Bürgerreporter berichten aus: Lahnau | Überall | Ort wählen...

Ínitiative Grundschule Atzbach im Amthof schreibt offenen Brief an SPD-Lahnau

Lahnau | Folgenden offenen Brief hat die IGA an den Bürgermeister der Gemeinde Lahnau und die SPD-Fraktion Lahnau geschrieben:

Sehr geehrter Herr Schultz,
sehr geehrte Damen und Herren der SPD-Fraktion Lahnau


Partizipation ist kein Störfaktor, sondern ein Indikator für gesunde Demokratie

In der Bevölkerung verursacht die nun öffentliche Blockadehaltung gegen die Sanierung der Grundschule Atzbach im Amthof seitens fast aller Abgeordneten der SPD und seit Neuestem auch des Bürgermeisters (SPD) nur noch Unverständnis, Bedauern und Kopf schütteln.

Lassen Sie uns doch gemeinsam noch einmal die tatsächlichen Zahlen betrachten:

Der Gemeinde Lahnau liegt mittlerweile ein Festpreisangebot für die Sanierung des Amthofes auf Grundlage der zukunftsfähigen Pläne des Architekturbüros Keul über 2,2 Mio. Euro vor. Festpreis bedeutet, dass keine weiteren Kosten für den Bauherrn entstehen!
Der Lahn-Dill-Kreis hat zwischenzeitlich über den Kreisausschuss eine Baukosten-beteiligung in Höhe von 1,7 Mio. Euro zugesagt.
Die Gemeinde Lahnau hat bereits 300.000 Euro in den Haushalt 2011 eingestellt. Dem Förderkreis der Grundschule Atzbach e.V. liegen z.Z. rechtsverbindliche Spendenzusagen in Höhe von 79.000 Euro vor.
Mehr über...
SPD (516)IGA (7)Grundschule (108)Atzbach (36)Amthof (29)
Die noch vorhandene Deckungslücke beläuft sich somit nur noch auf 121.000 Euro. Weitere Spenden- und Sponsorenmittel sowie mögliche Zuschüsse aus den Bereichen Denkmalpflege, Energieeffizienz und Regionalentwicklung lassen auf eine Schließung dieser Lücke hoffen. Sollten diese Mittel erfolgreich generiert werden, würde die Gemeinde nicht weiter als bisher zugesagt belastet.

Die Diskussion über die entstehenden Folgekosten für den Unterhalt des Amthofes entbehrt bisher jeder belastbaren Kalkulation. Die Fortschreibung der Kosten aus den vergangenen Jahren leitet fehl, da man es in der Zukunft mit einem vollständig sanierten und energetisch optimierten Gebäude zu tun hat. Konkrete Zahlen können Sie nur über einen noch zu erstellenden Kostenplan erhalten. Diese Zahlen sollten Sie, sehr geehrter Herr Bürgermeister, über den im Parlament am 15.12.11 gestellten und beschlossenen Antrag IX/56.2 einholen. Durch ihren Widerspruch haben Sie diese Aufgabenstellung aufgeschoben und tragen somit zu einer Verzögerung der Bewertung und zum Entstehen von zusätzlichen Kosten für den Steuerzahler (Verlängerung der Beschulung an alternativem Standort) bei.

SPD isoliert sich selbst – IGA plädiert für einen gemeinsamen Prozess

Der Punkt, an dem wir derzeit stehen, ist von Landrat Schuster (SPD) gesetzt worden. Nach dem zweiten runden Tisch Ende August 2011 erklärte der Landrat in einer Pressemitteilung, dass es nur noch zwei Lösungen des Grundschulproblems gibt:
A) Die Gemeinde übernimmt den Amthof und die Schulträgerschaft oder
B) der LDK baut an die Lahntal-Schule an.

Die IGA hat sofort nach Bekannt werden dieser Reduzierung der Optionen und damit Zuspitzung der Lösungsmöglichkeiten öffentlich interveniert. In einer Presseerklärung wies die IGA auf die dritte Variante hin, nämlich dass der LDK Schulträger bleibt und die Gemeinde die Kostenlücke schließt. Von Seiten der Gemeinde Lahnau erfolgte keinerlei Richtigstellung!

Hätten der Bürgermeister oder die Gemeindevertretung eine Übernahmelösung in diesem Moment (Ende August 2011) als unmöglich angesehen, hätte man an der Seite der IGA für die unterschlagene Variante kämpfen müssen. Da aber weder der Bürgermeister noch die SPD öffentlich reagierten, lief der Interventionsversuch der IGA gegenüber dem Landrat ins Leere.
Das Angebot der IGA an die SPD-Fraktion gemeinsam konstruktiv an einer Lösung des Problems zu arbeiten, haben Sie abgelehnt. Sie haben deutlich gesagt, dass ihre Fraktion eine Realisierung der Sanierung des Amthofes für nicht umsetzbar ansieht und daher einen Anbau an die Lahntal-Schule präferiert.

Letztlich haben Sie, sehr geehrter Herr Schultz, sich selbst in den jetzigen Zustand der Debatte hineinmanövriert. Sie wären wahrscheinlich derjenige gewesen, der am ehesten den Landrat von der dritten Lösung hätte überzeugen können. Nun aber zu behaupten, die IGA habe diesen Prozess hin zu einer Trägerschaftsübernahme vorangetrieben und die Fraktionen der FW, der CDU und der Grünen so stark unter Druck gesetzt, dass nun – kurz vor Jahresende - plötzlich ein Drei-Parteienantrag zur Übernahme des Gebäudes und der Schulträgerschaft gestellt wurde, ist scheinheilig.

Weder Sie noch die SPD haben die Chance genutzt, einen eigenen Lösungsentwurf für den Erhalt der Grundschule im Amthof zu erarbeiten und in die Gemeinde-vertretung einzubringen.
Ganz im Gegenteil: Sie hätten durch dieses Nichthandeln das Ultimatum des Landrates verstreichen lassen. Sie nehmen damit in Kauf, dass der Landrat seine Alternative A, nämlich den Anbau an die Lahntal-Schule, auf den Weg bringt. So war der Antrag der anderen drei Fraktionen die einzige Möglichkeit überhaupt mit dem Kreis im Gespräch zu bleiben.

Mit Ihrem Veto, sehr geehrter Herr Bürgermeister, verhindern Sie eine objektive Ermittlung der Fakten und Zahlen, die zu einer möglichen Übernahme des Amthofes ins Eigentum der Gemeinde Lahnau und einer wirtschaftlichen Übernahme der Schulträgerschaft führen könnten. Eine bereits greifbare Lösung rückt damit wieder
in weite Ferne.

Wir appellieren daher an Sie, Ihre Haltung zu überdenken, und gemeinsam mit der SPD-Fraktion an den Verhandlungstisch mit den anderen Parteien, dem Kreis und der IGA zurück zu kehren.

Mit freundlichen Grüßen

Initiative Grundschule
Atzbach im Amthof (IGA)

Dies könnte Sie zum Thema auch interessieren

8.50 Euro Mindeslohn ist ein Hohn
Pressemitteilung der Montagsdemonstranten Der in den...
Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 und 2
Autorenlesung an Grundschule der AHFS
Eine Erzählung mit viel Erfindungsgabe und Herz trug die Autorin...
Tausende demonstrierten am 1. Februar in München gegen die NATO-"Sicherheitskonferenz"
Gauck und Steinmeier erklären den Krieg
Unterstützt sowohl von Rüstungsfirmen wie Europas führendem...
"Kohle nicht verteufeln", rät der FDP-Landtagsabgeordnete Wolfgang Greilich nach Veröffentlichung des Energieberichts der Gießener Stadtwerke.
Greilich zum Energiebericht 2013: „Kohle ist kein Teufelszeug“
Unterstützung erhalten die Stadtwerke Gießen (SWG) mit Ihrer...
FDP-Kreisverband diskutiert Wahlergebnisse und bereitet Parteitage vor: „Ein Weiter-so kann es nicht geben“ –„Weg für Neuanfang freimachen“
Viel Raum zur Diskussion gewährte der FDP-Kreisvorsitzende Andreas...
Die Piratenpartei Gießen beginnt Neustart
Am vergangenen Samstag, den 25.01., fand der Kreisparteitag der...
Als Delegierter in Berlin: Gießens Landtagsabgeordneter Wolfgang Greilich (hier als Redner auf dem Landesparteitag in seiner Heimatstadt am 23.11.2013)
Greilich vor FDP-Bundesparteitag in Berlin: „Neuanfang als einzige liberale Kraft der deutschen Parteienlandschaft“ – „Ziel ist Wiedereinzug in den Bundestag 2017“
Mit Spannung fährt der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Hessischen...

Kommentare zum Beitrag

Leider gibt es noch keine Kommentare zu diesem Artikel.
Schreiben Sie doch den ersten!

Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Initiative Grundschule Atzbach im Amthof (IGA)

von:  Initiative Grundschule Atzbach im Amthof (IGA)

offline
Interessensgebiet: Lahnau
Initiative Grundschule Atzbach im Amthof (IGA)
157
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
Der Amthof und die Atzbacher vermissen ihr Schulkinder
Amthof - Offener Brief an Heinz Schreiber und den Kreistag
Die Vorsitzenden des Elternbeirates und des Fördervereins der...
Amthof-Atzbach:Landrat hat Wort gebrochen
Heute erreichte die IGA ein Leserbrief zum Thema Amthof, der am...

Weitere Beiträge aus der Region

Von links nach Rechts: Reiner Mayenschein, Lydia Kiefel, Dr. Michael Mondre, Jan Ludwig, Ronald Döpp, Silvia Wrenger-Knispel. Es fehlt: Manuel Roth
5. Ostereieraktion der CDU und JU Lahnau - Über 400 bunte Ostereier verteilt
Nach dem Erfolg der Ostereieraktion in den letzten vier Jahren haben...
Die Mitglieder der Jungen Union mit Herrn Regierungspräsident Dr. Lars Witteck (4. von links), CDU-Vorsitzender Ronald Döpp (6. von links), Europakandidat Sven Ringsdorf (7. von links) und JU-Vorsitzender Manuel Roth (hinten, rechts)
„Europa ist Chance für Mittelhessen“ - Regierungspräsident Dr. Witteck und Europakandidat Ringsdorf informieren
Zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung der CDU und...
"LANDESGARTENSCHAU daheim" - BAUHAUS und GZ suchen: Die schönsten Gärten und Balkone im Gießener Zeitungsland
Liebe Bürgerreporter, liebe Leser, endlich sind Sie da: Die...

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.