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Langgönser SPD-Chef nimmt zur zunehmenden Jugendgewalt Stellung

Langgöns | Der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Langgöns, Gerald R. Dörr, hat sich in einer Pressemitteilung besorgt über die zunehmende Gewalt unter jungen Menschen gezeigt. Er wies in dem Zusammenhang auf die sich häufenden Vorfälle von mutwilligen Zerstörungen auch in kleinen Orten hin.

"Brandanschläge und Schmierereien sind keine Vorfälle mehr, die nur in den Großstädten vorkommen" meinte der Sozialdemokrat.
Außerdem seien diese Aktionen nur ein kleiner Teil der Facetten.
Die steigende Gewalt in den Fußballstadien und an Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel, Amokläufe an Schulen, aber auch die Zuneigung zu politisch oder religiös motivierten Extremisten und das so genannte Koma-Saufen sind Ausprägungen, die den Wertverfall beweisen und auf die Perspektiv- und Haltlosigkeit von Jugendlichen zurückzuführen sind.

Die Anforderungen an die Jugend würden sich heute völlig anders darstellen, als noch vor zehn bis 15 Jahren. Gesellschaftliche Brüche und Krisen würden die Risiken für die Lebensplanung dieser Altersgruppe bergen.
Vor allem die drohende Arbeitslosigkeit sowie die Schwierigkeiten, einen Ausbildungsplatz zu bekommen, müssten genannt werden.
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Mit erweiterten schulischen und außerschulischen Angeboten müsste die Gesellschaft den Jugendlichen Orientierungshilfen bieten, damit diese nicht auf Drogen oder autoritäre Strukturen ausweichen bzw. in Gewalt abgleiten würden.

Neben den vielen schwierigen familiären Situationen seien auch die Medien und die Filmindustrie ein großes Problem: „In den unzähligen Fernsehprogrammen und auch durch Videos können Menschen heutzutage rund um die Uhr Fantasy, Horror und Gewalt konsumieren und dass manche dann das Gefühl für den Unterschied von Realität und Fiktion verlieren können, ist sicher nicht von der Hand zu weisen“ erläuterte Dörr.

Das Grundproblem dieser Gesellschaft aber ist die seit vielen Jahren verfehlte Bildungspolitik. „Wir brauchen längeres gemeinsames Lernen von der Kita bis mind. zum 10. Schuljahr und um so etwas auch im ganzen Land umzusetzen, müsste Bildungspolitik aus dem Zuständigkeitsbereich der Länder zum Bund wechseln“ formulierte der SPD-Chef weiter.

Auch müsse der Sachverhalt der Integration neu definiert werden.

„Gewisse Gruppen in unserem Land fordern immer, dass sich die Menschen aus bestimmten Kulturkreisen integrieren müssten. Damit haben sie zwar recht, aber es sind doch auch die selbsternannten Eliten, die sich und ihre Kinder nicht integrieren, indem sie einerseits Politik für getrennte Schulsysteme machen und andererseits ihren Nachwuchs nur auf Schulen schicken, wo die Jugendlichen nur mit „Ihresgleichen“ zusammen sind.“
Diese „Abschottung“ von bildungsfernen Bevölkerungskreisen würde dann ein Leben lang fortbestehen.

Kinder und Jugendliche böten eine Vielfalt an Qualitäten und Kompetenzen, von denen im gegenseitigen Austausch alle profitieren würden. Dafür müsse aber sichergestellt werden, dass die Kinder nicht frühzeitig selektiert würden. Junge Menschen mit Migrationshintergrund oder auch Kinder mit Behinderungen haben Fähigkeiten, von denen auch die Kinder aus bildungsnahen Familien profitieren könnten.
„Vor allem lernen die Kinder und Jugendlichen aus unterschiedlichen (Kultur-)kreisen den Umgang miteinander und werden dann auch im weiteren Leben fairer miteinander umgehen können. Von dieser Sozialisierung würde die gesamte Gesellschaft profitieren“ sagte Dörr abschließend.

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