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Fahrgastverband PRO BAHN fordert nach Bahnunfall die Schließung des Bahnübergangs Edekastraße in Buseck

Lahnau | Nach dem Unfall eines Regionalzugs mit einem LKW am Bahnübergang Edekastraße in Buseck fordert der Fahrgastverband PRO BAHN die Schließung des Bahnübergangs und den Bau einer neuen Anbindung für das Gewerbegebiet Fischbach, Bereich Marburger Straße nebst dem Zentrallager von Edeka.

Es ist nicht der erste Vorfall an diesem Bahnübergang. Das Gewerbegebiet zeichnet sich durch eine überdurchschnittliche Zahl täglicher LKW-Bewegungen aus, welche aktuell zum großen Teil über den Bahnübergang der Edekastraße erfolgen. Zudem kann der Bereich aufgrund des Kurvenradius der Bahnstrecke nicht optimal ertüchtigt werden. Selbst eine technische Aufrüstung zum Beispiel durch Vollschranken lassen Unfälle wie den vom 2. Juli nicht ausschließen. Dies ist kein haltbarer Zustand aufgrund der Zahl der Zugbewegungen auf der Vogelsbergbahn, so der Regionalsprecher von PRO BAHN in Mittelhessen, Thomas Kraft (Lahnau). Für Fußgänger und Fahrradfahrer könnte der entsprechend umgebaute Bahnübergang in Betrieb bleiben.

Wäre der LKW nach dem Warnsignal des Zuges nicht noch etwas vorgefahren und hätte der Anhänger nur ein paar Zentimeter weiter im Gleisbereich gestanden, hätte es Dutzende von Toten und unzählige Schwerverletzte gegeben. Die auf Nebenstrecken heute eingesetzten Triebwagen der Baureihe LINT (Leichter innovativer Nahverkehrstriebwagen) verfügen nur über eine glasfaserverstärkte Carbonfront, die bei einen Aufprall von mehr als 10 kmh auf ein Hindernis keinerlei Schutz für Lokführer und Insassen bietet. Der Zug war aber bei dem Unfall noch 60 kmh schnell, wobei sich bei einem Seitenaufprall der erste Teil des Triebwagens um die Hälfte seiner Länge zusammengeschoben hätte und voraussichtlich auch aus den Gleisen gesprungen und umgekippt wäre. So aber hat der Zug den Anhänger nur leicht touchiert. Die Kräfte, die selbst dabei wirkten, belegen die Zerstörungen am Fernmeldehäuschen und an der Ampelanlage. Nicht auszudenken also, was passiert wäre, wenn der LKW-Fahrer nicht auf die Warnsignale hätte reagieren können und der Unfall an einem Tag mit Nebel, starkem Schneefall oder bei Dunkelheit passiert wäre.

Einerseits wird die Vogelsbergbahn zumindest mit der aktuellen Zugdichte weiter in Betrieb sein, andererseits wird die Frequentierung des Gewerbegebiets im Bereich Marburger Straße durch LKW und PKW nicht abnehmen. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, eine neue Erschließung an das überörtliche Straßennetz voran zu treiben. Der Fahrgastverband PRO BAHN spricht sich dabei für eine neue Anbindung an die L 3128 nördlich des Edekageländes und der Bahnüberführung der Umgehungsstraße Großen-Buseck aus. Eine neue Anbindung würde die bestehende Zufahrt entlasten, welche weiterhin durch den Bereich Kasseler Straße genutzt werden könnte. Eine Anbindung des Gewerbegebiets Fischbach an die B 49 im Bereich Leppermühle würde zwar eine direkte Verbindung zur Autobahnanschlussstelle der A 5 schaffen, scheidet jedoch aus Sicht von PRO BAHN aufgrund des sensiblen Bereichs des dortigen Kinder- und Jugendheims aus. Der Umweg einer neuen Anbindung nördlich des Edeka-Zentrallagers wäre durchaus im vertretbaren Rahmen.

Der Fahrgastverband PRO BAHN sieht die Zeichen erkannt, dass aufgrund des Vorfalls Gelder aus dem Etat des Landes Hessen umgeschichtet werden und „Hessen Mobil Straßen- und Verkehrsmanagement“ mit der Planung und Umsetzung einer solchen Maßnahme in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Buseck schnellstmöglich beginnt.

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