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Kinder haben keine Lobby - Grundschule im Amthof Atzbach soll weiterhin dem Verfall überlassen werden

Grundschule Atzbach im Amthof
Grundschule Atzbach im Amthof
Lahnau | Nachdem am 24.08.11 erneut der Runde Tisch u.a. unter Beteiligung des Landrates Wolfgang Schuster (SPD), Bürgermeister Eckhard Schultz ,Vertretern der Schulgemeinde und der Initiative Grundschule Atzbach im Amthof (IGA) tagte, sind wir genau an dem Punkt, an dem wir vor einem Jahr waren:
Die Zukunft der Grundschule Atzbach und des Gebäudes Amthof, das unter Denkmalschutz steht, ist weiterhin unklar.
Eigentümer und daher auch verantwortlich für den Erhalt und die Instandsetzung ist der Lahn-Dill-Kreis. Dies steht aber hier nicht zur Diskussion.
Bürgermeister Schultz berichtete in der öffentlichen Gemeindevertretersitzung am 25.8.11 von den Ergebnissen. So hatte der Kreis zwar am 24.8. eine Planung für den Anbau an die Lahntalschule in Atzbach vorgelegt, eine detaillierte Aufstellung der Kosten und von Einsparpotentialen aufgrund angeblicher Synergieeffekte aber nicht geliefert. Stattdessen wurde von Frau Weber eine Sparversion für 1,5 Mio. EUR vorgestellt, die lediglich 6 Klassenräume und 2 Gruppenräume, aber keine Fachräume für Musik- und Kunstunterricht und keine Integration der Betreuten Grundschule beinhalten.
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Der Anbau soll in Richtung Sudeten-und Bahnhofstraße erfolgen. Der Schulhof würde vollends vom Sonnenlicht ausgeschlossen sein und gleicht wohlwollend einem Gefängnishof. Die Aufteilung der Räume ähnelt einem Containerdorf, lediglich der Mindestabstand von 5 m zur bereits jetzt stark befahrenen Straße soll zukünftig eingehalten werden. Aus Sicht des Kreises sollen die Grundschüler, die bereits jetzt nicht ausreichenden Fachräume der Lahntalschule nutzen. Eine neue Verkehrsregelung, der in den letzten Monaten auf Kosten der Gemeinde frisch sanierten Bahnhof-straße und die Erweiterung von Parkplätzen wurde offensicht-lich nicht einbezogen.
Das derzeitige Konzept der Grundschule Atzbach, dass in den letzten Jahrzenten mit pädagogischem Feingefühl geschaffen wurde, wird auf diese Weise mit Füssen getreten! Grundschüler bedürfen einer besonderen Schutzzone!
Ich unterstelle dem Lahn-Dill-Kreis ausschließlich monetäre Gründe für diese Art der Planung. Denn über pädagogische Aspekte hat man sich in den bereits verstrichenen 12 Monaten wohl weiterhin keine Gedanken gemacht. Sowohl die Kosten als auch die Reduzierung der Räume auf ein Minimum seitens des Lahn-Dill-Kreises sind genauso lieblos wie zuvor. Lediglich wurde mittels einer Zeichnung der genaue Standort für einen Anbau festgelegt.
Eine Lösung für das sanierungsbedürftige Gebäude im Amthof fehlt damit weiterhin.
Der Kreis rückt somit keinen Millimeter von seiner bisher vertretenen Position ab.
Im Gegensatz dazu hat die Gemeinde Lahnau in Zusammenar-beit mit dem Architekturbüro Keul wie am Runden Tisch Anfang dieses Jahr vereinbart, eine genaue Aufstellung der Kosten für die Sanierung der jetzigen Grundschule im Amthof vorgelegt. Diese liegt bei 2,5 Mio. EUR und beinhaltet alle Kosten auch für Fachräume, Lehrerzimmer, Sekretariat und vor allem die Integration der Betreuten Grundschule und eine potentielle Nutzung als Ganztagsschule, selbst ein Sicherheitszuschlag wurde einkalkuliert.
Da der Lahn-Dill-Kreis nicht gewillt ist, die Sanierungskosten des kreiseigenen Gebäudes zu tragen, obliegt es nun der Gemeinde Lahnau, sich bis zum 31.12. zu entscheiden, ob sie die die 1,5 Mio. EUR übersteigenden Kosten selbst zu tragen, um den Amthof als Grundschule zu erhalten. Dieses Ultimatum wurde vom Landrat gesetzt. Andernfalls folgt der Bauantrag durch den Kreis.
Falls die Gemeinde den Betrieb der Grund-schule übernimmt, würde der Kreis je Schüler pro Jahr 1.000 EUR an den Kosten tragen; die Gemeinde hätte hier aber das Risiko aller Kosten zur zukünftigen Renovierung und Instand-setzung, Heizung, Wasser, Strom, Gebäudeversicherung etc..
Da kann ich für meine und die Kinder der nächsten 50 Jahre in Atzbach nur hoffen, dass die Vertreter der Gemeinde aller Parteien ihre Entscheidung vom letzten Jahr, sich nur mit 300.000 EUR an den Kosten zu beteiligen, überdenken und eine auch für die Gemeinde akzeptable und finanzierbare Lösung finden, die vielleicht bisher noch nicht diskutiert wurde.
Wie wäre es z.B. mit einer Rückübertragung des Eigentums am Amthof an die Gemeinde Lahnau und einer Beteiligung in Höhe der wirklichen und nicht nur grob geschätzten Baukosten der LTS-Lösung an den Sanierungskosten durch den Lahn-Dill-Kreis, einem vertraglich vereinbartem Dauermietverhältnis über mindesten 50 Jahre und einem monatlichem Nettomietzins? Die Kosten von Heizung, Strom, Wasser und Hausmeister sind natürlich wie in jedem anderen Mietverhältnis vom Mieter und nicht vom Vermieter zu tragen.
Und der Amthof wäre gerettet und nicht, wie vom Kreis gewollt dem Verfall überlassen! Goethe würde sich sicherlich bei diesen Diskussionen im Grabe herumdrehen, falls das nicht schon längst passiert ist!
Ich hoffe, dass in den nächsten Wochen erneut die Lahnauer und besonders die Atzbacher Bürger, Eltern, Großeltern, Kinder und ehemalige Schüler Farbe für ihren Amthof als Grundschule bekennen und wie zur historischen Dorfführung auf die Straße gehen! Ich gehe mit!

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von:  Viola Kämmerer

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