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Langgönser Gäste besuchten Butzbacher Tafel!

v.l.n.r. Otto Berndt (AWO-Vorstandsmitglied), Horst Röhrig (Bürgermeister), Gerald R. Dörr (SPD-Vorsitzender), Ursula Mlyniec (AWO-Vorsitzende) und Wolfgang Effinger (Vorstandsmitglied Butzbacher Tafel) mit einem Teil der mitgebrachten Lebensmittel
v.l.n.r. Otto Berndt (AWO-Vorstandsmitglied), Horst Röhrig (Bürgermeister), Gerald R. Dörr (SPD-Vorsitzender), Ursula Mlyniec (AWO-Vorsitzende) und Wolfgang Effinger (Vorstandsmitglied Butzbacher Tafel) mit einem Teil der mitgebrachten Lebensmittel
Langgöns | Wolfgang Effinger vom Vorstand der Butzbacher Tafel begrüßte dieser Tage eine Delegation aus Langgöns, die sich über die Arbeit der Tafel informieren wollte.
Dazu waren auf Initiative vom Langgönser SPD-Vorsitzenden Gerald R. Dörr, auch die Vorsitzende des AWO-Ortsvereins Lang-Göns, Ursula Mlyniec, AWO-Vorstandsmitglied Otto Berndt und Bürgermeister Horst Röhrig zum Lager der Butzbacher Tafel in die Otto-Hahn-Straße gekommen, um den vielen ehrenamtlichen Kräften über die Schulter zu schauen.
Wolfgang Effinger erläuterte den Besuchern, wie das System der Tafel funktioniert.
An mehreren Tagen der Woche holen die Butzbacher Tafelmitarbeiter mit den beiden Kühlfahrzeugen die Waren aus den Märkten der Region ab, die dann im Lager in der Otto-Hahn-Straße sortiert werden.
Die abgeholten Nahrungsmittel werden von den Märkten in der Region aussortiert, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum in max. 4 Tagen erreicht wird, weil Obst und Gemüse bereits durch frische Ware ersetzt wurden oder weil die Verpackung beschädigt ist. Aus diesem Angebot werden anschließend im Lager in Butzbach die noch verwertungsfähigen Nahrungsmittel aussortiert und bis zu den Ausgabetagen gekühlt eingelagert.
An den beiden Ausgabetagen Dienstag und Donnerstag, beginnt um 8 Uhr morgens ein Team von bis zu 10 Helfern die Ware nochmals auf Verwertbarkeit zu überprüfen, sortiert die Lebensmittel nach ihrer Art und stellt sie zur Verteilung in die Körbe bereit. Brot, sonstige Backwaren und Kuchen werden portioniert und verpackt.
Sind alle Lebensmittel auf die Körbe verteilt, werden diese für die Nachmittagsausgabe im Tafel-Laden in der Krachbaumgasse bereitgestellt, wo sie dann an jene Menschen verteilt werden, die als Empfänger von unterschiedlichen staatlichen Unterstützungen ebenso wie die Bezieher kleiner Renten und Mittellose zum Kreis der Anspruchsberechtigten gehören.
Derzeit nehmen etwa 500 Personen aus der Region das Hilfsangebot regelmäßig in Anspruch.
Die Berechtigten erhalten einmal in der Woche einen Korb mit Lebensmitteln gegen eine Gebühr von 2 €.
Wolfgang Effinger wies darauf hin, dass sicher viel mehr Menschen anspruchsberechtigt wären, sich aber vermutlich nicht um die Lebensmittel bemühen würden, sei es aus Scham oder auch aus Stolz.
Auch ca. 15 Personen aus Langgönser Ortsteilen gehören zu den Personen, die hier Lebensmittel abholen. AWO-Vorstandsmitglied Otto Berndt wies darauf, dass zusätzlich weitere Menschen, gerade aus der Kerngemeinde Lang-Göns, bei der Filiale der Gießener Tafel in Leihgestern anspruchsberechtigt seien und dass das Thema auch in der Langgönser Bevölkerung und Politik nicht ignoriert werden könne.

SPD-Vorsitzender Gerald Dörr lobte die Tafel-Mitarbeiter und bedankte sich für deren engagierte ehrenamtliche Arbeit. "Es ist derzeit gut, dass es die Tafeln gibt und sie
müssen auch und gerade von den Sozialverbänden und der Kommunalpolitik unterstützt werden. Aber auf der anderen Seite ist ihre Notwendigkeit eine Schande, weil die "große Politik" in den letzten Jahren viele falsche Weichenstellungen getroffen hat, die viele Menschen sozial und finanziell an den Rand gedrängt hat".
Dörr, selber auch Vorstandsmitglied im AWO-Ortsverein, erinnerte in diesem Zusammenhang an die Ursprünge der AWO, deren Gründung als "Hauptausschuss für Arbeiterwohlfahrt in der SPD" durch Marie Juchacz, Mitglied der Nationalversammlung, sich am 13. Dezember dieses Jahres zum neunzigsten Male jährt.
"Die Gründung Arbeiterwohlfahrt basiert vor allem auf der Tatsache, die Not der durch den Ersten Weltkrieg Geschädigten zu lindern, indem Nähstuben, Mittagstische, Werkstätten zur Selbsthilfe und Beratungsstellen eingerichtet wurden. Später entwickelte sie sich zu einer Hilfsorganisation für alle sozial bedürftigen Menschen. Dass wir 90 Jahre später wieder so etwas wie Suppenküchen benötigen, hätte sich in den 60er und 70er Jahren des 20.Jahrhunderts sicher niemand vorstellen können“ meinte der Sozialdemokrat.

Bürgermeister Horst Röhrig erklärte, er wolle bei der Suche nach Lösungen behilflich sein, die Kosten von 4.000 Euro für die Entsorgung der aussortierten und nicht zu verwertenden Lebensmittel zu reduzieren und regte Gespräche mit Landwirten mit Biogas-Anlagen an.

Anschließend übergaben die Langgönser Gäste im Namen von AWO und SPD haltbare Lebensmittel, vor allem Nährmittel und Konserven, im Werte von 230 Euro an die Butzbacher Tafel, wofür sich Wolfgang Effinger im Namen aller Helfer herzlich bedankte.

AWO-Vorsitzende Ursula Mlyniec erklärte abschließend, dass dies sicher nicht der letzte Besuch der Langgönser Delegation gewesen sei. "Hier müssen wir auch zukünftig helfen".

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von:  Gerald R. Dörr

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Interessensgebiet: Langgöns
Gerald R. Dörr
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