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Römische Funde begeistern Thorsten Schäfer-Gümbel

Thorsten Schäfer-Gümbel (4.v.r.) und Dagmar Schmidt (5.v.r.) auf dem Ausgrabungsgelände
Thorsten Schäfer-Gümbel (4.v.r.) und Dagmar Schmidt (5.v.r.) auf dem Ausgrabungsgelände
Lahnau | Der hessische Fraktionsvorsitzende der SPD Thorsten Schäfer-Gümbel besuchte am 24. August 2012 gemeinsam mit seiner Referentin für Grundsatzangelegenheiten Dagmar Schmidt das Römische Forum Waldgirmes. In der Geschäftsstelle informierte ihn der Grabungsleiter Dr. Armin Becker über die einzigartige Bedeutung der römischen Siedlung von Waldgirmes. Dass die Lahn als Transportweg in der Antike bereits stark genutzt wurde – und damit auch der Standort des Römischen Forums – bestärken u.a. neueste Funde „vom Grenzgraben“ aus Limburg. Dort wird derzeit ein römisches Militärlager archäologisch untersucht. Jedoch konnten Militärlager jederzeit und leicht verlegt werden, erklärte Becker. Die antike Siedlung in Waldgirmes war jedoch langfristig ausgelegt. Dies belegen Steinfundamente des Forumsgebäudes, fünf Gruben für Statuen sowie zahlreiche bronzene Fundstücke, welche die Existenz von mindestens zwei Reiterstatuen beweisen. Bewiesen ist auch, dass die Siedlung noch über die Varusschlacht im Jahre 9 n. Chr. hinaus genutzt und sogar ausgebaut wurde. Auf die Frage Schäfer-Gümbels, wie die Funde aus Waldgirmes mit der Saalburg verglichen werden können, sagte Becker: „Die Funde sind nicht vergleichbar. Die Saalburg spiegelt die Zeit des Limes wieder, während Waldgirmes schon vor dem Limes besiedelt wurde.“ Heinz Rauber, der zweite Vorsitzender des Fördervereins, fügte hinzu, dass die Bedeutung der Funde von Waldgirmes vergleichbar mit dem des Keltenfürst in Glauberg ist.
Der Geschäftsführer Peter Schepp berichtete weiterhin über die aktuellen Pläne des Fördervereins. So soll die Erstpräsentation des restaurierten Pferdekopfes im Jahr 2013 stattfinden. Der Förderverein bemühe sich um die Ausrichtung dieser Präsentation am Original-Fundort – die endgültige Entscheidung obliegt jedoch dem Landesarchäologen Prof. Dr. Egon Schallmayer und der Ministerin für Wissenschaft und Kunst Eva Kühne-Hörmann. Weiterhin stellte Schepp das langfristige Konzept des Archäologischen Parks Waldgirmes vor. Da dieser mit einer Investition von 17 Millionen Euro beziffert sei, könne dieser derzeit nicht realisiert werden. Daher werde eine kurzfristige Lösung eines modularen Präsentationsgebäudes verfolgt, wofür in diesem Jahr noch europäische Fördermittel beantragt werden sollen. Die Kosten belaufen sich auf 400.000 Euro. Diese seien im Haushalt der Gemeinde Lahnau eingestellt, erklärte Bürgermeister Eckhard Schultz, aber mit einem Sperrvermerk versehen. Der Gemeinde entstünden keine Kosten, da der Förderverein sich verpflichtet habe, neben den Fördermitteln Sponsoren zu suchen. Der ehemalige RP Wilfried Schmied bekräftigte, dass rasch etwas passieren müsse. Vor und speziell nach dem Sensationsfund des Pferdekopfes im Jahr 2009 sei der Förderverein ehrenamtlich sehr aktiv und gestalte die römische Geschichte von Waldgirmes durch vielfältige Angebote lebendig. Die Realisierung des Archäologischen Parks liegt in weiter Zukunft. Daher müsse jetzt etwas geschehen, so Schmied, um das ehrenamtliche Engagement weiter zu motivieren, und vor allem auf dem Grabungsgelände präsent zu sein. Denn die Besucher aus ganz Deutschland besuchen zwar das Gelände, aber nicht unbedingt die Geschäftsstelle in der ca. 500 m entfernten Georg-Ohm-Straße im Gewerbegebiet.

Thorsten Schäfer-Gümbel zeigte sich sehr beeindruckt von der detaillierten Präsentation und den Grabungsergebnissen. Auch Dagmar Schmidt als Historikerin begeistern die Aktivitäten des Fördervereins. Diese seien in ihren Augen nicht vergleichbar mit dem ehrenamtlichen Engagement anderer Einrichtungen. Sie könne es nicht verstehen, dass z.B. das nordhessische Projekt der Sanierung der Museumslandschaft in Kassel stark gefördert werde, und für den mittelhessischen Raum – insbesondere Waldgirmes – wenig übrig bleibe. Thorsten Schäfer Gümbel bezifferte die Investition in Kassel auf 200 Mio. Euro. Laut Schäfer-Gümbel sollte es vor diesem Hintergrund machbar sein, wenigstens 250.000 Euro für den Bau des Präsentationsgebäudes in Waldgirmes zu erhalten. Nach seinem eineinhalbstündigen Besuch der Geschäftsstelle und des Grabungsgeländes versprach er ausdrücklich seine Unterstützung in dieser Angelegenheit.

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