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Steingärten: Aufklärung statt Verbote - Monokulturen und Windkraftanlagen tragen ebenfalls zum Artensterben bei

Langgöns | "Ganz Deutschland redet aktuell pausenlos über Klimawandel, CO2-Ausstoß, das Artensterben und die damit einhergehenden Negativfolgen. Und trotzdem setzt sich der ökologische Sündenfall "Stein- und Schottergärten" immer weiter durch!" Das passe doch überhaupt nicht zusammen und das sei eine beunruhigende und völlig unverständliche Entwicklung, die auch auf Uninformiertheit basieren könnte, schreibt die Ortsvorsitzende der FDP, Barbara Fandré in einer Pressemitteilung. Unterstützung ihrer Haltung findet sie bei ihren Parteikollegen Stefan und Nicole Baldus. "Deshalb sprechen wir uns vom Ortsverband der Freien Demokraten gegen ein Verbot zur Vermeidung von Steingärten aus, wie es bereits in einigen Städten und Gemeinden über den Bebauungsplan geschehen ist und worüber derzeit auch in Langgöns nachgedacht wird“.
Denn, so Fandré, mit Bestimmungen, Regulierungen und Vorschriften sei die Bevölkerung bereits zur Genüge überzogen und deren Einhaltung würden ohnehin häufig überhaupt nicht kontrolliert. Gärten würden darüber hinaus nicht selten immer wieder umgestaltet, was in der Regel keiner Genehmigung bedürfe und sie stellt die Frage: „Wer will diese permanenten Veränderungen denn auf ein solches Verbot hin überprüfen?“
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Ziel müsse vielmehr sein, ein Umdenken, nicht nur bei Haus- und Gartenbesitzern zu erreichen, sondern auch bei Landschafts- und Gartenbauer, die für Stein- und Schottergärten Werbung machen und diese in Hochglanzbroschüren als modern und pflegeleicht präsentieren. Ohnehin sei es ein Trugschluss, dass Schottergärten unkompliziert in der Pflege seien, denn innerhalb kürzester Zeit siedelten sich auch in diesen Steinwüsten durch die Ablagerung organischer Stoffe Unkräuter, Flechten und Moose an, die dann häufig mit der chemischen Keule bekämpft würden.
„Darüber hinaus haben Schottergärten negative Auswirkungen auf das Mikroklima, denn an heißen Tagen mit Temperaturen über dreißig Grad hat man schon bis zu siebzig Grad in solchen Gärten gemessen“. Das könne in Zeiten des Klimawandels doch niemand wirklich ernsthaft wollen! Pflanzen hingegen wirkten wie eine Klimaanlage und böten Insekten den dringend benötigen Lebensraum.
Zur Wahrheit gehöre aber auch - und das werde in der Diskussion häufig einfach ausgeblendet - , so Fandré, dass der Biogas-Boom beim Anbau von Mais auf vielen Ackerflächen zu Monokulturen geführt habe und diese Ackerflächen nahezu ökologisch tot seien, was wiederum zum Insektensterben führe. Windkraftanlagen könnten ebenfalls für einen Teil des Insektensterbens verantwortlich sein. Das habe beispielsweise das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) kürzlich in einer Modellanalyse beziffert. Demnach betrage die Zahl der durch Windräder in Deutschland getöteten Fluginsekten während der warmen Jahreszeit 5,3 Milliarden pro Tag! Pro Jahr entstünden demnach beim Durchflug der Rotoren Verluste von mindestens 1200 Tonnen. “Damit tragen die Windkraftanlagen sehr wahrscheinlich einen nicht unerheblichen Anteil am Rückgang der Artenvielfalt bei, was zeigt, dass erneuerbare Energien nicht automatisch auch umweltfreundlich sind". Dies auszusprechen bedeute nicht, dass man gegen erneuerbare Energien sei, betont Fandré, vielmehr müsse weiter geforscht werden beispielsweise in Richtung synthetischer Kraftstoffe oder Brennstoffzellen zur Wärme- und Stromgewinnung oder auch neuer Technologien.

"Diese Beispiele zeigen, dass es eine besondere Herausforderung für die Politik ist, Bestehendes kritisch zu hinterfragen". Denn großflächiger Abbau wertvoller Waldgebiete wie beispielsweise im Reinhardswald geplant, Hessens ältestem Naturschutzgebiet, um Windkraftanlagen zu bauen ist alles andere als ökologisch sinnvoll. „Der Wald ist immer noch der größte CO 2 Speicher!“ Nicht nur Insekten, sondern auch Vögel und Fledermäuse fielen den Windrädern zum Opfer. Ganz besonders bedroht sei der Rotmilan. "Aber nicht nur die Politik ist verantwortlich, sondern jeder Einzelne müsse seinen Beitrag zum Umweltschutz leisen und sein Verhalten kritisch überdenken", verleihen die Kommunalpolitiker ihrem Wunsch nach mehr Umweltbewusstsein bei der Gartengestaltung Nachdruck.

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Barbara Fandré
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