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Viele Aktivitäten und über 2.000 Besucher im Römischen Forum Waldgirmes

Der Vorstand v.l.: Geschäftsführer Peter Schepp, 1. Vorsitzender Wilfried Paeschke, Schriftführerin Carmen Schmitt, Beisitzerin Susanne Burzel, Kassierer Holger Fabel.
Der Vorstand v.l.: Geschäftsführer Peter Schepp, 1. Vorsitzender Wilfried Paeschke, Schriftführerin Carmen Schmitt, Beisitzerin Susanne Burzel, Kassierer Holger Fabel.
Lahnau | „Wir haben eine Anfrage aus dem Louvre in Paris“. Mit diesen Worten eröffnete der erste Vorsitzende des Fördervereins Römisches Forum Waldgirmes e.V. Wilfried Paeschke die Mitgliederversammlung. Der Aufmerksamkeit der Mitglieder sicher, berichtete Paeschke weiter, dass den Förderverein vor einigen Tagen ein Brief aus Paris erreichte. Dies mit der Anfrage, sich den restaurierten Pferdekopf für eine Sonderausstellung 2014 ausleihen zu dürfen, denn im August 2014 jährt sich der Todestag des Kaiser Augustus zum 2.000ten Mal. Die Anfrage musste jedoch zuständigkeitshalber an den Landesarchäologen Prof. Schallmeyer weitergeleitet werden.
Doch nicht nur Paris ist interessiert. Durch die Mitgliedschaft des gebürtigen Römers und mittlerweile in Deutschland lebenden Reiseunternehmers Ilario Favaro entstand der Kontakt zu einer Römercohorte in Rom. Diese sei stark an einer Partnerschaft mit der Waldgirmeser Legionärsgruppe „Legio I GERMANICA“ interessiert. „Erste Kontakte bestehen bereits und werden mit einem Rom-Besuch Anfang 2014 vertieft“, so Paeschke. Desweiteren hat die römische Gruppe „Völker an der Donau“ aus Wien ebenfalls vor einigen Wochen großes Interesse an der Zusammenarbeit gezeigt und Kontakt mit dem Förderverein aufgenommen.
„Sie sehen, der Förderverein wird über die Grenzen Deutschlands nachgefragt“, ist der erste Vorsitzende stolz, „die internationale Beachtung des Römischen Forums bestätigt unsere Arbeit und das Ansehen in der archäologischen Fachwelt. Schade nur, dass einige Vertreter der Gemeinde Lahnau dies nicht erkennen und nicht den ‚Blick über den Tellerrand‘ wagen. Die Argumentation, dass alle Vereine in Lahnau gleichgestellt werden sollen, darf für den Förderverein nicht greifen.“
Denn dieser hat nach wie vor die Aufgabe, die wissenschaftlichen Ergebnisse zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Zu diesem Zweck wurde der Förderverein auf Drängen der Gemeinde Lahnau 1995 gegründet. „Diesem möchten wir gerne nachkommen“, erklärt der Geschäftsführer Peter Schepp, „doch wir bedauern, dass seitens einiger der ortsansässigen Politiker wenig Unterstützung zu erwarten ist und sogar gegen den Förderverein gearbeitet wird.“ „Andere Gemeindegremien würden sich die Finger lecken, solch eine wissenschaftliche Sensation in ihrem Ort zu haben.“, ergänzt ein Mitglied aus der Versammlung abschließend.
Der Kassenbericht, vorgetragen von Holger Fabel, ergab wie erwartet erhöhte Präsentationskosten zum Vorjahr. Trotzdem konnte dank Spenden, Fördermittel und Mitgliedsbeiträgen (der Verein zählt derzeit knapp 200 Mitglieder) ein kleiner Überschuss erzielt werden. Die Entlastung des Vorstandes erfolgte nach dem positiven Kassenprüfungsbericht durch die anwesenden Mitglieder.
Im weiteren Verlauf der Versammlung berichtete Peter Schepp über die Vereinsaktivitäten im Jahr 2012. Das ehrenamtliche Engagement war und ist hoch, es fanden 60 Führungen mit insgesamt 2.200 Teilnehmern statt. „Und dazu sind noch nicht die Besucher gezählt, die aus ganz Deutschland fast täglich in die Geschäftsstelle kommen oder das Ausgrabungsgelände privat besuchen, ohne dass wir davon wissen.“, ergänzt Schepp. Die weitere Bilanz kann sich ebenfalls sehen lassen. Kochkurse, Schmuck- und Schminkseminare und zahlreiche pädagogische Angebote locken Kinder und Erwachsene in die Geschäftsstelle. Peter Schepp betonte noch einmal das hohe ehrenamtliche Engagement, besonders seitens der pädagogischen Angebote, wie die Ferienspiele oder der RöMinis. Auch der Tag des offenen Denkmals war mit 1.000 Besuchern ein voller Erfolg. Ein weiterer positiver Aspekt ist die Aufnahme des Römischen Forum Waldgirmes in den Geopark Lahn-Westerwald. Der „Geopunkt“ wird demnächst am Ausgrabungsgelände installiert.
Besonders beliebt ist die Legio I GERMANICA mit 12 Aktiven im Alter zwischen 15 und 65 Jahren, die bei vielen Gelegenheiten Eindruck machte.
Abschließend informierte der Geschäftsführer noch über die anstehenden Termine 2013. Ein großes Vorhaben sei der Bau eines Besucherpavillons, wofür Leader-Mittel in Anspruch genommen werden sollen. „Alle Anstrengungen des Fördervereins laufen derzeit in diese Richtung“, erklärt Schepp. „Es ist leider so, dass viele Besucher enttäuscht sind, dass das Ausgrabungsgelände selbst so spärlich ausgestattet ist. Das Ansehen des Römischen Forums in der historisch interessierten Öffentlichkeit stimmt oft nicht mit der realen Situation auf dem Ausgrabungsgelände überein. Das spüren wir ständig, wenn potenzielle Besucher anrufen um zu erfahren, was es alles zu sehen ist, und sich wundern, dass es doch so wenig ist.“, gibt Schepp zu Bedenken.
„Es gibt jede Menge zu tun.“, schließt Paeschke die Versammlung nach anregenden Diskussionen und interessanten Informationen. Und wer weiß, vielleicht findet die Erstpräsentation des restaurierten Pferdekopfes 2013 in Lahnau statt, bevor er in den Louvre reist.

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