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Baumfällarbeiten behördlich genehmigt: Maßnahme dient geschütztem Schmetterling

Großer Wiesenknopf mit Blauschwarzem Ameisenbläuling
Großer Wiesenknopf mit Blauschwarzem Ameisenbläuling
Langgöns | Das Forstamt Wetzlar führt in den nächsten Tagen umfangreiche Baumfällarbeiten in den Gemarkungen Langgöns-Cleeberg und in Waldsolms-Griedelbach durch. Dies sei kein Grund zur Beunruhigung, teilt das Gießener Regierungspräsidium (RP) mit, das die Arbeiten veranlasst hat. Insbesondere sollen Baumfällungen und Entbuschungen entlang des Ebersgrundbaches stattfinden, heißt es weiter. Wie das RP mitteilt, wurden die Arbeitsaufträge von HESSEN-Forst an entsprechende Fachfirmen und den Wasser- und Bodenverband Lahn-Dill vergeben. Fachlich begleitet werden die Arbeiten von der Abteilung für den ländlichen Raum des Lahn-Dill-Kreises. Die örtliche Leitung obliegt dem Revierleiter Lutz Herbel vom Forstamt Wetzlar. Die Verwertung des Holzes erfolgt als Brennholz an Selbstwerber.

Die schmalen Täler innerhalb der weitgehend geschlossenen Waldflächen im betreffenden Schutzgebiet „natura 2000“ „Ackergrundbachtal nördlich Cleeberg“ bestehen zum großen Teil aus heute selten gewordenen Glatthaferwiesen. Hier lebt die EU-weit geschützte, seltene Schmetterlingsart „Blauschwarzer Ameisenbläuling“, der von der Maßnahme jetzt
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profitieren soll. „Die an den Gewässern vorhandenen Gehölze, die durch das Vordrängen der Waldränder entstanden sind, werfen zu viel Schatten und müssen zum Teil entfernt werden“, kommentiert Kerstin Roth, Naturschutz-Spezialistin beim Gießener Regierungspräsidium, das Vorhaben. Dadurch sei der komplizierte Fortpflanzungszyklus des seltenen Schmetterlings gefährdet, ergänzt sie.
Wie die Fachfrau weiter erläutert, hängt die Vermehrung des Falters von zwei entscheidenden Faktoren ab. Als Raupenfutterpflanze wird zunächst der auf Glatthaferwiesen beheimatete „Große Wiesenknopf“ benötigt. Dort legt der Falter seine Eier ab, ehe die schlüpfende Raupe von einer Wirtsameise in ihr Nest getragen wird. Die Schmetterlingslarve verbringt dort den Winter und verlässt im nächsten Frühjahr als fertiger Falter das Nest. „Die Eiablage funktioniert nur dann, wenn der Wiesenknopf zum Flugzeitpunkt des Schmetterlings blüht“, sagt Roth zur zeitlichen Abfolge der Prozedur. Der Rückschnitt der Gehölze soll jetzt mehr Sonne und Wärme auf die Wiesen bringen und damit dazu beitragen, dass ein früher erster und ein später zweiter Grünschnitt erfolgen.
„Die beteiligten Behörden, örtlicher Naturschutzbund (NABU) sowie die Ortslandwirte von Cleeberg und Griedelbach treten hier gemeinsam für den Schutz einer selten gewordenen Art ein.“, sagt Regierungspräsident Dr. Lars Witteck und bedankt sich für die hoffentlich lohnende Zusammenarbeit. Er bittet abschließend auch die Bevölkerung um Verständnis für die außergewöhnliche Maßnahme.

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