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Römertag begeistert weit über 1.000 Besucher

Optio Cethegus
Optio Cethegus
Lahnau | Ein prüfender Blick in den Himmel. „Wir können aufbauen“, nickt der Geschäftsführer Peter Schepp den Helfern zu, während die letzten Regentropfen zu seinen Füßen im Boden versickern. Gemeinsam werden letzte Handgriffe getätigt, bevor historisch Interessierte und Neugierige das Römische Forum belagern können. Die Legionäre haben ihr Lager bereits einen Tag zuvor aufgeschlagen. „Von der Vindelicer-Cohorte haben wir gestern Abend einiges gelernt“, gähnt der Optio Cethegus – im richtigen Leben Daniel – noch etwas verschlafen. Gemeinsam übernachteten die Legionärsgruppen bei Regen und wärmenden Würzwein auf dem Gelände in ihren Zelten, die den Original-Mannschaftszelten von vor 2.000 Jahren nachempfunden sind. Für die Legio I GERMANICA war es die erste Nacht im Zelt. Die Gruppe hat sich vor drei Jahren zusammengefunden, das Mannschaftszelt ergänzt das Inventar jedoch erst seit ein paar Wochen.

Mittlerweile hat die Veranstaltung begonnen, es ist trocken. Noch betreten die Besucher nur vereinzelt das ehemalige Ausgrabungsgelände, auf dem 2009 der prachtvoll verzierte Pferdekopf in einem 11m tiefen Brunnen gefunden
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wurde. Von den Ausgrabungen ist jetzt nichts mehr zu sehen. Wohl aber die aufgebauten Zelte und Marktstände mit den einzelnen Aktionen zum Römertag. Mit Herzblut engagieren sich die ehrenamtlichen des Fördervereins Römisches Forum Waldgirmes und bieten den Besuchern, die jetzt immer zahlreicher auf das Gelände strömen, einen abwechslungsreichen Ausflug in die römische Geschichte von Waldgirmes.

Vor den Zelten sieht man Kinder mit römischen Abzeichen (Falare), Feldzeichen (Standarte) und Kurzschwertern aus Pappe stolz umherlaufen. Einige begleiteten die Legionäre, während diese auf dem Gelände exerzieren. Mädchen tragen ihre goldenen selbstgebastelten Armreifen zur Schau oder probieren mit Mama eine Tunika an. „Das ist sehr bequem“ bestätigen die Trägerinnen und posieren für ein Erinnerungsfoto. Aber auch der ein oder andere männliche Besucher lässt sich davon überzeugen, einmal in die Kleidung des Senators zu schlüpfen. Daneben demonstriert die gewandete Römerin Carmen alias Drusilla ihre antike Handarbeiten Einhandspinnen und Nadelbinden. Interessierte meist weiblichen Geschlechts beobachten jede Handbewegung und stellen Fragen.

Auf der gegenüberliegenden Seite im Zelt ist es derweil mucksmäuschenstill. Kinder scharen sich
Römische Geschichten und lauschende Kinder
Römische Geschichten und lauschende Kinder
um Hildegard während sie eine selbst geschriebene Geschichte vorliest. Zur gleichen Zeit versammeln sich auf dem Aussichtshügel zahlreiche Besucher und lauschen der Archäologiestudentin Tamara bei ihren Erklärungen rund um die Funde und Ausgrabungsergebnisse. Darin ist sie geübt, denn sie führt die Besucher bei den öffentlichen Führungen seit zwei Jahren. Heute führt sie die Teilnehmer in das große Zelt zu den dort ausgestellten Informationstafeln. Sie erzählt, dass die Römer in Waldgirmes sesshaft werden wollten und zu dieser Zeit die Kelten vom Dünsberg nur noch vereinzelt vorzufinden waren. Sie deutet auf das Zelt des Vereins Archäologie im Gleiberger Land. „Dort sehen Sie Funde, Nachbildungen und bekommen alle Informationen zu den Kelten am Dünsberg“, erklärt sie, bevor sie sich wieder auf die römische Geschichte von Waldgirmes konzentriert.

Plötzlich ertönt von weither ein Hornsignal. Es ist wieder soweit, die Legionäre der Legio I GERMANICA und der Cohors IIII. Vindelicorum ordnen sich paarweise hintereinander und warten auf Befehle ihres Centurio. Die Rüstung ist schwer, doch Fortuna sei Dank ist es trocken. „Das richtige Wetter für unsere Kettenhemden“ betont ein Legionär erleichtet. In filigraner Handarbeit fertigten
Standartenträger
Standartenträger
sie die Kettenhemden selbst. Bei Regen droht Rost, doch davon bleiben die Legionäre heute verschont. Schwer bepackt mit Schild und Speer (Pilum) marschieren sie über das Gelände. Hinter ihnen eine Menschenmenge, die magnetisch mitgezogen wird. Laut ertönen die Befehle zum Gleichschritt auf Italienisch: „Uno, Due, Tre, Quattro,...“. Die Legionäre folgen, die Menschenmenge ebenfalls. Alle auf dem Weg zurück in das Lager. Dort stellen sich die Legionäre den Fragen der Interessierten. Die ausgerüsteten Männer verstehen es auf die Besucher, egal ob klein oder groß, einzugehen und die zahlreichen Fragen geduldig und mit fundiertem Fachwissen zu beantworten. Genau das kommt sehr gut an bei den Besuchern.

Und nicht nur das, auch die Verköstigung vom Team der Haustädter Mühle ist für die Besucher ein Genuss. Bis auf die letzte Wildschweinbratwurst und den letzten Löffel Schafskäsepaste ist alles leergegessen. Trotzdem ziehen kurz vor Ende der Veranstaltung dunkle Wolken auf. „Wir haben heute wirklich Glück gehabt“, freuen sich die Helfer, als sie die letzten Tische und Bänke nach der Veranstaltung im einsetzenden Regen aufstapeln. Weit über tausend Besucher haben den Weg nach Waldgirmes gefunden. Zum erlebnisreichen, bunten, vielfältigen Römertag, der sicher im nächsten Jahr wiederholt wird.

Optio Cethegus
Römische Geschichten und lauschende Kinder
Standartenträger
Römische Schilde
Ein Blick auf das Geländer des Römertages
Römisches Zelt
Römische Bekleidung zum anprobieren
Links die Legio I GERMANICA, rechts die Cohors IIII. Vindelicorum
Mehr als 1.000 Besucher interessieren sich für die römische Geschichte von Waldgirmes
Die Legio beim exerzieren.
Beisammen sein
Führung über das Gelände
Lager der Cohors IIII. Vindelicorum
Feuerstelle im Lager
Gemeinsame Übung der Legionäre
Ein bunter Haufen...

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von:  Förderverein Römisches Forum Waldgirmes e.V.

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Interessensgebiet: Lahnau
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