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Unglückliches Bild bei Nazi-Aufmarsch!

Langgöns | Unglückliches Bild!


Bei der Nazi-Demo am vergangenen Samstag in Wetzlar ist vieles nicht glücklich gelaufen. Das fängt damit an, dass die Stadt den ewig Gestrigen den Aufmarsch nicht verboten hat. Das war eine unsägliche Entscheidung. Es ist völlig egal, ob solche Verbote hinterher von Gerichten wieder gekippt werden. Hier hätte man ein Zeichen setzen können. Man muss erwarten dürfen, dass Kommunen grundsätzlich zunächst einmal solche Aufmärsche untersagen und damit Flagge zeigen. Wo das nicht erfolgt, sollten die verantwortlichen Personen, in der Regel Bürgermeister und Oberbürgermeister, zum Rücktritt aufgefordert werden.
Zur Gegendemonstration muss gesagt werden, dass 500 Gegendemonstranten bei 300 Nazis im Verhältnis viel zuwenig sind. Hier muss bei zukünftigen Gegendemonstrationen eine viel bessere Vernetzung aller gesellschaftlichen Gruppen, der Parteien, Gewerkschaften, Kirchen, Verbände etc. in ganz Mittelhessen erfolgen und flächendeckend massiv dafür geworben werden. Allen Menschen muss klar gemacht werden, dass ein Samstag im Einsatz für die Demokratie in jedem Falle sinnvoller ist, als die
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Arbeit im Garten oder der Bummel in Einkaufspassagen. Auch die Anzahl der Wetzlarer selbst war aus meiner Sicht viel zu gering und wäre ohne die Unterstützung aus Marburg, Gießen, Friedberg, Butzbach, Langgöns etc. nicht angemessen ausgefallen. Einem Teil der Gegendemonstranten sei an dieser Stelle gesagt, dass es der Sache förderlicher wäre, wenn sie am morgens um 11 Uhr aufs Bier trinken verzichten und sich ohne Kapuzen und Sonnenbrillen an den Kundgebungen beteiligen würden, weil Polizei und neutrale Bürger damit nicht unbedingt auf die Seite der Anständigen gezogen werden.
Aber auch die Polizei hat bei solchen Gelegenheiten schon besser ausgesehen. Es ist schier unerträglich, dass die Feinde der Demokratie nahezu frei, oder besser gesagt sogar durch die Staatsgewalt geschützt, durch Wetzlar laufen dürfen, während friedliche Gegendemonstranten regelrecht eingekesselt werden. Dem friedlichen Zug durch die Wetzlarer Innenstadt wurden nahezu alle Wege durch Polizeisperren verbaut. Selbst unbeteiligten gehbehinderten Senioren und Müttern mit Kleinstkindern wurde der Durchgang in die meisten Richtungen verwehrt, obwohl dort weder Demonstranten noch Gegendemonstranten zugegen waren. Es bleibt festzustellen, dass es vor allem die Gegendemonstranten um Ernst Richter waren, die verhindert haben, dass die Sache eskaliert. Der Anteil der Polizei daran war aus meiner Sicht eher gering. Beschämend ist auch, dass dem rechten Pack die Möglichkeit gegeben wurde, durch ein Viertel mit einem hohen Anteil an Mitbürgern mit Migrationshintergrund zu marschieren.
Unglücklich habe ich es aber auch empfunden, dass eine regionale Zeitung aus dem Lahn-Dill-Kreis, die am Vortag lokale Politiker und Sprecher diverser gesellschaftlicher Gruppen mit Bild eine Aussage zum Naziaufmarsch machen lies, auch dem CDU-Landtagsabgeordneten Irmer hier die Möglichkeit zur Stellungnahme gab. Dies halte ich bei Irmers Weltbild für unangemessen.

Gerald R. Dörr, Vorsitzender SPD-Ortsverein Langgöns

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