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PRO BAHN bezeichnet den laufenden Betrieb des neuen HLB-Regionexpress Siegen-Gießen-Frankfurt als schlecht und perspektivlos

von Thomas Kraftam 23.06.20112107 mal gelesen5 Kommentare
Ein Zug der Reihe Flirt der Hessischen Landesbahn, welche seit Dezember 2010 zwischen Siegen und Frankfurt verkehren im Bahnhof Wetzlar.
Ein Zug der Reihe Flirt der Hessischen Landesbahn, welche seit Dezember 2010 zwischen Siegen und Frankfurt verkehren im Bahnhof Wetzlar.
Lahnau | In Zusammenhang mit der Übernahme der Regional-Express-Verbindungen zwischen Siegen, Wetzlar, Gießen und Frankfurt, neuerdings auch Main-Lahn-Sieg-Netz genannt, ist laut Fahrgastverband Pro Bahn eine akzeptable Lösung der Probleme weiterhin nicht in Sicht. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund stelle die wirklichen Probleme bewusst in den Hintergrund. Man fokussiere das Interesse vorsätzlich nur auf die Fahrgäste mit dem Ziel Frankfurt. Die Region Mittelhessen mit immerhin rund 1 Million Menschen habe aber auch Verkehrsbeziehungen in andere Regionen, so insbesondere nach Nordrhein-Westfalen.

Es sei weiterhin inakzeptabel, dass im gesamten Fuhrpark der Hessischen Landesbahn zur Bedienung des Main-Lahn-Sieg-Netzes nur ein Ersatzzug vorhanden sei. Damit sei man auf Verkehrsspitzen außerhalb des Regelbetriebs sowie auf Reparaturen und Schäden an den Zügen überhaupt nicht vorbereitet.

Größere Fahrgastmengen insbesondere im Rahmen von Großveranstaltungen könnten überhaupt nicht abgefangen werden, ein flexiblerer Einsatz in Bezug auf die Länge der Züge in vernünftigen Varianten nicht möglich.

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und Objektivität der vom RMV ermittelten Fahrgastzahlen wird angezweifelt, da man die falschen Wochentage und Tageszeiten hierfür wähle. Aufgrund der deutlichen Verschlechterung bei Fahrten und Sitzplätzen seien zwischenzeitlich viele Menschen auf das Auto umgestiegen. Dies treffe insbesondere auf Gelegenheitsfahrer zu aber auch auf Wochenendfahrer. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund ignoriere bewusst, dass gerade am Wochenende die Verbindung Mittelhessen-Siegen-Köln stark genutzt wurde und werde.

Das entscheidenste Problem des Main-Lahn-Sieg-Netzes, die katastrophale Umstiegsituation in Siegen, habe sich auch in den letzten Wochen nicht verbessert, so Pro Bahn. Entgegen der Behauptungen, wenn man in Siegen die Zugverbindungen unterbreche, habe man am Knoten Köln weniger Verspätungen, sei die Situation nun ganz anders eingetreten. Aufgrund von Langsamfahrstellen und eingleisiger Abschnitte im Siegtal zwischen Hennef und Siegen ergeben sich hier die Verspätungen, was vielfach dazu führe, dass in Siegen die Anschlusszüge von und in Richtung Mittelhessen verpasst werden. Die Umstiegzeit von 4 Minuten müsse spätestens zum Fahrplanwechsel Dezember 2011 deutlich ausgedehnt werden. Hier bieten sich im Umlauf im Frankfurter Hauptbahnhof Ausgleichsmöglichkeiten, wo der Zug sehr lange stehe.

Weiterhin gibt es auch keine Antwort darauf, dass es für die früheren Abendverbindungen zwischen Köln, Siegen und Gießen, welche zum letzten Fahrplanwechsel grundlos und ersatzlos gestrichen wurden, wieder eine akzeptable Ersatzlösung eingerichtet werde. Die Regional-Express-Verbindung Köln-Siegen-Gießen sei eine alternativlose Möglichkeit gewesen, um von Nordrhein-Westfalen nach Mittelhessen zu kommen. Ansonsten sei nur die Fahrt mit den teuren ICE und die Schnellbahn Köln-Rhein/Main gegeben. Einfach am grünen Tisch Verbindungen zu streichen und hoffen, dass es keiner merkt, sei unredlich und habe mit einer Erhaltung von Daseinsvorsorge, wofür die Verkehrsverbünde eigentlich eingerichtet wurden, nichts mehr zu tun.

Auffällig sei, dass in dem Fahrplanangebot zwischen Köln und Siegen in beiden Richtungen keinerlei Streichungen gegeben habe, die Deutsche Bahn fahre weiterhin das langjährige Zugangebot. Nur zwischen Siegen und Gießen habe es mit der Übernahme durch die Hessische Landesbahn deutliche Angebotsreduzierungen gegeben und hierfür trage der Rhein-Main-Verkehrsverbund die Verantwortung.

Erfreut zeige man sich, so der Fahrgastverband Pro Bahn über den Erfolg der Unterschriftenaktion gegen das Main-Lahn-Sieg-Netz und die Streichung der Köln-Verbindungen in Mittelhessen, welche kurz vor ihrem Abschluss stehe. Hierbei habe man auch insbesondere von Kommunal-, Landes- und Bundespolitikern eine breite Unterstützung erfahren. Kurzfristig, spätestens zum Fahrplanwechsel 2011 fordert Pro Bahn sowohl die Anschaffung zusätzlicher Züge und die deutliche Verbesserung der Umstiegsituation in Siegen. Mittelfristig müsse man im Rahmen der Neuordnung der Auftragsvergabe auch wieder für die Einrichtung von durchgängigen Zugverbindungen zwischen Mittelhessen und Köln sorgen.

Kommentare zum Beitrag

Christian Momberger
10.828
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 24.06.2011 um 01:03 Uhr
Gute Artikel wie ich finde. Es wäre absolut wünschenswert, wenn die Schiene als Verkehrsträger endlich besser behandelt würde.
Mathias Engelhart
5.319
Mathias Engelhart aus Gießen schrieb am 24.06.2011 um 12:57 Uhr
Eine sehr gute Zusammenstellung der Missstände. Ich als (leider) Vielfahrer auf dieser Strecke kenne diese Probleme von A bis Z und kann diesen nur zustimmen. Das einzige, was sich nach wochenlanger Streiterei zwischen den Verbünden und den Streckenbetreibern geändert hat ist, dass die HLB auf die chronisch verspätete DB-Regio in Siegen wenige Minuten wartet. Das Grunddesaster ist jedoch nicht behoben. Gerne verweise ich auf meine Berichterstattungen als Betroffener.
http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/42683/neue-zuege-seit-fahrplanwechsel-nomen-et-omen/
http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/43161/zwischenfazit-nach-einem-monat-fahrplanwechsel-reisen-von-koeln-nach-giessen-oft-unzumutbar/
Mathias Engelhart
5.319
Mathias Engelhart aus Gießen schrieb am 25.06.2011 um 12:35 Uhr
Nein.
Lumdatal Bahn
366
Lumdatal Bahn aus Allendorf (Lumda) schrieb am 26.06.2011 um 10:48 Uhr
...solche Probleme bezgl. Zugläufen wurden schon einmal diskutiert........im 19.ten Jahrhundert.
Die "Deutz-Gießener-Bahn" ist dabei schon eine sehr alte "gewachsene" Verbindung, wenngleich ehedem die Stadt Siegen umfahren wurde und ab Haiger über Herdorf nach Betzdorf einer anderen, sogar kürzeren Trasse gefolgt wurde.
Die SFS Köln/Rhein-Main bietet jedenfalls für Mittelhessen keinen adäquaten Ersatz.
Mathias Engelhart
5.319
Mathias Engelhart aus Gießen schrieb am 26.06.2011 um 15:48 Uhr
Über Herdorf bin ich just vorgestern gefahren mit der Hellertalbahn. Aufgrund von Bauarbeiten zwischen Haiger und Siegen enden alle HLB bis August in Haiger. Ein SEV ist eingerichtet, der aber wohl ständig verspätet ist. Da bin ich mit meinem Velo spontan in den GTW 2/6 gestiegen. Ging auch und habe den Anschluss zum RE9 in Betzdorf auch bekommen. Man sieht sogar anhand der Dammbreite, dass die Hellertallinie einmal zweigleisig vorhanden war. Das ist aber schon eine geraume Zeit her.

Eine weitere Alternative nach Köln derzeit ist die Fahrt über Koblenz.
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