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Unangebracht!

Langgöns | Die Jamaika-Koalition der Gemeindevertretung Langgöns setzt für einen Neujahrsempfang der Gemeinde, der im Januar 2009 stattfinden soll, 3.000 Euro Kosten an. Dieses Geld wird den Haushalt von Langgöns zusätzlich belasten.

Ich persönlich halte diese Summe für absolut unangebracht.

Die öffentliche Hand sollte grundsätzlich darauf achten, dass die Gelder der Bürgerinnen und Bürger (Steuern, Gebühren etc.) verantwortungsbewusst und damit im Sinne der Gemeinwohls eingesetzt werden.
Wie wird das aber nun mit diesen 3.000 Euro, oder dem Betrag der letztendlich tatsächlich ausgegeben wird, sein?
Werden alle Menschen in Langgöns und seinen sechs Ortsteilen zu dieser Veranstaltung eingeladen oder werden „bevorzugte“ Personengruppen in den Genuss der Teilnahme kommen?
Ich vermute, es werden die Honoratioren, die Unternehmer und die Vereinsvertreter in Langgöns sein, die zu diesem Empfang eingeladen werden.

Der Kontakt der Politik zur Wirtschaft und zum Ehrenamt ist, um dies gleich zu betonen, von enormer Bedeutung. Ebenso haben Unternehmer und Ehrenamtler unbestritten ihre großen Verdienste und tragen auf unterschiedliche Weise zum Funktionieren des Gemeinwesens in den Kommunen bei.

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Gleichwohl stellt sich hier die Frage, ob diese 3.000 Euro nicht sinnvoller eingesetzt werden könnten. Letztlich wird es nämlich auf nichts anderes hinauslaufen, als dass Politiker sich auf Kosten der Bürgerinnen und Bürger „darstellen“ werden.

Im Landkreis Gießen gibt es fast 7.000 Kinder in Armut und man kann sicher sein, dass einige davon auch in Langgöns leben. Die Hartz-IV-Sätze decken die hohen Kosten für Bildung in keiner Weise ausreichend ab, wenn man an die Ausgaben für Schulhefte und -materialien, das Mittagessen, die Betreuung in Ganztagsschulen oder die Fahrtkosten zur Schule denkt.
Wäre es daher nicht angebrachter, mit dem für den Empfang geplanten Geld dafür zu sorgen, diese Kinder, die unverschuldet bereits am Anfang ihres Lebens auf die Verliererstraße zu geraten drohen, sachgerecht zu unterstützen?

Oder wäre es, um auf ein aktuelles Thema der Gemeinde einzugehen, nicht sinnvoll, mit dem für den Empfang geplanten Geld die Eltern der Oberkleener Kindergartenkinder zu unterstützen, die ihren Nachwuchs derzeit in Eigenregie und auf eigene Kosten in die Kita nach Niederkleen transportieren?

Die Politik im Allgemeinen und die Parteien im Besonderen werden von der Bevölkerung derzeit ohnehin äußerst negativ beurteilt.
Sollte daher nicht hier mit gutem Beispiel voran gegangen werden, und die Veranstaltung von den Initiatoren in Eigenregie und ohne öffentliche Gelder umgesetzt werden?
Die Langgönser Jamaika-Koalition sollte ihr Handeln noch einmal überdenken.

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Kommentare zum Beitrag

742
D. Theiß aus Lich schrieb am 13.10.2008 um 09:42 Uhr
Herr Dörr,
derjenige der im Glashaus sitzt werfe nicht den ersten Stein!
Gerald R. Dörr
1.006
Gerald R. Dörr aus Langgöns schrieb am 13.10.2008 um 09:57 Uhr
Sehr geehrter Herr Theiß,
Ich habe noch nie über öffentliche Gelder zu entscheiden gehabt und fühle mich ergo nicht im Glashaus.
Mit freundlichen Grüßen
742
D. Theiß aus Lich schrieb am 13.10.2008 um 11:40 Uhr
Sehr geehrter Herr Dörr,
dies Anmerkung war oder ist auch nicht gegen Sie Persönlich gerichtet, ich meine die Politik im allgemeinen und insbesondere was zur Zeit im LkGi getrieben wird, hätten da unsere Kommunalpolitiker sich mach mal nicht an den Koalitionszwang gehalten und auf den Landrat Herrn Marx gehört dann wäre gar mancher EURO noch in der Kreiskasse geblieben.
Das ist nur ein Beispiel von vielen.
Meine Kommentare gebe ich auch nur nach meinem persönlichen befinden ab, und da habe ich manchmal das Gefühl bei uns liegt manches in argen, im Kleinen wie im Großen.
Hallo Lieber Leser
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von:  Gerald R. Dörr

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Interessensgebiet: Langgöns
Gerald R. Dörr
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