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Exkursion zum Varus-Schlachtfeld

Begeisterte Exkursions-Teilnehmer in Kalkriese
Begeisterte Exkursions-Teilnehmer in Kalkriese
Lahnau | Die diesjährige Exkursion führte 38 Mitglieder des Fördervereins Römisches Forums Waldgirmes e.V. und Gäste nach Kalkriese, dem mutmaßlichen Ort der Varus-Schlacht. Bereits früh um sieben Uhr ging die Fahrt mit einem modernen Reisebus in Richtung Norden. Gegen 11 Uhr war das Reiseziel bei Osnabrück erreicht. Während eines zweistündigen Aufenthalts im Museum wurde durch zwei historisch sehr fachkundige Führer die Bedeutung der geschichtsträchtigen Stätte erklärt. In Kalkriese wird das Varus-Schlachtfeld vermutet, bei der im Herbst des Jahres 9 n. Chr. der römische Stadthalter und Feldherr Varus drei Legionen mit Hilfstruppen und Tross von Osten kommend in Richtung Rhein führte. Auf dem Weg wurde er an einer Engstelle von germanischen Kriegern unter der Führung von Arminius angegriffen und vernichtend geschlagen. Nur wenige Römer haben dieses Gemetzel überlebt. Kaiser Augustus hatte dadurch die Hälfte seiner Rheinlegionen verloren und soll im fernen Rom ausgerufen haben: „Varus, Varus, gib mir meine Legionen wieder“. Im Jahr 16 n. Chr. zog dann der römische Feldherr Germanicus zum Schlachtfeld, um dort nach den verlorenen Legionszeichen zu suchen und die getöteten Kameraden beizusetzen.
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Im Jahr 1875 war bei Detmold das Hermannsdenkmal zum Gedenken an diese Schlacht errichtet worden, obwohl es keinerlei Hinweise darauf gab, dass dort wirklich ein Kampf stattgefunden hatte. Bereits zehn Jahre später vermutete der Wissenschaftler Theodor Mommsen aufgrund von Münzfunden bei Kalkriese, dass es hier zur Schlacht gekommen sei. Lange Jahre wurde nicht weitergeforscht. Erst im Jahre 1987 begann der englische Offizier Tony Clunn das Gebiet in der „Kalkrieser-Niewedder-Senke“ systematisch ab zu suchen. Zunächst fanden sich Münzen und ein Jahr später wurden die ersten Schleuderbleie entdeckt. Aufgrund dieses Befundes begann man in dem Gebiet zu graben und fand vor allem römische Metallteile von Rüstungen, Münzen, Werkzeug und viele Stiefelnägel verteilt auf einer Strecke von 10 km. Zu den bekanntesten Funden zählt wohl die eiserne Maske eines römischen Reiterhelms. Gefunden wurden auch Knochengruben, in denen Menschen- und Tierknochen lagen, die vor der Bestattung längere Zeit an der Erdoberfläche gelegen haben. Sie zeigten neben Witterungseinflüssen auch Verbiss-Spuren von Tieren. Die Menschenknochen, die Kriegsverletzungen aufwiesen, stammten fast ausnahmslos von jungen Männern. Es darf vermutet werden, dass es sich bei diesen Gruben um die Bestattungen durch Germanicus handelt.
Nach einem Mittagessen im Gasthaus „Varus-Schlacht“ konnten die Exkursionsteilnehmer noch einmal auf eigene Faust das Museum und das Freigelände erkunden.
Noch immer gibt es gegenteilige Meinungen unter den Archäologen, ob es sich in Kalkriese um das tatsächliche Schlachtfeld der Varus-Schlacht handelt – interessant und empfehlenswert ist ein Besuch dort auf jeden Fall. Voller neuer Eindrücke und Informationen machte sich die Gruppe wieder auf den Heimweg und kam um 19 Uhr in Waldgirmes an.

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