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Römischer Projekttag begeistert 60 Schüler der Lahntalschule Atzbach

Die Schüler kochen ein römisches Menü.
Die Schüler kochen ein römisches Menü.
Lahnau | „Dies ist der Beginn einer hoffentlich langfristigen Kooperation mit dem Förderverein Römisches Forum Waldgirmes“, bemerkte Christiane Stubbe-Königer, Lateinlehrerin der Atzbacher Lahntalschule (LTS) und Mit-Initiatorin des Schulprojektes, zu Beginn des ersten römischen Projekttages am 17. Juni. Insgesamt 60 Schülerinnen und Latein-Schüler der Klassen 7 bis 9 waren angemeldet, um einiges über das Leben der Römer in Waldgirmes vor 2.000 Jahren zu erfahren. Der erste Vorsitzende des Fördervereins, Wilfried Paeschke, und die Mit-Initiatorin des Projektes, Carmen Schmitt, stimmten die Schüler mit einer kurzen Einführung zu den spektakulären Funden ein. In kleinen Gruppen probierten die Latein-Schüler anschließend aus, wie man in der Antike römisch kochte, kunstvolle Ketten, Armbänder und Schminke für die Dame herstellte, und wie die Legionäre Kettenhemden fertigten.
Matthias aus der Klasse 7 durfte sich die komplette Ausrüstung eines Legionärs überziehen. Dazu gehören eine Wolltunika, eine Subermalis (Untergewand mit Lederstreifen), ein Kettenhemd bestehend aus 13.000 Metallringen, sowie weiteres Zubehör wie der Helm und der Schild. Römische Legionäre trugen diese Ausrüstung in tagelangen Fußmärschen. „Das war ganz schön schwer, ich könnte das nicht den ganzen Tag tragen“, so Matthias nach dem Experiment. Die Schüler fertigten unter fachkundiger Hilfe von zwei Legionären der „Legio I Germanica“ aus Waldgirmes kleine Stücke Kettenhemden. Jakob und Christoph der 9. Klasse schafften im Team in immerhin 90 Minuten das größte Stück (10 x 15 cm) und erfuhren, dass die Römer vor 2.000 Jahren alleine mit dem Fertigen von Kettenhemden „jede Menge zu tun hatten“.
Louis und Malte, beide aus der 7. Klasse, versuchten sich dagegen in der Herstellung von Lip-Gloss, einer Perlenkette und Badesalz. Auf die Frage, warum die beiden sich für diesen Projektteil angemeldet hatten, antwortete Louis: „Wir haben eine Wette verloren...“. Welche Wette genau, blieb ungewiss, doch Louis hat an diesem Vormittag eine sehr schöne, lange Perlenkette hinbekommen und Malte fand das Projekt „ganz lustig“. Er möchte nun mit seinen selbstgemachten Schönheitsprodukten den Damen seiner Familie eine kleine Freude bereiten. Diese Freude teilten die Sklavinnen vor 2.000 Jahren bestimmt nicht immer, denn die wohlhabende Dame verließ nie ungeschminkt, frisiert und komplett hergerichtet
Louis und Malte füllen Lipgloss ab.
Louis und Malte füllen Lipgloss ab.
ihr Schlafgemach, was erheblichen Aufwand verursachte. Auch die Mädchen fanden den klassenübergreifenden Projekttag sehr spannend und hoffen nun auf einen weiteren im nächsten Jahr. Unter fachkundiger Anleitung entstanden schöne, filigrane Perlenketten, ein wohlriechendes Badesalz und ein rosafarbenes Lipgloss, welches von den meisten gleich getestet wurde.
Während sich die Schüler bei der Anmeldung für die Kettenhemden oder Schönheit im alten Rom entscheiden konnten, hatten Alle die Gelegenheit zum Römischen Kochen. Es wurde nahezu original Römisches gezaubert, wie gefüllte Eier, römisches Fladenbrot, Moretum und eingelegte Aprikosen. Alles nach überlieferten Rezepten des „Bocuse der Antike“, Aspicius. Zum Schluss versammelten sich die Schüler zum gemeinsamen Essen, natürlich auch nach römischem Vorbild. Christiane Stubbe-Königer dankte den neun ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern des Fördervereins Römisches Forum Waldgirmes mit Worten und Rosen, bevor das Essen stilecht im Liegeneingenommen wurde, wofür die Schüler Decken und Kissen von zuhause mitgebracht hatten.

Die Schüler kochen ein römisches Menü.
Die Schüler kochen ein... 
Louis und Malte füllen Lipgloss ab.
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In filigraner Arbeit entstanden kleine Stücke Kettenhemd.
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Ein Mädchen präsentiert ihre selbst hergestellte Perlenkette
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