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Unfallübung forderte 100 Feuerwehrleute und Sanitäter

Authentische  Schauspielerin, die zusätzlichen Stress versprühte
Authentische Schauspielerin, die zusätzlichen Stress versprühte
Langgöns | Als am Freitagabend, 8.7.2016 um 18:40 Uhr bei den Freiwilligen Feuerwehren von Langgöns die Alarmglocken schrillten, wussten die Feuerwehrleute der sechs Langgönser Ortsteile (Lang-Göns, Cleeberg, Dornholzhausen, Espa, Niederkleen und Oberkleen), dass sie nun zu einer gemeinsamen Lang-Gönser Übung ausrücken müssen. Wo diese aber stattfindet, und was sie am Einsatzort erwartet, war bis dahin „Verschlusssache“ von Wehrführung und Leitstelle der Johanniter in Großen Linden. Über den Melder erfuhren sie dann, dass es sich um einen Einsatz nach „VU-Klemm“ handelt. Ein Verkehrsunfall also, bei dem eine oder mehrere Personen eingeklemmt worden sind und der Unfallort sich auf dem „Mandlerweg“ zwischen Langgöns und Dornholzhausen befindet. Mehr ist den Einsatzkräften erst einmal nicht bekannt.

An der Unfallstelle angekommen treffen sie auf die Kollegen aus dem Rettungsdienst der Johanniter. Schnell ist klar, dass hier, zwischen Langgöns und Dornholzhausen, ein illegales Autorennen stattgefunden haben muss. Insgesamt fünf Fahrzeuge sind verunfallt, davon 3 ineinander verkeilt auf der Straßenmitte, einer hängt im
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Straßengraben und der fünfte liegt auf dem Dach ca. 8 m entfernt von der Straße im Wald. Mehr als 10 Personen seien verletzt und in den Fahrzeugen eingeklemmt. Das ist das Stichwort: Einsatz für die „Schnell-Einsatz-Gruppe“ (SEG) der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., denn es werden unverzüglich viele Helfer gebraucht. Jetzt sind klare Anweisungen und eine organisationsübergreifende Zusammenarbeit essentiell. Einige der Verletzten weinen oder schreien, andere sind ganz still. Die Verletzungen reichen von Schürfwunden bis hin zu lebensbedrohlichen Blutungen. Hand in Hand arbeiten nun Feuerwehrmänner und Sanitätern an den jeweiligen verunfallten Fahrzeugen und der darin zum Teil eingeklemmten Person. Während die Feuerwehr mit schwerem Gerät (Spreizer und Rettungsschere) Türen aufhebelt, Heckklappen abschneidet und Fensterscheiben herausgesägt, versorgen die Sanitäter der Johanniter die Verletzten. Nach parallel erfasster Gesamtübersicht durch die Leitstelle wurde die Reihenfolge der Rettungsaktion koordiniert.


Ersthelfer Die SEG bauten Zelte auf und richtet Behandlungsplätze ein um die Verletzten erst einmal von der Straße in eine geschützte Umgebung bringen zu können. Dort werden sie versorgt, bis einer der simulierten Rettungswagen
Bergung einer Person, aus dem im Wald auf dem Dach liegenden Pkw
Bergung einer Person, aus dem im Wald auf dem Dach liegenden Pkw
sie in ein Krankenhaus bringen konnte. Nur wenige Meter entfernt musste die Feuerwehr Hydraulik einsetzen um einen Verletzten zu befreien, der unter einem Fahrzeug eingeklemmt war. Ein schwieriger Einsatz, denn die Straße war an dieser Stelle sehr schmal. An die hundert Einsatzkräfte mussten sich den Platz teilen und in dem Chaos einen kühlen Kopf bewahren.
Einsätze wie dieser sind keine Seltenheit für die Feuerwehr und den Rettungsdienst. Vor Ort treffen verschiedene Organisationen aufeinander, die zusammenarbeiten müssen und gemeinsam Menschenleben retten. Damit solche Einsätze noch sicherer bewältigt werden können, finden regelmäßig solch gemeinsame Übungen statt. Besonders erfreut war die Einsatzleitung, dass zahlreiche Auszubildende zum Notallsanitäter bei der Übung mitgewirkt haben“, erklärt Marco Schulte-Lünzum, Regionalvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. in Mittelhessen. Alles nur eine Übung also. Dennoch war es aufregend für die eingesetzten Kräfte. Unter den strengen Augen von Kreisbrandmeister und Übungsbeobachter Roland Kraus fand die Übung unter realistischen Bedingungen statt. Das Team der Realistischen Unfall-Darstellung (RUD) der Johanniter hat im Vorfeld ganze Arbeit geleistet. Die Verletzten waren professionell geschminkt, hatten zerrissene Kleidung an und aus den Wunden floss Kunstblut. Viele der „Opfer“ sind regelmäßig als Mimen tätig und überzeugen durch schauspielerisches Geschick.

Bergung einer Person aus dem PKW
Bergung einer Person aus dem PKW
Für die Feuerwehr, den Rettungsdienst und die SEG bot sich vor Ort ein täuschend echtes Szenario, welches der stellv. Wehrführer, Matthias Korner, aufgebaut hatte. Thomas Heckrodt, Gemeindebrandinspektor der Gemeinde Langgöns, war zufrieden mit der Leistung der einzelnen Einheiten. „Jeder hab heute sein Bestes gegeben und somit zum Gelingen dieser Übung beigetragen. Doch genau diese Herausforderungen konnten wir jetzt erkennen, um für den nächsten Einsatz noch besser vorbereitet zu sein.“
Neben der organisationsübergreifenden Zusammenarbeit standen auch die Bewältigung und der Umgang mit Stress im Einsatz im Mittelpunkt. Horst Röhrig, Bürgermeister von Langgöns, freute sich über die Souveränität der Einsatzkräfte: „In einem solchen Chaos den Überblick zu behalten und sich nicht aus der Bahn werfen zu lassen, zeugt von hoher Belastbarkeit und Stärke. Auf unsere Einsatzkräfte ist eben Verlass“, so Röhrig abschließend.
Alles in allem war dies ein überaus gelungener Übungsabend. Ein großer Dank galt der Firma Autoverwertung Willi Eimer, die wieder die Fahrzeuge für die Übungen zur Verfügung stellt hatte.

Authentische  Schauspielerin, die zusätzlichen Stress versprühte
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Bergung einer Person, aus dem im Wald auf dem Dach liegenden Pkw
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Bergung einer Person aus dem PKW
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Um an die Verletzten zu kommen, wurde ein Pkw-Dach der drei ineinander verkeilten Pkw komplett abgetrennt und entfernt.
Um an die Verletzten zu... 
Schreie, der verletzten in PKWs eingeklemmter Personen 						wirkten authentisch und verliehen dem Chaos zusätzliche  					Echtheit
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Kommentare zum Beitrag

Andrea Mey
10.751
Andrea Mey aus Lollar schrieb am 13.07.2016 um 00:21 Uhr
Heute auf der A 7 leider wieder bittere Realität, auch wenn es kein illegales Autorennen war.
Danke an die vielen haupt - und ehrenamtliche Rettungskräfte, die nicht selten ihr eigenes Leben riskieren.
Danke für diesen interessanten Beitrag!
Günther Dickel
2.988
Günther Dickel aus Pohlheim schrieb am 15.07.2016 um 21:16 Uhr
Danke für das positive Feedback. Ja, das war eine spektakuläre Übung und die Einsatzkräfte wurden echt gefordert. Gehe auch davon aus, dass dabei viel mit Nachhaltigkeit gelernt wurde.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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von:  Günther Dickel

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Interessensgebiet: Pohlheim
Günther Dickel
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