rhein. Mit dem Schiff Liebenstein ging es Flussaufwärts, vorbei an malerischen Örtchen wie Kester und Wellmich mit der kleinen Trutzburg Peterseck oder Deuernburg, deren Spottname „Burg Maus“ schließlich im Volksmund erhalten blieb und schließlich allgemein üblich wurde. Dies hängt mit dem Namen der wenige Kilometer flussaufwärts, als Antwort auf die Maus, von den Grafen von Katzenelnbogen gebauten Burg Katz über St. Goarshausen zusammen. Gegenüber von St. Goarhausen liegt St. Goar mit der Burg Rheinfels und dies ist die einzige Stelle am Mittelrhein, wo drei Burgen auf einen Blick zu sehen sind.
Unmittelbar an die Burg Katz schließt sich übrigens der sagenumwobene, 130 Meter senkrecht aufragende Schieferfelsen der Loreley an, der sich dem Strom in den Weg stellt und ihn auf ein Viertel seiner Breite zusammendrängt. An dieser Stelle ist die Strömung reißend und gemeinsam mit den früher noch zahlreichen Klippen im Flussbett, kam es an der von den damaligen Rheinschiffern verhassten und gefürchteten Stelle früher zu zahlreichen Schiffsunglücken.
Das Schiff Liebenstein mit ihren Langgönser Gästen an Boot drehte aber vor dieser Stelle um und fuhr anschließend Flussabwärts, um in Boppard Station zu machen. Dort verließ die AWO-Gruppe das Schiff, um in der bereits um 50 n.Chr. als Römerkastell „Bodobrica“ erstmals erwähnten Stadt Mittag zu machen und sich die heute noch existierenden 11 Rundtürme (von 28) aus der Römerzeit und die sehenswerte Karmeliterkirche, deren Baubeginn auf die Zeit nach 1300 datiert, anzuschauen.
Nach der Rückkehr in Bornhofen hatten einige Mitglieder der Reisegruppe noch nicht genug von Burgen und so wurden an diesem Tag auch noch zu Fuß die „feindlichen Brüder“ Sterrenberg und Liebenstein bezwungen, die mittlerweile beide wieder „unter Dach sind“ und Gaststätten mit teils herrlichen Aussichten lohnenswert machen.
Am Abend dieses 3. Tages ließen es die Langgönser etwas geruhsamer angehen.

Am 4. Tag besuchte die Reisegruppe schließlich Mainz, die über 2.000 Jahre alte frühere Hauptstadt von Obergermanien, bei der der Main in den Rhein mündet. Mainz ist nicht nur als Fassenachtshochburg bekannt, hier wurde auch um 1440 vom berühmtesten Sohn der Stadt, Johannes Guttenberg, der Buchdruck erfunden. Der gewaltige Mainzer Dom, die noch ältere Johanniskirche, der prachtvolle Renaissancebau des Kurfürstlichen Schlosses, sowie Barockkirchen und Adelspaläste des Rokoko prägen noch immer das Stadtbild.
Die Langgönser besuchten zunächst die bekannte Sektkellerei Kupferberg, die im Jahre 1850 von Christian Adalbert Kupferberg gegründet worden war. Das Gelände der Kellerei liegt auf einer Anhöhe, dem sogenannten Kästrich, von dem man aus bis zum Taunus blicken und den Feldberg erkennen kann.
Auf diesem Gelände fand Kupferberg ideale Bedingungen, denn unterirdisch waren große, weitläufige Kelleranlagen vorhanden. Schon zwei Jahre nach der Gründung findet sich die erste Erwähnung der Erfolgsmarke des Hauses: Kupferberg Gold. Bis heute ist dieser Sekt das „Flaggschiff“ der Mainzer Sektkellerei geblieben.
Die wunderbare Lage der Kellerei, die Gastfreundschaft des Hauses und natürlich auch der Sekt des Hauses bewogen im Jahre 1870 Graf Otto von Bismarck, einen mehrtägigen Aufenthalt im Hause Kupferberg zu nehmen. Der spätere Reichskanzler schlug im heute noch „Bismarckzimmer“ genannten Raum sein „Bureau des Auswärtigen Amtes“ auf. Der rasante Aufstieg der Kellerei machte schon im 19. Jahrhundert einen Ausbau der Produktionsanlagen notwendig. Zu den vorhandenen mittelalterlichen Kellern bauten die Söhne des Gründers 1888 eine Kelleranlage, die schließlich 60 Keller in sieben Etagen unter der Erde erreichte. Soweit in die Tiefe wurden die Mitglieder des AWO-Ortsvereins bei ihrer Besichtigung nicht geführt, der eine Sektprobe mit drei verschiedenen Sekten folgte.

Anschließend wurde die Reisegruppe vom Busunternehmen Kimmel in der Nähe des Mainzer Domes ausgeladen. Bei dem an diesem Tag dort stattfindenden Verbrauchermarkt stärkten sich die Langgönser, um anschließend Teile der Altstadt zu besichtigen.
Am Nachmittag trat man dann die Rückreise an, vorbei an wunderschönen Rheinstädtchen wie Eltville, Oestrich oder Rüdesheim, mit der weltbekannten Drosselgasse und dem zwischen 1877 und 1883 aus Spenden der ganzen Nation errichteten Niederwalddenkmal als Sinnbild der damals wieder gewonnenen Einheit Deutschlands.
Weiter führte der Weg vorbei an der auf der anderen Rheinseite gelegenen Stadt Bingen mit dem berühmten „Binger Loch“, also der Stelle, wo die Nahe in den Rhein mündet und dem sogenannten „Mäuseturm“, einem früheren Maut- oder Zollturm der Mainzer Kurfürsten auf einer kleinen Insel im Rhein. Weiter ging es, vorbei am malerischen Assmannshausen mit der Burgruine Ehrenfels, Lorch und schließlich Kaub, mit der Pfalz der Pfalzgrafen im Rhein, der Zollburg Pfalzgrafenstein, die in den 650 Jahren ihres Bestehens dank ihrer Lage und Anlage nie in Feindeshand fiel. Historisch war die Stadt Kaub vor knapp 200 Jahren von großer Bedeutung, als Generalfeldmarschall Blücher bei der Verfolgung von Napoleon in der Neujahrsnacht 1813/1814 gemeinsam mit 100.000!!! preußischen Soldaten den denkwürdigen Rheinübergang auf einer Brücke aus Lastkähnen wagte.
Nach einem letzten Abstecher auf den Loreley-Felsen mit seinen Aussichten kam die Reisegruppe wieder in Kamp-Bornhofen an, wo die Hotel-Belegschaft mit einem Grill- und Salatbüffet auf die Gäste wartete und diese einige schöne Abendstunden bei milden Temperaturen genossen.
Am Sonntagmorgen hieß es schließlich Abschied nehmen vom Mittelrhein und der Reisbus der Firma Kimmel brachte die AWO-Familie wieder wohlbehalten nach Langgöns zurück. Vorsitzende Ursula Mlyniec bedankte sich im Namen der gesamten Reisegruppe bei Ewald Christen für die gelungene Organisation der Fahrt und wies abschließend noch einmal auf die Nachfeier am Samstag dem 28. August im Vereinsheim des Schäferhundevereins hin.

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von:  Gerald R. Dörr

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Interessensgebiet: Langgöns
Gerald R. Dörr
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